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Die Ritterwerke in der Industriestraße. Seit 1982 ist die Firma in Gröbenzell ansässig.

Ritterwerke

Der Allesschneider - Ein Kassenschlager aus Gröbenzell

In Zeiten von Wegwerf-und Einmalprodukten setzen die Ritterwerke aus Gröbenzell ganz auf Nachhaltigkeit und nur wenige Artikel. Ein Kassenschlager der Firma ist der elektrische Allesschneider – und das seit Jahrzehnten.

Gröbenzell – Sie schneidet und schneidet. 1932 haben die Ritterwerke eine Brotschneidemaschine auf dem Markt gebracht, angetrieben durch eine Handkurbel. 1968 wurde daraus der elektrische Allesschneider – und dieser ist äußerst langlebig. Denn als sich die Ritterwerke 2013 auf die Suche nach dem ältesten Allesschneider machten, war das älteste eingesandte Gerät über 40 Jahre alt – und noch immer voll funktionstüchtig.

Vor über 100 Jahren, 1905, hat Franz Ritter die Ritterwerke gegründet. Mit einer Messerputzmaschine hat alles begonnen, zu einer Zeit, als es noch keinen rostfreien Stahl gab. Produziert wurde in einer Fabrik in Pasing. Doch als rostfreier Stahl auf den Markt kam, wurden die Maschinen überflüssig, die Brotschneidemaschine wurde entwickelt.

Qualitätskontrolle: Bevor die Maschinen die Firma verlassen, werden sie geprüft.

Die Produktpalette des Unternehmens ist nach wie vor klein, lange Jahre wurde ausschließlich der Allesschneider hergestellt. In den 1950er-Jahren kamen eine Erdbeerzange zum Entfernen des Grüns an der Frucht, eine Zitronenpresse und ein Sparschäler hinzu. Den Sparschäler gibt es bis heute. „In Japan ist er Kult“, berichtet der Geschäftsführer der Firma, Michael Schüller. 1982 zogen die Ritterwerke dann nach Gröbenzell um.

Ab 2010 wurde die Palette erweitert, um einen Toaster, eine Kaffeemaschine und einen Wasserkocher. Denn Anfang des Jahrtausends verloren die Ritterwerke Marktanteile, und es stellte sich die Frage, wie es weitergehen soll? Die Antwort lautete: „In einem Geschäft, in dem alle das Gleiche anbieten, muss man einzigartig sein, sich von anderen Produkten unterscheiden“, erklärt Schüller.

Und einzigartig sind die Ritterwerke mit ihren 75 Mitarbeitern. Nicht nur, dass die Produkte ausschließlich in Gröbenzell produziert werden, sie werden auch nachhaltig gefertigt. Selbst nach über 20 Jahren können sie in der Regel noch repariert werden. Das Lager für die Ersatzteile ist groß. So mancher Kunde macht bei seiner Fahrt in den Urlaub einen Abstecher nach Gröbenzell und gibt seinen defekten Toaster oder Wasserkocher ab. Nach einer Tasse Kaffee kann er das reparierte Gerät wieder mitnehmen.

Zudem sind die Produkte umweltfreundlich, Wasserkocher, Toaster und Kaffeemaschinen wurden alle mit dem blauen Engel ausgezeichnet. Und sie haben ein ganz besonderes, funktionales Design, sie sind in der zeitlosen puristischen Bauhaus-Optik gehalten.

7500 Quadratmeter Fläche stehen der Firma in der Industriestraße zur Verfügung. Damit ist Schüller eigentlich zufrieden. Die Produktion könnte sogar unter dem Dach des Gebäudes noch erweitert werden. Was er sich lediglich wünscht, ist mehr Lagerfläche.

Von Susanne Schwind

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