Hausbau
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Hausbau (Symbolbild)

Aus dem Gemeinderat

Gröbenzell beschließt zukünftig sozialer zu bauen

Die sozial gerechte Nutzung von Grund und Boden hat der Gemeinderat jetzt für Gröbenzell auf den Weg gebracht.

Gröbenzell – Neues Bauland mit mehr als 500 Quadratmetern Geschossfläche wird danach nur dann geschaffen, wenn zuvor in einem städtebaulichen Vertrag die Verteilung der Kosten geregelt ist. Dies betrifft Kosten für Planung, Gutachten, Erschließung, Grünordnung und Ausgleichsmaßnahmen, aber auch für Folgekosten wie Kindertagesstätten. Zudem muss der Grundeigentümer sich verpflichten 30 Prozent der Geschossfläche für sozialen Wohnungsbau einzuplanen.

Festgelegt wurde aber auch, dass 30 Prozent des Wertzuwachses durch die Baulandausweisung beim Begünstigten also dem Grundeigentümer oder dem Investor verbleiben. Denn die Ausweisung von Bauland hat in der Regel zum einen eine erhebliche Wertsteigerung des Bodens, zum anderen aber hohe Folgekosten, wie die Erschließung, zur Folge.

Durchmischung statt Ghettobildung

Die sozial gerechte Bodennutzung kurz SoBoN, aber vermeidet Ghettobildung und sichert die Durchmischung unterschiedlicher Schichten. Die Sozialdemokraten hatten beantragt dieses Instrument in Gröbenzell einzuführen. Denn erschwinglicher Wohnraum sei rar im Ballungsgebiet rund um München. So mancher Bürger könne es sich mittlerweile nicht mehr leisten in Gröbenzell zu wohnen. Es drohe eine unausgewogene Verschiebung der Bevölkerungsstruktur, begründete der Fraktionsvorsitzende der SPD im Gemeinderat, Peter Falk, seinen Antrag. Falk war im Gemeinderat sichtlich erfreut über den Beschluss, „der Antragsteller ist zufrieden“, betonte er. Denn dies habe Transparenz und Vergleichbarkeit zur Folge.

Auch Martin Runge (Grüne) begrüßte den Beschluss. Kritisch sah er aber den Satz „die Anwendung der SoBoN-Regelung greift nicht für die Nachverdichtung in kleinteiligen Wohngebieten. Denn wie er betonte, gibt es in Gröbenzell innerhalb von Wohngebieten noch immer nicht bebaute Grundstücke von mehreren tausend Quadratmetern. Der Satz wurde dann von der Mehrheit des Gremiums gestrichen.

Gröbenzell gehört zu den dichtest besiedelten Kommunen

Der Wunsch der CSU-Fraktionsvorsitzenden, Brigitte Böttger, den Wertzuwachs beim Grundstückeigentümer nicht auf 30 Prozent, sondern auf mindestens 30 Prozent festzusetzen, fand aber keine Mehrheit. Für Marianne Kaunzinger (UWG) stand fest, „30 Prozent ist ein gewaltiger Gewinn“.

Auch wenn es nach dem Gemeinderat Runge noch genug Fläche zur Bebauung gebe, ist dennoch unbestritten, dass die sieben Quadratkilometer große Gemeinde bereits jetzt als eine der am dichtest besiedelten Kommunen Deutschlands gilt. Zudem gibt es bereits seit Jahren einen Grundsatzbeschluss des Gemeinderates kein neues Bauland auszuweisen.

sus

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