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Hundetraining für Briefträger: Immer wieder werden Postboten Opfer von Biss-Attacken.

Anzeige erstattet

Hund beißt Briefträger ins Bein - Postboten fürchteten das Tier schon lange

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In Gröbenzell gibt es einen Briefkasten, vor dem sich Postboten besonders fürchten: Hier lauert ein Hund, der keifend und knurrend auf die Zusteller wartet. Vor Kurzem eskalierte die Situation: Ein Briefträger wurde gebissen. 

Gröbenzell - Diese Tour wird ihm wohl noch lange im Gedächtnis bleiben: Ein Zusteller der Deutschen Post hat vor einigen Tagen in der Birkenstraße in Gröbenzell einige Briefe eingeworfen, als plötzlich die Tür aufging und sich ein Hund in sein Bein verbiss. Der Mann war schockiert und erstattete Anzeige gegen den Hundehalter. Die Polizei ermittelt nun wegen fahrlässiger Körperverletzung. Der Postbote ist verletzt, arbeitet aber bereits wieder. Dennoch: Die Angst fährt mit. 

Gröbenzell: Hund beißt Briefträger - Tier unter den Postboten gefürchtet

Denn offenbar war dieser Hund unter den Briefträgern bereits bekannt und gefürchtet. Einen „schwierigen Zustellort“ nennt das Unternehmenssprecher Dieter Nawrath. Das Tier sei nicht zum ersten Mal eine Bedrohung gewesen.

Die Kollegen hätten bereits den Wunsch geäußert, den Briefkasten an einem Zaun außen zu montieren und Herrchen beziehungsweise Frauchen zu bitten, ihren Vierbeiner fernzuhalten von Fremden. Das hat aber offenbar alles nicht gefruchtet.

Gröbenzell: Gefürchteter Hund beißt Briefträger - Polizei nun hinzugezogen

Jetzt ist es Sache der Polizei, der der Hund bisher noch nicht als verhaltensauffällig untergekommen ist, wie Winfried Naßl, Vize-Leiter der Inspektion, bestätigt. Der Briefträger kann möglicherweise auf Schmerzensgeld hoffen. Laut Nawrath werden die Vorgesetzten und auch der Betriebsrat ihn dabei unterstützen, wenn er sich auf privatrechtlichem Wege wehren will.

Dass es so ausgeht, ist bitter – aber längst kein Einzelfall. Von den 108 000 Zustellern der Deutschen Post bundesweit meldeten rund 2000 im vergangenen Jahr einen Hundebiss. „Es kommt leider immer mal wieder vor, dass es Ärger gibt und Postboten sogar schwer verletzt werden“, erklärt Post-Sprecher Nawrath. Aber selbst wenn niemand verletzt werde: „Es ist jeder Hundeangriff einer zuviel, auch wenn meine Kollegen nur einen Schreck bekommen.“ 

Gröbenzell: Postbote gebissen - „Muss sich nicht unnötig der Gefahr aussetzen“

Das Problem tauche in der Stadt eher seltener auf als auf dem Land. Dort sind ja zum Beispiel auf Bauernhöfen Wachhunde im Einsatz, die ihr Zuhause sehr aufmerksam beschützen wollen. Andererseits: Auf dem Land kennt man sich meistens und kann gemeinsam an einer Lösung arbeiten. Grundsätzlich sei das auch eher erstrebenswert als eine derartige Eskalation wie in Gröbenzell. 

Die Post hat auch noch andere Möglichkeiten, um so etwas zu verhindern. „Kein Postbote muss sich in Gefahr begeben. Wir dürfen Kunden von der Zustellung ausschließen, wenn dies zu gefährlich ist“, sagt Nawrath. Dies gilt im Übrigen nicht nur, wenn irgendwo aggressive Vierbeiner lauern, sondern auch, wenn es im Winter zu glatt ist. Das Brief-Embargo sollte aber nur das äußerste Mittel sein. 

Hundeangriff in Gröbenzell: Postboten werden im Umgang mit den Tieren geschult

Vorher sollte der Hundehalter dafür sorgen, dass nichts passiert. Die Briefzusteller werden außerdem in speziellen Trainings darauf vorbereitet, wie man richtig mit Hunden umgeht. „Das passiert theoretisch, es gibt aber auch Praxistrainings.“ Die Auszubildenden zum Kurier-, Express- und Postdienstleister lernen gleich beim Berufsstart, wie man mit den Wuffels außer Rand und Band am Besten klarkommt.

Dabei erhalten sie unter anderem einen Tipp. Sollte sich das Tier nicht bändigen lassen und attackiert den vermeintlichen Eindringling, sollten die Briefträger einfach eine Barriere zwischen sich und den Vierbeiner bringen. Zum Beispiel das Fahrrad oder im Notfall auch das Paket, das eigentlich zugestellt werden soll. Sicherheit geht dann vor.

Originalmeldung vom 8. Oktober: Hund beißt Briefträger in Gröbenzell

Gröbenzell - Es gibt Dinge auf der Welt, die werden wohl immer so bleiben. Das Marmeladenbrot fällt unweigerlich immer auf die beschmierte Seite. An der Supermarktkasse, an der man steht, dauert es grundsätzlich immer am längsten. Und Hunde und Briefträger werden und sind keine Freunde. Eine Tatsache die auch ein 41-jähriger Postbote am vergangenen Mittwochvormittag in Gröbenzell wieder schmerzlich feststellen musste.

Gröbenzell: Hund verbeißt sich in Briefträger-Bein

Er war gerade auf seiner Tour in der Birkenstraße unterwegs, als das Unglück seinen Lauf nahm. Der 41-Jährige warf wie gewohnt einige Briefe in einen Briefkasten und war schon auf dem Weg das Grundstück zu verlassen, als hinter ihm die Tür des Hauses aufging. Herausgestürmt kam ein Hund, der geradewegs auf dem Briefträger zuhielt. Der Vierbeiner verbiss sich sogleich im Bein des Postboten und verletzte ihn dabei leicht. 

Jetzt droht dem Hundebesitzer eine empfindliche Strafe, denn der Postzusteller hat ihn angezeigt. Die Polizei ermittelt bereits wegen fahrlässiger Körperverletzung. 

Weitere Polizeinachrichten finden Sie in unserem Blaulicht-Ticker. In Eichenau haben Briefträger ganz andere Probleme. Sie müssen ihre Post im Nachbarort abholen. 

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