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1929 wurde die Feuerwehr Gröbenzell aus der Taufe gehoben: Der Gründer war Alois Böhmer (mit Bart und Blick zum Fotografen). Der erste Kommandant hieß Hans Schricker.

Gröbenzell

Als die Feuerwehr zum ersten Mal ausrückte

Ziemlich genau 100 Jahre ist es her, dass die Gröbenzeller Feuerwehr ihren ersten Einsatz hatte. Ein Blockhaus brannte lichterloh. Die Ausrüstung war mit heutigen Standards nicht zu vergleichen. Für die Retter von heute amüsant: Das Feuerwehrhaus glich damals einer besseren Doppelgarage.

Gröbenzell – Im Vergleich zu der heutigen Einwohnerzahl (rund 20 000) waren es 1920 wenige Menschen in der Siedlung am Gröbenbach. Geschätzte 800 Frauen, Männer und Kinder lebten dort. Doch der Ort war inzwischen immerhin so groß geworden, dass eine wichtige Frage geregelt werden musste: Wer kommt, wenn es brennt?

Problem bei Bränden

Das geht aus den Worten von Albert Meyer, damaliger Vorsitzender des Interessenvereins, im Jahre 1931 in der ersten Chronik des Ortes hervor. Der Feuerschutz war ein Problem. Denn hätte es in der Siedlung gebrannt, hätten die Feuerwehren aus den umliegenden Gemeinden Olching, Puchheim, Lochhausen oder Graßlfing anrücken müssen.

Der Gründer

Ob es für die dann noch etwas zu löschen gegeben hätte – bei der Entfernung – war fraglich. Deshalb bekam Gröbenzell am 11. Januar 1920 eine eigene Feuerwehr. Zum Vorsitzenden wurde Alois Böhmer gewählt, der erste Kommandant hieß Hans Schricker. Die Gemeinde Olching, zu der die Siedlung Gröbenzell damals teilweise gehörte, stellte eine Saug- und Druckpumpe mit Schläuchen zur Verfügung.

Wenig später, am 20. Mai, mussten die Floriansjünger bereits zu ihrem ersten Einsatz ausrücken: ein Blockhaus stand in Flammen. Die Feuerwehr löschte und es folgten weitere Einsätze. Als fünf Jahre später innerhalb kurzer Zeit drei Brände ausbrachen, wurde der Wunsch nach einer Motorspritze laut. Ein Jahr darauf ging dieser in Erfüllung.

Erste Motorspritze

Leistungsprüfung: „A“ steht für Angriffstrupp, „S“ für Schlauchtrupp und „W“ für Wassertrupp

Damit hatte die Siedlung am Gröbenbach, die erst 1952 zur Gemeinde wurde, die erste Motorspritze weit und breit. Am 3. März 1926 kam das Gerät zum ersten Mal zum Einsatz. 1928 erhielt die Wehr von der Gemeinde Olching ein massives Feuerwehrhaus neben der Alten Schule. Auf dem Areal des heutigen Sozialzentrums war die Feuerwehr bis Mitte der Siebziger Jahre zu Hause.

„Eine bessere Doppelgarage“, wie der jetzige Vorsitzende des Feuerwehrvereins, Konrad Maier, sich noch erinnert. Ohne Wasser, ohne Sanitäranlagen, ohne Heizung, zuletzt kamen aufgrund der geringen Höhe gar nicht mehr alle Fahrzeuge darin unter. 1976 zogen die Feuerwehrleute dann in das Gebäude an der Wildmoosstraße um, das sie bis heute nutzen.

Feuerwehrhaus heute

Heute sind 89 Feuerwehrleute aktiv, davon 20 Jugendliche und lediglich fünf Frauen. Der Feuerwehrverein hat 199 Mitglieder. Acht Fahrzeuge stehen den Einsatzkräften zur Verfügung. Ob sie hier auf Dauer bleiben, ist derzeit offen. Der Gemeinderat hat jüngst eine Machbarkeitsstudie in Auftrag gegeben, die untersuchen soll, ob das Feuerwehrhaus, saniert, erweitert oder neu gebaut wird.

Um bei der Feuerwehr aktiv zu werden, ist eine Ausbildung in Erster Hilfe und ein mehrwöchiger Grundlehrgang Voraussetzung. Zudem findet zwei Mal im Monat eine verpflichtende Übung statt, dazu kommen zahlreiche spezielle Lehrgänge.

200 Einsätze pro Jahr

„Das Lernen hört bei einem Feuerwehrmann nicht auf“, betont der heutige Kommandant Christian Weirauch. Etwa 200 Mal im Jahr ist seine Mannschaft im Einsatz. Nur ein Drittel davon machen allerdings Brände aus, überwiegend sind es technische Hilfeleistungen: Verkehrsunfälle, Wasserschäden, Umweltschäden oder Tierrettungen.

Zu einer solchen kam es auch einmal im Dezember 2015 – ein Einsatz der besonders im Gedächtnis geblieben ist. Ein Krokodil war nämlich im Ascherbach gesichtet worden, hieß es. Die vermeintliche Amphibie war schnell entdeckt – und stellte sich als Plastiktier heraus. Als Erinnerung hat das aber einen Ehrenplatz bekommen: im Stüberl der Floriansjünger. (sus)

Der 100. Geburtstag

sollte eigentlich im Rahmen einer einwöchigen Festwoche mit anderen Vereinen im Mai gefeiert werden. Doch wegen der Corona-Pandemie wurde die Festwoche abgesagt.

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