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Barbara Euler mit ihrem ersten Buch: Der Krimi „Raphaels Rückkehr“ spielt in Brügge.

Gröbenzell

Begegnung in Brügge mündet in Krimi

Schreiben ist der Beruf der Gröbenzellerin Barbara Euler. Als freie Journalistin für Gastronomie-Fachzeitschriften verdient die 56-Jährige ihr Geld. Kürzlich aber hat die Germanistin ihr erstes Buch veröffentlicht, einen Krimi. Schauplatz ist die belgische Hansestadt Brügge.

Gröbenzell„Brügge ist für mich die schönste Stadt der Welt“, schwärmt Barbara Euler. Zwar lebt die Mutter zweier Kinder seit 26 Jahren mit ihrem Ehemann in Gröbenzell. Doch es zieht sie und ihre Familie immer wieder in das belgische Brügge – hier stammt ihr Ehemann her, hier leben zahlreiche Verwandte ihres Gatten.

In Brügge hatte sie vor fünf Jahren dann eine ganz besondere Begegnung. Beim Einkaufen in einem Supermarkt sah sie einen im Rollstuhl sitzenden Mann. Zwar sprach Barbara Euler mit dem Mann kein Wort. Trotzdem beeindruckte sie die Begegnung zutiefst. Der Mann hatte eine enorme Ausstrahlung, eine Aura von Stärke und Stolz, erinnert sie sich.

Die Begegnung hat sie nicht losgelassen. Sie musste sie durch Schreiben verarbeiten. Und daraus wurde ihr erstes Buch. „Raphaels Rückkehr“ ist der Titel. Der Held, Raphael Rozenblad, sitzt wie der Mann aus dem Supermarkt ebenfalls im Rollstuhl. Nach einem schweren Dienstunfall kämpft er sich zurück ins Leben. Er kehrt zurück in das Polizeihauptquartier in Brügge, als ruppiger Rollstuhlfahrer vollgepumpt mit Morphin, Koffein, Nikotin und Adrenalin. Für seinen Chef ist er der Quotenkrüppel, seinen Kollegen ist er einfach nur lästig und soll mit einem Routinefall ruhiggestellt werden.

Ermittlung ohne Rücksicht

Doch es kommt ganz anders. Gleich sein erster Fall entpuppt sich als äußerst brisant. Und „Raphael ist nicht gerade zimperlich und ermittelt ohne Rücksicht auf sich und andere“, berichtet Euler. Klar, dass er sich Feinde macht“, fügt die Autorin hinzu.

Das Buch gab Euler zum einen Gelegenheit, die Stadt Brügge vorzustellen. „Und ich wollte mit dem Buch auch die Vorurteile gegenüber Behinderten thematisieren“, sagt sie.

Ende April ist der Krimi erschienen, im Selbstverlag. Ein Jahr lang hatte Barbara Euler nach einem Verlag gesucht, doch ohne Erfolg, das Werk passte nicht in das Programm der kontaktierten Verlage.

Warum aus dem Buch ein Krimi wurde, kann Barbara Euler nicht erklären: „Das weiß ich selber nicht.“ Denn sie liest nur selten Krimis. Und im Fernsehen schaut sie auch kaum welche an.

Äußerst dankbar ist sie der Brügger Polizei, die ihr mit Rat und Tat zur Seite stand und alle ihre Fragen geduldig beantwortet hat. Sogar eine Privatführung durch das Polizeihauptquartier wurde ihr geboten.

Den Mann im Rollstuhl hätte Barbara Euler gerne noch einmal in Brügge gesehen. Immer wieder, mehrere Jahre lang, hielt sie bei ihren zahlreichen Besuchen der Stadt Ausschau nach ihm. Vergeblich.

Doch dann, vor einem Jahr, traf sie ihn tatsächlich wieder. Sie war auf dem Fahrrad, er im Rollstuhl entlang eines Kanals unterwegs. Und jetzt traute sie sich, ihn anzusprechen und ihm davon zu berichten, dass sie ihn zum Helden ihres ersten Buches gemacht hat. Ein Exemplar ihres Krimis ließ sie ihm dann auch zukommen. Sie sandte es an den Supermarkt ihres ersten Zusammentreffens, von dort wurde der Krimi an den Mann weitergegeben. Und da dieser sich daraufhin bei ihr meldete, erfuhr sie seinen Namen: Serge Van Belle. Er ist ein erfolgreicher Para-Athlet.

Raphaels Rückkehr wird wohl nicht das letzte Buch Barbara Eulers bleiben, sie arbeitet bereits an einer Fortsetzung. Und vielleicht folgt auch eines Tages ein Krimi, der in Gröbenzell spielt. (sus)

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