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Ariane Zuber, Vorsitzende Bund Naturschutz.

Der älteste Reparateur ist 82 Jahre alt

Ariana Zuber vom Bund Naturschutz berichtet über fünf Jahre Repair-Café

Kaputte Dinge muss man nicht wegwerfen, man kann sie reparieren: Die Volkshochschule und der Bund Naturschutz haben vor fünf Jahren ein Repair-Café ins Leben gerufen.

Gröbenzell – Bis zu sechs Mal im Jahr können Bürger ins Bürgerhaus kommen, wo Fahrräder, Kleingeräte, Computer repariert werden oder an Kleidungstücken kleine Änderungen vorgenommen werden. Die Vorsitzende des Bund Naturschutz Gröbenzell, Ariane Zuber, blickt nun für das Tagblatt zurück.

Wie kam es zur Entstehung des Repair-Cafés?

Die Volkshochschule ist damals mit der Idee auf mich zugekommen. Ein Angebot, das sie nicht alleine durchführen wollte und konnte. Und beim Bund Naturschutz hofften sie auf Unterstützung. Wozu wir gerne bereit waren. Die Kooperation klappt auch bestens, dank der Volkshochschule, die die Termine immer wieder in ihr Programm setzt, erfahren viele Bürger von dem Repair-Café. Mitarbeiterinnen der VHS betreuen zudem bei jedem Repair-Café die Anmeldungen.

Warum gibt es das Café?

Der eigentliche Gedanke ist es, Hilfe zur Selbsthilfe zu bieten. Den Bürgern soll so die Möglichkeit geboten werden, defekte Gegenstände nicht wegzuwerfen, sondern zu lernen, diese reparieren. Das macht Spaß und schont unsere Ressourcen. In der Regel lassen die Bürger aber reparieren.

Was bringen die Leute?

Im Grunde alles, was sie transportieren können: Fahrräder, Elektroartikel wie Kaffeemaschinen, Batterieladegeräte, Handys, Stereoanlagen, Computer, Nähmaschinen, aber auch Kleidung, die geändert oder an der ein neuer Reißverschluss nötig ist. Neu werden auch Bücher repariert. Mikrowellen oder Fernsehgeräte können wir nicht annehmen.

Wer repariert dann die defekten Sachen?

Wir haben 15 Reparateure an der Hand, die uns nach und nach zugeflogen sind. Reparateure, die zwischen 18 und 82 Jahre alt sind. Der größte Teil der kaputten Dinge kann von ihnen repariert werden. Sie alle arbeiten ehrenamtlich, weil es ihnen Spaß macht. Einer kommt sogar jedes Mal aus Trudering nach Gröbenzell um mit zu helfen. „Bei uns ist es so schön“, erklärt er. Derzeit aber ruht das Repair-Cafe coronabedingt. Wir hoffen im Sommer wieder an den Start gehen zu können. Vielleicht mit einem Fahrrad-Repair-Café im Freien.

Wird das Repair-Café gut angenommen?

In der Regel kommen rund 70 Bürgerinnen und Bürger. Nicht nur Gröbenzeller, auch aus dem Münchner Osten kommt immer wieder ein Bürger, um Bücher reparieren zu lassen.

Wird im Repair-Café ausschließlich repariert?

Nein, wir bieten seit einiger Zeit auch eine Kleidertauschbörse an. Zudem können die Besucher selbst gemachten Kuchen und Fair-Trade-Kaffee genießen.

Was müssen die Bürger für die Reparaturen bezahlen?

Die Reparaturen sind kostenlos, auch die Kuchen werden unentgeltlich abgegeben. Spenden werden aber gerne gesehen. Für dieses Geld werden dann Werkzeuge für das Repair-Café beschafft.

Haben sie für das Repair-Cafe einen Wunsch?

Wir würden das Repair-Café gerne öfter stattfinden lassen. Leider konnte die Gemeinde Gröbenzell uns bisher für die Räume im Bürgerhaus nicht mehr Termine zur Verfügung stellen. Zudem benötigen wir dringend Lagerflächen.

Weitere Nachrichten aus Gröbenzell finden Sie hier.

Susanne Schwind

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