Das Winterwunderland an der Gröbenbachstraße wird von der Familie Rötsch gepflegt. Hier sogar mit Schnee – und Marion Rötsch mit ihrer Oma.
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Über 100 Bäume werden jedes Jahr aufgestellt: Das Winterwunderland an der Gröbenbachstraße wird von der Familie Rötsch gepflegt. Hier sogar mit Schnee – und Marion Rötsch mit ihrer Oma.

Weihnachtsstimmung in Gröbenzell

Der Weihnachtswald ist Familiensache

Bei einem Weihnachtsspaziergang durch Gröbenzell fällt auf: ein sonst leer stehendes Grundstück ist plötzlich voller Bäume. Es ist der Winterwald von Familie Rötsch.

Gröbenzell – Wer trotz Schneemangels beim Spaziergang in Weihnachtsstimmung kommen will, der hat in Gröbenzell eine Anlaufstelle. Auf einem sonst leer stehenden Grundstück hat sich über die Jahre eine ganze Wichtellandschaft eingenistet. Dafür hilft die Familie Rötsch jedes Jahr kräftig zusammen.

Ein nahe der Zillerhofstraße gelegenes Grundstück an der Gröbenbachstraße hat sich in den vergangenen Jahren in den Adventswochen zur Pilgerstätte entwickelt. Eine leuchtende und klingende Weihnachtslandschaft empfängt Groß und Klein auf dem hunderte Quadratmeter großen Areal.

Ein Nikolaus, der von zwei Elchen auf einem Schlitten gezogen wird, zahlreiche Wichtel, die leuchtende Laternen tragen, Schafe, Rehe und manch andere Figur, zudem zahlreiche geschmückte große und kleine Tannenbäume. Aufgestellt werden die Figuren und Bäume von Petra Rötsch und ihrer Familie.

Der Weihnachtswald ist Familiensache - Vor über 20 Jahren hat alles begonnen

Vor über 20 Jahren hat alles angefangen, erinnert sich Rötsch, die Idee hatte damals ihre Mutter. Noch im Garten der Familie Rötsch saß damals ein Nikolaus an einem Tisch. Doch mit den Jahren kamen nicht nur immer mehr Figuren, sondern auch eine größere Hütte dazu und der Platz im Garten wurde zu klein. Daher beschloss die Familie ihr Grundstück auf der anderen Straßenseite für die Weihnachtslandschaft zu nutzen. Rund neun Monate im Jahr ist dieses Grundstück leer, kein Baum und kein Strauch steht auf dem Areal. Doch in der Weihnachtszeit wird es darauf lebendig.

Pünktlich zum ersten Advent wird das Areal geschmückt. Knapp drei Tage lang sind Petra Rötsch und ihre Familie damit beschäftigt, die Wichtel, die Tiere und die Hütte aufzubauen.

Der Weihnachtswald ist Familiensache - Bäume werden jedes Jahr aus dem Wald geholt

Doch bevor sie damit beginnen, geht es ab in den Wald. Denn die großen und kleinen Tannenbäume wachsen nicht auf dem Grundstück, sie stehen dort ausschließlich in den Wochen vor und wenige Wochen nach Weihnachten. Die Bäume werden jedes Jahr mit Erlaubnis der Eigentümer aus dem Wald geholt, über 100 an der Zahl, wie Rötsch berichtet. Für jeden von ihnen muss dann auf dem Grundstück an der Gröbenbachstraße ein Loch gebohrt werden, in das die Bäume hineingesteckt werden.

Am ersten Advent ist alles fertig, um 16.30 Uhr gehen die Lichter an und es erklingt weihnachtliche Musik. Um 22 Uhr aber ist Schluss, dann kommen keine Spaziergänger mehr, weiß Petra Rötsch – auch nicht in normalen Zeiten ohne Ausgangssperre.

Vor allem Familien nutzen ihre Spaziergänge, um sich hier zu erfreuen, aber auch Erwachsene. Kindergartengruppen hat Petra Rötsch in den vergangenen Jahren ebenso immer wieder beobachtet. Es kommen aber nicht nur Gröbenzeller, die leuchtende und klingende Weihnachtswelt ist weit über die Landkreisgrenzen hinaus bekannt.

„Es ist schön vielen Menschen ein Lächeln ins Gesicht zu zaubern,“ freut sich Petra Rötsch. Einer aber fiebert der Adventszeit Jahr für Jahr besonders entgegen: Petra Rötschs Enkel Stephan. Zwar ist er mittlerweile bereits zwölf Jahre alt und seine Großeltern und seine Urgroßmutter meinten eigentlich vor fünf Jahren, er hat kein Interesse mehr an den Aufbauten. Doch da hatten sie sich getäuscht. Stephans großer Wunsch war es, dass das Winterwunderland weiter besteht.

Anschauen kann man sich das noch bis zum 2. Februar, Maria Lichtmess, dem früheren kirchlichen Ende der Weihnachtszeit. Alle Figuren und die Hütte werden eingemottet, die Bäume entsorgt. Nach Aschermittwoch zieht auf dem Grundstück dann jedoch wieder Leben ein: mit vielen Osterhasen unter blühenden Sträuchern. Dann wird nämlich der Frühling begrüßt. Susanne Schwind

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