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Jetzt steht es fest: Der Abriss des Kultlokals beginnt bereits.

Das war‘s mit der Hexe

Jetzt steht es fest: Kultlokal wird abgerissen

Für das Kultlokal Hexe in Gröbenzell hat die letzte Stunde geschlagen. Der Abriss ist beschlossene Sache. Die ersten Arbeiten haben schon begonnen.

Gröbenzell – Es kursierten noch Rettungs-Gerüchte, kurzzeitig gab es einen Fledermaus-Alarm, aber nun steht fest: Das letzte Stündlein der alten Bahnhofswirtschaft in Gröbenzell, die die meisten als Kultlokal „Hexe“ kennen, hat geschlagen. Das Dach wird bereits abgedeckt. Anfang November soll das Gebäude abgerissen werden, berichtet die Sprecherin der Eigentümer.

Die Germeringer Wohnbaugesellschaft wird an der Kirchenstraße ein Wohn- und Geschäftshaus errichten. Die benachbarte alte Apotheke ist bereits Schutt und Staub. Damit ist der Grundstückstausch zwischen Eigentümer und Gemeinde endgültig geplatzt.

Der Tausch der Grundstücke war gescheitert

Trotzdem sorgt das Vorhaben weiter für Furore. Denn der CSU-Bürgermeisterkandidat Anton Kammerl, der immer für den Erhalt der Hexe war, stimmte plötzlich gegen den Tausch (wir berichteten). Da das Votum mit einem Patt ausging, war er sozusagen das Zünglein an der Waage. Kammerl gab als Grund eine Aussage des Kämmerers Gregor Kamp an. Danach dürfe eine Kommune ein Grundstück nicht über oder unter Wert tauschen. Dies würde die Rechtsaufsicht nicht zulassen. Wie eine Anfrage des Sozialdemokraten Peter Falk beim Kämmerer offenlegt, ist Kammerls Begründung aber eine Fehlinterpretation.

Kamp teilte Falk auf Anfrage mit, er habe den konkreten Antrag nicht beurteilt, er habe ihn gar nicht gekannt. In einer E-Mail an CSU-Fraktionsvorsitzende Brigitte Böttger hatte er lediglich klargestellt: „Ein Tausch von zwei ungleichen Werten ist nicht per se unzulässig.“ Zum Beispiel sei es legitim, wenn so eine gemeindliche Aufgabe erfüllt werden könne. Im Fall des Hexe-Areals könne er dies aber gar nicht einschätzen: weil er die Begründung für den Tausch nicht kenne.

Geldangebote waren keine im Spiel

Falsch ist laut Falk auch eine weitere Aussage Kammerls: Dieser hatte gegenüber dem Tagblatt erklärt, die Wohnbaugesellschaft hätte zusätzlich zu den gemeindlichen Grundstücken in der Bahnhofstraße 700 000 Euro bekommen sollen.

Von Susanne Schwind

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