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Für viele ein Ärgernis: die Aussegnungshalle.

Nach jahrelangen Klagen

Brandbrief für neue Aussegnungshalle - Projekt könnte Corona-Finanzlage zum Opfer fallen

Weil die Finanzlage in der Corona-Krise angespannt ist, könnte die neue Aussegnungshalle in Gröbenzell vor dem Aus stehen.

Gröbenzell – Seit Jahren fordern Vereine sowie CSU-Gemeinderatsmitglied Brigitte Böttger mehr Platz für Trauernde in der Aussegnungshalle auf dem Friedhof. Noch vor wenigen Wochen sah es so aus, als ginge dieser Wunsch bald in Erfüllung. Doch dann kam die Corona-Pandemie – und drohende Einnahmeverluste für die Kommunen. Zur Sprache kam schon, dass der Sparkurs die Sanierung der Aussegnungshalle treffen könnte. Das sorgte für einen Aufschrei.

Die Vorsitzenden betroffener Vereine verfassten einen Brief an Bürgermeister Martin Schäfer, seine Stellvertreter Martin Runge (Grüne) und Gregor von Uckermann (SPD) sowie die Fraktionsvorsitzenden. Darin heißt es, dass es nicht sein könne, dass die Sanierung der Aussegnungshalle storniert oder „auf den St. Nimmerleinstag“ verschoben werde. Zu den Verfassern zählen Harald Hengesbach (Seniorenbeirat und Arbeitskreis Leben ohne Barrieren), Rudi Ulrich (Gröbenhüter) und Josef Dittrich (Sozialverbande VDK). Sie kritisieren, dass bei bei größeren Beerdigungen Trauergäste im Regen stehen müssten. Noch vor wenigen Wochen – vor Corona – hätten auf zwei Trauerfeiern 18 hochbetagte Teilnehmer stehen müssen, schreiben sie in ihrem Brief.

Allerdings räumen die Vereinsvorsitzenden ein, dass 80 oder 90 Trauergäste und mehr in Gröbenzell nicht alltäglich seien. Laut Rathausverwaltung werden rund 10 von 200 Beerdigungen im Jahr von mehr als 100 Trauergästen besucht.

Die Aussegnungshalle ist zu klein und sanierungsbedürftig

Dass die Aussegnungshalle zu klein und sanierungsbedürftig ist, hat die Bauverwaltung vor einem Jahr bereits im Gemeinderat bestätigt. Derzeit sind es 58 Sitzplätze. Die Heizung benötige zu lange, um den Raum zu erwärmen, es fehle ein Abschiedsraum, ein Aufbewahrungsraum für Blumenschmuck, ein Hausmeisterraum und manches mehr, hieß es damals. Der Gemeinderat hatte daraufhin beschlossen, die Halle zu sanieren, zu entkernen und auf etwa 100 Sitzplätze zu vergrößern.

Zudem soll auf dem benachbarten Spielplatzgelände ein so genanntes Funktionsgebäude entstehen – mit Aufbahrungs-, Abschieds- und Aufenthaltsraum für Mitarbeiter, einem Umkleideraum für Geistliche und Lagerräume für Blumen- und Kränze und Stühle.

Noch heuer, am 5. März, hatte der Gemeinderat einhellig festgelegt, dass jeweils vier Büros für jede Aufgabe, die Sanierung und Entkernung der Aussegnungshalle und den Bau des Funktionsgebäudes Entwürfe erarbeiten sollen. Doch dann kam Corona.

Gemeinde erwartet ein Finanzloch von vier Millionen Euro

Und mittlerweile befürchtet der Kämmerer im Rathaus, Gregor Kamp, dass die Gemeinde auf Einnahmen von bis zu vier Millionen Euro verzichten muss. Die Zahl könnte sich aber noch reduzieren, da vom Bund Ausfälle aus der Gewerbesteuer ausgeglichen werden sollen. Genaue Zahlen werden im September erwartet.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) erklärte dazu: Sollten sich die Einnahmen verringern, könne es dazu kommen, dass das eine oder andere Projekt verschoben werden muss. Noch aber gibt es dazu keine Beschlüsse des Gemeinderates.

Geplant ist, dass das Gremium im Spätherbst zu einem Workshop zusammenkommt, dann soll über das weitere Vorgehen beraten werden, ob und wenn ja welches Projekt verschoben werden muss. Schäfer betont aber, Pflichtaufgaben wie der Bau von Kinderbetreuungseinrichtungen müsse die Gemeinde durchführen, auch dringende Maßnahmen müssten realisiert werden, etwa wenn die Standsicherheit eines Gebäudes gefährdet ist oder es in ein Gebäude hineinregnet.

Weitere Nachrichten aus der Gemeinde Gröbenzell finden Sie hier.

Susanne Schwind

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