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Ein ständiges Ärgernis für Pendler, die den Gröbenzeller Bahnhof nutzen, ist der Kiosk. Er steht seit mehreren Jahren leer.

Serie: Unsere Bahnhöfe im Osten

Der Bahnhof ohne Kiosk

Sie sind Sehnsuchtsorte und Verkehrsknotenpunkte: unsere Bahnhöfe. Tagtäglich nutzen sie mehrere tausend Pendler, um zur Arbeit, zur Schule oder in andere Orte zu kommen. Grund genug, die Bahnhöfe im Osten einmal genauer unter die Lupe zu nehmen. Heute: der Gröbenzeller Bahnhof.

Gröbenzell – Viele Pendler kommen mit dem Fahrrad zum Bahnhof. Deshalb fallen die vielen Radlabstellmöglichkeiten sofort ins Auge. Genauso wie das große, rote Kioskgebäude, das seit mehreren Jahren leer steht. „Der Kiosk wurde von der Deutschen Bahn wohl in einem Anfall von Größenwahn zu einem Ladenlokal ausgebaut“, erzählt Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne). Seitdem werde dafür eine absurd hohe Pacht verlangt. Deshalb finde sich kein Pächter. Doch es gibt einen Lichtblick (siehe unten).

Bei der Unterführung erleben Fahrgäste, die hin und wieder auf den Puchheimer Bahnhof ausweichen, ein Déjà-vu: Da wie dort trennt sich die Unterführung in einen gesicherten Radlfahrer- und Fußgängerbereich.

Ein Manko des Bahnhofs ist der Aufzug. Wie Runge und einige Fahrgäste berichten, ist dieser häufig defekt und wird, wie Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) bestätigt, oftmals nicht zeitnah repariert. „So gesehen kann man den Bahnhof eigentlich nicht als barrierefrei bezeichnen“, sagt Schäfer.

Im verschmierten Eingangsbereich des stillen Örtchens quellen Aschenbecher und Mülleimer über. Die Toilette wird laut Schäfer einmal täglich gereinigt, Kehrmaschinen fegen nach größeren Veranstaltungen und auch sonst regelmäßig durch den Bahnhofsbereich.

Therese Aybauer fährt nur selten mit der S-Bahn. „Ich habe eigentlich nichts groß zu bemängeln, außer wenn der Lift nicht geht“, erzählt die 77-Jährige. Sie hat eine Dauerkarte für Behinderte, und ihr ist aufgefallen, dass der Weg vom Lift hin zum Bahnsteig, das heißt der Abstand zum Gleis, für Rollstuhlfahrer und Eltern mit Kinderwagen doch recht eng bemessen sei.

Rentner Heinz W. (63) sitzt auf einer Parkbank und schaut dem Kommen und Gehen der Fahrgäste zu. Er ist oft Zaungast am Bahnhof und kennt die Stärken und Schwächen der Gröbenzeller Haltestelle. „Beim Klo braucht man hin und wieder Schwimmflossen, die Bahnsteige sind eigentlich in Ordnung, allerdings fallen mir öfters mal wirre Durchsagen auf, aber dafür kann ja der Bahnhof nichts“, meint der Gröbenzeller.

Falls der Kiosk tatsächlich wieder mal öffnen sollte, würde er sich freuen, wenn man dort auch Tickets kaufen könnte. „Ich mag keine Automaten und kaufe mir meine Monatskarte in Pasing oder am Hauptbahnhof“, sagt er. Und: „Schön wär’s auch, wenn die Bahn mal dafür sorgen würde, dass das undichte Dach am Bahnsteig repariert wird.“

Von Angi Kiener

„Eine schlechte Visitenkarte für Gröbenzell“

Seit mehreren Jahren steht der Kiosk am Gröbenzeller S-Bahnhof mittlerweile leer. Immer wieder wird das von Bürgern und Gemeinderäten kritisiert. „Der Kiosk gammelt vor sich hin“, kritisierte Claudia Geier jüngst bei einer Veranstaltung im Rathaus für IT-Betriebe. „Das ist eine schlechte Visitenkarte für Gröbenzell“, sprang ihr ihr Ehemann Markus Geier zur Seite. Ähnlich äußerte sich CSU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Böttger. „Der Kiosk ist ein ziemlich dreckiges Loch“, monierte sie im Gemeinderat. Sie wollte von Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) wissen, wa es kosten würde, wenn die Gemeinde den Kiosk mieten würde. Schäfer erklärte lediglich, dass er sich dazu erst in nicht-öffentlicher Sitzung äußern werde. Eine Anfrage bei der Bahn aber ergab, dass es einen Interessenten für den Kiosk gibt. Es gebe aussichtsreiche Gespräche, erläuterte ein Bahnsprecher. Sollte es zu einer Einigung kommen, würde der Service-Store umgebaut und 2018 wiedereröffnet werden. Eine Hoffnung aber zerschlug der Bahnsprecher zum wiederholten Mal: Fahrkarten würden an einem wiedereröffneten Kiosk nicht zum Verkauf angeboten werden. Dafür stünden die Automaten und ein Reisebüro nahe des Bahnhofs zur Verfügung.

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