Streit verschärft sich

Gröbenbachwiese: Eigentümer prangert SPD-Gemeinderat an

 Die Flüchtlingsunterkünfte auf der Gröbenbachwiese im Außenbereich der Gemeinde sind längst vom Tisch, der Streit darüber scheint aber eine ganz neue Dynamik zu entwickeln. 

Gröbenzell Johann Böhmer, einer der Eigentümer und früherer Gemeinderat der Freien Wähler, prangert die Äußerungen von Peter Falk, Gemeinderatsmitglied der SPD, an. Böhmer ist über Falks Verhalten zutiefst empört, wie sich in seinen Worten offenbart.

„Ich stelle hiermit öffentlich die Frage, ob mir jemand aus dem Gemeinderat erklären kann, warum Herr Falk im Fall des privaten Grundstückseigentums der Familie Böhmer, also im Fall der Gröbenbachwiese, öffentlich Anstoß an dem Verhalten der Grundstückseigentümer genommen hat, im anderen Fall dagegen nicht, oder ist mir etwas entgangen“, fragt er verärgert. Mit dem anderen Fall meint er, dass keine Kritik an den Eigentümern der Grundstücke am Fischerweg geäußert wurde, die dem Landratsamt Flächen für Asylheime zur Verfügung stellen.

Peter Falk entgegnet, dass er als Gemeinderat mit privaten Grundstückseigentümern keine Gespräche führt. So habe er auch keinen Kontakt zu den Eigentümern des Areals am Fischerweg. Doch „Mitglieder der Familie Böhmer drängen sich von selbst immer wieder auf“, betont Falk.

Zum Hintergrund: Der Gemeinderat hat Ende Februar beschlossen einen Bebauungsplan für die großteils im Überschwemmungsgebiet liegende Gröbenbachwiese aufzustellen. Dieser sieht vor, dass die Wiese landwirtschaftlicher Grund bleibt und nicht bebaut werden darf. Vor rund zwei Jahren hatte das Landratsamt noch angefragt, ob hier ein Heim für Asylbewerber entstehen könnte. Der Bauausschuss hatte dazu sein Einvernehmen verweigert. Die Kreisbehörde hatte den Bauantrag aber nicht zurückgezogen. Für das Areal am Fischerweg hatte das Landratsamt damals ebenfalls Flüchtlingsunterkünfte beantragt. Auch dafür war das Einvernehmen verweigert worden. Für diese Wiese hat der Gemeinderat nun ebenfalls einen Bebauungsplanentwurf gutgeheißen, dort sind befristet für drei Jahre Asylunterkünfte vorgesehen. Als den Eigentümern der Gröbenbachwiese bekannt wurde, was auf beiden Arealen geplant ist, hatte einer der beiden Brüder, Michael Böhmer, angeregt die Gemeinde solle sich dafür einsetzen, dass das Landratsamt seinen Bauantrag für die Gröbenbachwiese zurücknimmt.

Dies war der Anlass für Falk zu recherchieren. Michael Böhmer versicherte ihm in einer E-Mail, es habe keine Absprachen mit dem Landratsamt gegeben, sein Bruder Johann bestätigte dies. Doch die Nachfragen Falks bei Landrat Thomas Karmasin (CSU) erbrachte: Es hat zwar keinen Vertrag gegeben, jedoch sei ein solcher von der Familie Böhmer in Aussicht gestellt worden. Aus diesem Grund sei er aktiv geworden, betont Falk.  sus

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