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Feierten die Gröbenzeller SPD (v.l.): Bürgermeister-Kandidat Gregor von Uckermann, Landrats-Kandidat Christoph Maier und SPD-Landes-Chefin Natascha Kohnen.

Gröbenzell

Bayerns SPD-Chefin will den Menschen die Angst nehmen

 90 Jahre SPD in Gröbenzell: Dieses Jubiläum haben die Sozialdemokraten vom Gröbenbach im Rahmen ihres Neujahrsempfangs mit einem Fest gefeiert. 

Gröbenzell –Nicht nur Kommunalpolitiker der SPD und anderer Parteien waren in den Saal des Bürgerhauses gekommen. Auch der Bundestagsabgeordnete der SPD, Michael Schrodi, hatte es sich nicht nehmen lassen nach Gröbenzell zu kommen. Die Festrede hielt die Vorsitzende der Bayern-SPD, Natascha Kohnen.

Die Sozialdemokratin versuchte die Frage zu beantworten, warum sich die Menschen den Populisten zuwenden. „Wir leben in einer Gesellschaft der Angst“, sagte Kohnen. Viele Menschen, vor allem in den Großstädten, könnten sich ein Dach über dem Kopf nicht mehr leisten. Auch Pflege müsse man sich leisten können und für Kindertagesstätten müssten Eltern Gebühren von bis zu 700 Euro im Monat bezahlen. Jüngere hätten Angst, dass ihre Rente ihnen im Alter kein würdiges Leben ermöglichen wird. Und die Gesundheitspolitik sei in den 1980-er Jahren auf Gewinnbringung umgestellt worden, was die Landesvorsitzende der SPD als „absurd“ kritisierte. Sie forderte, der Sozialstaat müsse wieder stark werden. „Dann beginnt das Vertrauen der Menschen wieder zu wachsen. Denn Angst ist der Nährboden der Rechtspopulisten“, fügte sie hinzu.

Die Anfangsjahre der Gröbenzeller SPD

Schrodi, der in Gröbenzell aufgewachsen und politisch aktiv geworden war – er saß von 2003 bis 2012 im Gemeinderat – erinnerte an die Anfangsjahre der Gröbenzeller SPD. Aus dem November 1929 stammt demnach das erste Zeugnis einer Gröbenzeller SPD. Damals war im Nachrichtenblatt für Olching und Umgebung eine Anzeige erschienen, in der der Vorsitzende der Gröbenzeller SPD, Hugo Link, zu einer Versammlung anlässlich der bevorstehenden Gemeinderatswahl in Olching einlud. Teile Gröbenzells gehörten damals zu Olching.

Im Olchinger Gemeinderat saß mit Alois Böhmer aber bereits seit 1919 ein Gröbenzeller für die SPD. Auch der erste Bürgermeister Gröbenzells, 1952 war die Siedlung am Gröbenbach zu einer eigenständigen Gemeinde geworden, war ein Sozialdemokrat: Bernhard Rößner. Schrodi erinnerte auch an die Vorgänge von 1933, als ein SA-Trupp Gröbenzeller Sozialdemokraten verhaftete und einer von Ihnen, Josef Schäflein, dabei so schwer misshandelt wurde, dass er die Sehkraft auf seinem linken Auge verlor.

An die Vorgänge in Thüringen wurde dann ebenfalls von mehreren Rednern des Vormittages erinnert. Der Bürgermeisterkandidat der SPD in Gröbenzell, Gregor von Uckermann, betonte ausdrücklich: „Wir werden den Feinden der Demokratie und des Friedens keinen Schritt weichen.“

Auch der Kandidat der SPD für das Amt des Landrats, Christoph Maier, forderte dazu auf, mit den Bürgern zu reden, ihnen zuzuhören und ihre Ängste und Sorgen ernst zu nehmen.  sus

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