Caritas-Altenheim in Gröbenzell. archivFoto: weber
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Caritas-Altenheim in Gröbenzell.

Gröbenzell

Aufnahmestopp mit Augenmaß in Altenheim

Im Caritas-Altenheim St. Anton in Gröbenzell gibt es derzeit eine Art Aufnahmestopp für externe Interessenten. Das hat damit zu tun, dass ein Heim in Karlsfeld (Kreis Dachau) geschlossen wird. Dessen Bewohner haben nun Vorrang.

Gröbenzell – Im Caritas-Seniorenheim St. Anton an der Wildmoosstraße muss bei der Vergabe von Plätzen derzeit ein wichtiger Punkt berücksichtigt werden. Die Frage, ob ein Bewohner des Caritas-Heims in Karlsfeld, St. Josef, nach Gröbenzell umziehen möchte, muss nämlich zunächst abgeklärt sein. Erst wenn aus dem Karlsfelder Heim niemand Interesse hat, nach Gröbenzell zu ziehen, kann ein freier Platz so vergeben werden, wie es üblich ist.

Grund dafür ist, dass das Altenheim der Caritas in Karlsfeld im Sommer 2022 geschlossen wird. Die Einrichtung erfüllt die baulichen Mindestanforderungen nicht mehr. Den dortigen Bewohnern werden daher Plätze in anderen Caritas-Heimen angeboten, auch in St. Anton. Im Rahmen eines Informationsabends haben bereits einige Bewohner des Karlsfelder Heimes Interesse an einem Umzug nach Gröbenzell signalisiert. Dies scheint aber kein Problem zu sein, im St. Anton sind derzeit nämlich einige Plätze frei, die Warteliste ist laut Caritas leer.

Platz für 128 Senioren

In Gröbenzell können insgesamt 128 Senioren leben, 120 sind es momentan. Im Regelfall, oder wenn ein freier Platz nicht für einen Bewohner der Karlsfelder Einrichtung benötigt wird, ist die Caritas bemüht, Gröbenzeller Senioren zu bevorzugen, berichtet Doris Schneider, Geschäftsführerin der 27 Caritas-Altenheime in und um München.

Zum einen, weil sie selbst bereits länger in Gröbenzell leben oder eben Angehörige. Oftmals sei aber eine Entscheidung sehr kurzfristig zu treffen, etwa wenn nach einem Krankenhausaufenthalt ein Senior oder eine Seniorin nicht mehr zu Hause betreut werden kann. „Es ist ein komplexes System, bei dem der Einzelfall bei der Entscheidung im Vordergrund steht“, betont Schneider.

Kein Zeitdruck

Sie betont auch, dass das Karlsfelder Heim erst im Sommer 2022 geschlossen wird, es bestehe also kein Zeitdruck, die dortigen Bewohner unterzubringen. Und die Caritas biete allein in München fünf und um München herum zahlreiche weitere Einrichtungen, wie das Heim St. Nikolaus in München-Schwabing oder das Marienstift in Dachau. Zudem sei derzeit in Germering ein völlig neues Heim im Bau, das voraussichtlich Anfang 2023 bezogen werden kann.

Die etwa 70 Mitarbeiter des Altenheims St. Josef erhalten nach einem Bericht der Dachauer Nachrichten adäquate Anschlussbeschäftigungen in anderen Caritas-Einrichtungen. Der Bedarf an Mitarbeitern sei im Caritasverband so hoch, dass die Übernahme aller Beschäftigten kein Problem darstelle. (sus)

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