Die Radler können ganz entspannt sein: Gröbenzell wurde nach einer Prüfung durch den AGFK als fahrradfreundlich ausgezeichnet.
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Die Radler können ganz entspannt sein: Gröbenzell wurde nach einer Prüfung durch den AGFK als fahrradfreundlich ausgezeichnet.

Prüfung bestanden

Fahrradfreundliche Kommune: Gröbenzell besteht Radl-Test

Gröbenzell hat nun, was die Kreisstadt Fürstenfeldbruck nicht bekommen hat: Die Gemeinde wird als fahrradfreundliche Kommune ausgezeichnet. Kürzlich fand die dafür notwendige Prüfung statt. Die Mühen in den vergangenen viereinhalb Jahren haben sich ausgezahlt. Trotzdem gibt es noch Hausaufgaben.

Gröbenzell – Freude und Erleichterung waren groß, als Sarah Guttenberger, Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft fahrradfreundliche Kommunen in Bayern (AGFK), im Saal des Bürgerhauses verkündete: „Wir werden die Auszeichnung Gröbenzells als fahrradfreundliche Gemeinde empfehlen.“ Eine Auszeichnung, die nicht jeder Kommune, die sich darum bewirbt, auch gewährt wird. Die Kreisstadt Fürstenfeldbruck etwa ging leer aus.

Bürgermeister erleichtert

Gröbenzells Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) war sichtlich erleichtert: „Ich freue mich sehr, dass wir es geschafft haben.“ Vor viereinhalb Jahren war Gröbenzell in die Arbeitsgemeinschaft aufgenommen worden. Nun stand die sogenannte Hauptbereisung an – also im Prinzip ein Test, ob die notwendigen Kriterien erfüllt worden.

Bei einer ausführlichen mündlichen Dokumentation erfuhren Guttenberger, Martin Singer vom bayerischen Staatsministerium für Wohnen, Bauen und Verkehr und Robert Burschik vom ADFC, was die Gemeinde geleistet hat. So wurden ein Radverkehrskonzept aufgestellt und eine Mitarbeiterin im Rathaus eigens für den Bereich abgestellt.

Fünf Fahrradstraßen

Bei einer zehn Kilometer langen Radtour konnten sich dann alle von weiteren Maßnahmen überzeugen. Fünf Straßen wurden zu Fahrradstraßen, hier wurde die gesamte Fahrbahn zum Radweg. Es wurden zusätzliche Radlständer aufgestellt und alte ausgetauscht. Nördlich und südlich des Bahnhofs warten Luftpumpen und zwei Fahrrad-Service-Stationen auf Radler mit kleineren Pannen. Außerdem stehen Gratis-Radl zum Verleih bereit. In Gepäckboxen kann man kostenlos Fahrradhelme oder Regenhose für 48 Stunden einschließen.

Es wurden mehrere Möglichkeiten geschaffen, Lastenräder oder Räder mit Anhängern abzustellen. Dafür wurden an dieser Stelle Autoparkplätze reduziert. Die Gemeinde beteiligt sich zudem regelmäßig am Stadtradeln.

Die Räumung von Eis und Schnee auf Radwegen wurde in das Winterdienstkonzept aufgenommen. Ein Mängelmelder bietet die Möglichkeit, über Internet der Gemeinde Schwachpunkte für Radler zu zeigen.

Die Hausaufgaben

Abgeschlossen ist die Arbeit damit allerdings nicht. Guttenberger von der AGFK gab der Gemeinde noch Hausaufgaben mit auf den Weg. Die Radwegbeschilderung sei nicht überall optimal, die Fahrradabstellsatzung müsse aktualisiert werden. Diese stammt aus dem Jahr 1994. Vor allem aber müsse bis zum Ende des Jahres eine ausgewertete Haushaltsbefragung zur Mobilität in Gröbenzell vorliegen.

Das wiederum hielt Bauamtsleiter Markus Groß für kein Problem. 2,5 Prozent der Bevölkerung, also 500 Bürger, müssen Antworten abgeben. Bislang liegen bereits 453 ausgefüllte Formulare vor. Eine zweite Befragungsrunde habe man wegen der Corona-Pandemie auf Herbst verschoben, diese sei bereits angelaufen. Mit den Ergebnissen soll der Gemeinderat festlegen, wie sich der Radverkehr in Gröbenzell noch entwickeln soll.

Auf dem Titel „Fahrradfreundliche Kommune“ kann sich der Ort am Gröbenbach aber nicht ausruhen. Nach sieben Jahren wird nämlich erneut geprüft, was umgesetzt wurde. (sus)

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