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Ein Bauwagen in München.

Gröbenzell

Drei Bauwägen als neuer Jugendtreffpunkt

Ein beliebter Treffpunkt von Gröbenzeller Jugendlichen ist derzeit der Rewe in der Kirchenstraße. Oder der Bahnhof. Dort lungern die Teenager unter freiem Himmel herum, was vielen ein Dorn im Auge ist. Die 20 000-Einwohner-Gemeinde arbeitet nun an einer Alternative: drei Bauwägen im Ortskern.

Gröbenzell – Diese Idee brachte CSU-Gemeinderat und Bürgermeisterkandidat Anton Kammerl ins Spiel. Der Jugendreferent will für die 3500 jungen Gröbenzeller unbürokratisch und schnell einen Treffpunkt schaffen. Deshalb beantragte er, drei Bauwägen – angeordnet in U-Form – auf einem möglichst zentrumsnahen Grundstück aufzustellen. Eine Möglichkeit, den Jugendlichen ein richtiges Gebäude anzubieten, sieht der 59-Jährige derzeit nicht.

Gemischte Reaktionen im Gemeinderat Gröbenzell

Sein Vorschlag rief in der jüngsten Sitzung des Gemeinderates gemischte Reaktionen hervor. Einerseits hießen die Mitglieder die Anregung einhellig gut. Andererseits erntete Kammerl heftige Kritik: Ihm wurde vor Augen gehalten, dass selbst eine solche Wagenburg, wie Kammerl sie nannte, nicht ganz so einfach geschaffen werden könne.

Ursula Retz (Grüne) bezeichnete Kammerls Antrag als Wahlkampfgeschenk. Und Peter Falk (SPD) betrachtete den Antrag als billige Reparation, weil Kammerl den Jugendlichen die Hexe genommen habe. Falk erinnerte damit an die Vorwürfe, Kammerl habe seine Meinung zum Rettungsversuch des Kult-Lokals zugunsten seiner Kandidatur als Bürgermeister plötzlich geändert (wir berichteten.) Der gescheiterte Grundstückstausch führte dazu, dass die Hexe abgerissen wird. Voraussichtlich noch diese Woche fallen die alten, geschichtsträchtigen Mauern endgültig.

Der alte Eisenbahnwaggon

Falk erinnerte auch daran, dass den jungen Gröbenzellern vor Jahren schon einmal ein ausgedienter Eisenbahnwaggon als Treffpunkt zur Verfügung stand. Dieses Angebot wurde aber nicht angenommen. „Die Folge war eine deprimierende Verwahrlosung“, berichtete Falk.

Auch Martin Runge (Grüne) hatte sein Gedächtnis bemüht und erzählte, dass eine solche Anregung vor Jahren schon einmal von seiner verstorbenen Parteifreundin Sabine Gramer-Muck eingebracht worden war. Er bestätigt Kammerl einerseits und erklärte: „Solche Orte sind gefragt.“ Runge fügte jedoch auch hinzu: „Der Teufel steckt im Detail“. Denn wie durch eine Nachfrage von Monika Baumann (Grüne) offenbart wurde, hatte Kammerl nicht bedacht, wo die Jugendlichen auf die Toilette gehen sollen.

Eine Wagenburg für Gröbenzell?

Ein Punkt, den auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) aufgriff: „Solche Wägen ohne Toiletten hinzustellen, wäre sehr mutig.“ Schäfer dachte auch an die Nachbarn einer solchen Wagenburg und betonte: Ein solcher Treffpunkt könne nur im Einklang mit den Anwohnern geschaffen werden. Zudem stellte der Rathauschef klar, dass für die Aufstellung der Bauwägen ebenso eine baurechtliche Genehmigung notwendig wäre.

Kammerl aber verteidigte sich. Details habe er noch gar nicht planen wollen, dies solle ein Jugendbeirat machen. Dieser existiert allerdings noch gar nicht. Es gibt aber einen Beschluss, ein solches Gremium zu schaffen. Der Gemeinderat beschloss schließlich, dass man sich im kommenden Jahr noch einmal mit dem Thema Wagenburg beschäftigen will. (sus)

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