Die Müllzange und der Plastikbeutel sind immer mit dabei: Hans Strehlau gehört zu den Menschen, die den großen und den kleinen Böhmerweiher freiwillig das ganze Jahr über sauberhalten.
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Die Müllzange und der Plastikbeutel sind immer mit dabei: Hans Strehlau gehört zu den Menschen, die den großen und den kleinen Böhmerweiher freiwillig das ganze Jahr über sauberhalten.

Am Böhmerweiher

Beim Spazierengehen sammelt er Müll ein

An diesem Wochenende ist es wieder soweit: Der Böhmerweiher wird von fleißigen Helfern von Müll und anderen Hinterlassenschaften befreit. Einer, der das das ganze Jahr über bei seinen Spaziergängen tut, ist Hans Strehlau. Ohne seine Müllzange bricht er gar nicht auf.

Gröbenzell – Für manchen Bürger ist der Aufruf der Gemeinde zum Aufräumen am Böhmerweiher überflüssig – zum Beispiel für Hans Strehlau. Der 65-Jährige, früher im Flugzeugbau tätig, heute in Rente, wohnt nicht weit weg vom Böhmerweiher. Bereits seit Jahren sammelt er dort Müll ein. Nicht regelmäßig. „Aber immer, wenn ich am Böhmerweiher spazieren gehe, nehme ich meine Müllzange mit.“ Diese hat er sich extra angeschafft. Eine Plastiktüte steckt er außerdem ein. Dann kann es losgehen.

Alles, was der Rentner auf dem Weg zum See findet und was dort nicht hingehört, wandert in den Beutel. Das kann ein Papiertaschentuch sein, eine leere Flasche oder eine Tüte mit Hundekot. Denn Strehlau hat die Erfahrung gemacht, dass manche Hundebesitzer zwar brav die Hinterlassenschaften ihrer Vierbeiner in Tütchen packen, diese aber nicht in den dazugehörigen Behälter werfen – sie lassen sie einfach am Weg zum Böhmerweiher liegen.

Auch Tücher, mit denen Frauchen und Herrchen die Pfoten ihrer Lieblinge nach ihrem Spaziergang gesäubert haben, bevor diese ins saubere Auto hüpfen, findet er öfters und entsorgt sie. Bei seinen Spaziergängen machte der 65-Jährige noch mehr Beobachtungen, die er gar nicht fassen konnte. So begegnete er eines Tages einer Frau, die ihren Hausmüll in dem großen Müllcontainer am See entsorgte. Und einem Mann, der nach dem Schnäuzen seiner Nase sein Papiertaschentuch einfach fallen ließ. Als Strehlau ihn darauf ansprach, hob er es auf und entschuldigte sich. Der Rentner entdeckt ebenso regelmäßig weggeworfene Gegenstände, die zu groß für seinen Müllsack sind.

Da gab es etwa eine kaputte Bank aus Plastik, die zuvor über längere Zeit am kleineren der beiden Seen gestanden hatte. Immer wieder einmal liegen alte Matratzen herum. Jemand hatte sogar einmal eine ganze Küchenzeile in der Natur entsorgt. Entdeckt Strehlau so etwas, ruft er im Gröbenzeller Rathaus an. Nach wenigen Tagen rücke dann der Bauhof an und entsorge den Abfall.

Der 65-Jährige ist aber nicht der einzige regelmäßige Müllsammler an dem See. Begeistert erzählt er vom „Fischer-Lothar“, der sich ebenfalls um die Sauberkeit kümmere, der sogar Müllsäcke aufstelle, damit die Spaziergänger Möglichkeiten haben, ihren Müll loszuwerden, ohne die Natur damit zu belasten. „Das finde ich ganz toll vom dem.“

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Von Susanne Schwind

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