Derzeit nicht barrierefrei: Der S-Bahnhof in Gröbenzell.
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Derzeit nicht barrierefrei: Der S-Bahnhof in Gröbenzell.

Gröbenzell

Bahn sorgt gleich doppelt für Ärger

Ein Aufgang zur Gröbenzeller S-Bahn sorgt für Bauchschmerzen: Wenn es eisig ist, ist es auf der Treppe gefährlich glatt. Die Bahn räumt offenbar unzuverlässig. Es gibt allerdings noch ein anderes Ärgernis: der Aufzug, der bereits seit Monaten stillsteht und keine Barrierefreiheit mehr bietet.

Gröbenzell – Immer wieder gibt es Klagen von Gemeinderatsmitgliedern und Bürgern, dass der Aufgang zum S-Bahnsteig von der Freyastraße her kommend nicht oder nicht genügend geräumt ist. Das Problem sprach nun auch CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Kammerl im Gemeinderat an. Seine Erfahrung: „Es ist spiegelglatt.“ Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) schloss sich der Kritik an und sprach von einer „leidigen Geschichte“.

SPD-Gemeinderatsmitglied Peter Falk schlug vor, zu prüfen, ob nicht einfach die Gemeinde statt der Bahn dort räumen könne, wenn es auf dem Bahnsteig wieder vereist ist. Man könnte der Bahn dann anschließend einfach die Rechnung schicken.

Als hätte die Bahn bei der Sitzung gelauscht oder geahnt, was auf sie zukommen könnte, ist diese mittlerweile tatsächlich aktiv geworden. Bei den heftigen Schneefällen Anfang vergangener Woche (nach der Gemeinderatssitzung) war plötzlich auch am Aufgang Freyastraße geräumt.

Aufzug verzögert sich

Ob es nun daran liegt, dass das Rathaus ebenfalls aktiv wurde, ist nicht ganz klar. Rathaus-Mitarbeiterin Maria Schwarz berichtet jedenfalls, dass man die Bahn angeschrieben und auf ihre Verpflichtungen hingewiesen hätte. Aus rechtlichen Gründen hätte der Bauhof hier nicht räumen dürfen. Wie Schwarz erläutert, muss vor einer sogenannten „Ersatzvornahme“ ein Bescheid mit Frist an die Bahn gehen, in welcher diese die Räumung selber übernehmen könne.

Doch nicht nur die immer wieder vernachlässigte Räumpflicht der Bahn sorgte für Entrüstung unter den Gemeinderatsmitgliedern. Auch die Mitteilung der Bahn, dass sich die Fertigstellung des Aufzugs um mindestens ein weiteres halbes Jahr verzögert, stieß auf Unverständnis. Cordula Braun (UWG) war sichtlich entsetzt. „Mir fehlen die Worte“, entrüstete sie sich, sprach dann aber doch von „ungeheuerlich“. Für Eltern mit Kinderwagen oder Menschen, die auf einen Rollator angewiesen sind, ist die Verzögerung eine schlechte Nachricht. Rollstuhlfahrer haben nämlich ohne einen Aufzug keine Chance, auf den Bahnsteig zu kommen. Um die S-Bahn zu nutzen, müssen sie bereits seit Monaten mit dem Bus nach Lochhausen fahren, wo der Aufzug intakt ist.

Eigentlich hätte der neue Aufzug Ende vergangenen Jahres eingebaut sein sollen. Das Vorgängermodell war bereits im Sommer 2020 aus Sicherheitsgründen gesperrt worden. Einen genauen Termin, wann der neue Aufzug eingebaut ist, hat die Bahn bisher nicht genannt. Sie hat der Gemeinde mitgeteilt, dass beim Abbau des alten Aufzugs diverse Probleme zu Tage getreten seien. Zum einen Korrosionsschäden am Schachtgerüst, zum anderen müsse das Dach des Aufzugs erneuert werden.

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