So sah der Entwurf der Behnisch Architekten für das Äußere des Gröbenzeller Rathauses aus. Jetzt stellte der Architekt seine Ideen für das Innenleben vor. 

Architekt stellt seine Ideen vor

Neues Rathaus mit alten Bekannten

Vom neuen Gröbenzeller Rathaus ist noch nicht viel zu sehen. Noch ist vielmehr Baustelle angesagt. Der Architekt hat dem Gemeinderat aber bereits die ersten Ideen vorgestellt. Innen sollen die Farben Weiß, Grau, Gelb und ein helles Blau vorherrschen. Einige alte Bekannte werden auch zurückkehren.

Gröbenzell – Das Rathaus soll spätestens im Winter 2020/21 fertiggestellt sein. Das teilte Architekt Stephan Leissle den Gemeinderäten mit. Kosten: 18,9 Millionen Euro. Im Sommer 2017 belief sich die Kalkulation noch auf 16 Millionen Euro. Der Rohbau soll bis Ende des Jahres stehen, das Dach bis dahin montiert sein, was aber vom Wetter abhängig ist. Bereits im Herbst soll mit den Arbeiten an der Fassade begonnen werden.

Der Architekt erläuterte auch, wie das Rathaus innen aussehen wird. Helle Farben sollen verwendet werden, Weiß, Grau, Gelb und ein helles Blau. Die große Treppe, die die Stockwerke erschließen wird, wird eine gestrichene Stahlkonstruktion sein. Eine Ausführung, die nicht bei jedem Gemeinderat auf Begeisterung stieß.

Alt bekannte Kunstwerke sollen wieder zurück ins neue Rathaus kommen

„Ich finde weder blecherne Treppenhäuser schön, noch gelbe Wände“, beklagte sich Cordula Braun (UWG). Für Entsetzen sorgte eine Idee aus den Reihen der CSU: Anton Kammerl schlug vor, die Bürger bei der Farbgebung mitreden zu lassen und eine Bürgerversammlung einzuberufen. Selbst innerhalb der eigenen Fraktion war man davon überhaupt nicht überzeugt. „Ich fürchte, das endet im Chaos“, sagte Anita Rieger zu ihrem Parteifreund.

Auch einzelne Kunstwerke, die in das neue Rathaus einziehen sollen, stehen bereits fest. Vor dem Gebäude wird der Seerosenbrunnen von Eva Moskopf-Horst eine neue Heimat finden, allerdings in Absprache mit dem Sohn der verstorbenen Künstlerin, Titus Horst, in einer leicht veränderten Form. Der Brunnen stand auch schon vor dem alten Rathaus.

Die Glasfenster von Veronika Dell‘Olio aus dem alten Sitzungssaal werden auch im neuen Saal wieder zur Geltung kommen. Das kleine Holzrelief wird an der Außenseite angebracht werden. Die Kugellampen aus dem Sitzungssaal des alten Rathauses werden künftig im Treppenhaus des neuen einen Platz finden, allerdings ohne zu leuchten.

Kosten für neue Gemälde liegen im sechsstelligen Bereich

Offen ist, welche neuen Kunstwerke für das neue Rathaus angeschafft werden sollen und was diese kosten dürfen. Die Mitteilung Leissles, dass dafür oftmals zwischen einem halben und zwei Prozent der Bausumme ausgegeben werden, ließ so manchen Gemeinderat schwer schlucken. Das wären rund 100 000 bis 400 000 Euro.

Unterschiedlich waren die Vorstellungen darüber, ob den Künstlern eine Thematik vorgegeben werden soll. Peter Falk (SPD) sprach sich dafür aus, Klaus Coy (FDP) widersprach, und betonte: „Die Kunst ist frei.“ Entschieden wurde nichts. „Ich fühle mich überfordert“, gestand CSU-Gemeinderätin Rieger ein. Sie schlug vor, zuvor die Fraktionen beraten zu lassen. Axel von Walter (SPD) kritisierte dies zwar als „Aufschieberitis“. Doch die Mehrheit des Gremiums sprach sich schließlich für Riegers Vorschlag aus.

von Susanne Schwind

Visino-Werk soll nicht im Bauhof „verschimmeln“

Nahezu einig war sich der Gemeinderat, das 3,50 Meter hohe und 5,30 Meter breite Holzrelief von Arno Visino nicht im neuen Rathaus zu platzieren – auch wenn sein Wert immer wieder betont wurde. Lediglich Anton Kammerl (CSU) sprach sich dafür aus. (Hier können Sie die Vorgeschichte dazu lesen)

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) warnte davor, einfach irgendetwas zu machen, nur um etwas zu machen. Kammerl sagte: „Wir haben es alle miteinander verbockt.“ Als das neue Rathaus ausgeschrieben wurde, hatte das niemand auf dem Schirm, wie auch Schäfer eingestand. Axel von Walter (SPD) wies dies für sich hingegen zurück: „Ich sehe es nicht im Rathaus.“ Die Verwaltung wurde beauftragt, einen Vorschlag für den weiteren Umgang mit dem Werk zu erarbeiten. Zunächst aber sei es wichtig, wie Klaus Coy (FDP) betonte, das Werk im Bauhof nicht weiter verschimmeln zu lassen. 

Visino hatte das Relief Mitte der 1960er-Jahre als Auftragsarbeit für das damalige Sparkassengebäude geschaffen. Als die Sparkasse dann einen Neubau erstellte, war darin für das große Werk kein Platz mehr. Auf Anregung des damaligen geschäftsleitenden Beamten im Rathaus, Rudi Ulrich (heute Vorsitzender der Gröbenhüter) schenkte die Sparkasse das Werk Ende der Neunzigerjahre der Gemeinde. Seitdem lagert es im Bauhof.

Die 

Polizeistation in Gröbenzell

 wird ebenfalls umgebaut und saniert, damit bald örtliche Vereine einziehen können.

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