Modell mit Flachdächern: 13 Grundstücke sind vom Bebauungsplan betroffen.

Gröbenzell

Endgültiges Ja zum neuen Bahnhofsareal

Es ist eines der Projekte, die den Gemeinderat über eine sehr lange Zeit beschäftigt hat: Der Bebauungsplan für die westliche Bahnhofstraße in Gröbenzell. Er sorgte auch für Zündstoff im Wahlkampf. Nun wurde er final abgesegnet – gegen drei Stimmen der CSU.

Gröbenzell – Jahrzehntelang wurde diskutiert und geplant, jetzt ist ein neuer Bebauungsplan für die westliche Bahnhofstraße zwischen dem Bahnhof und der Angerstraße vom Gemeinderat endgültig beschlossen worden. Gegen drei Stimmen aus der CSU hat der Gemeinderat der Satzung zugestimmt.

Wohn- und Geschäftsräume sollen auf dem Areal entstehen. Der Plan lässt ein Gebäude mit bis zu fünf Stockwerken, ansonsten überwiegend mit bis zu drei Geschossen zu. Allerdings müssen insgesamt 118 Bäume, die in der Baumschutzverordnung geschützt sind, gefällt werden. Es sind aber Neupflanzungen vorgesehen.

Bis auf die wenigen Gegenstimmen aus der CSU war die Erleichterung im Gemeinderat groß. So freute sich der Fraktionsvorsitzende der SPD, Peter Falk, über „eine runde Geschichte in der Bahnhofstraße, die eine unheimliche Zukunftschance für Gröbenzell bietet“. Martin Runge (Grüne) lobte, dass der Bebauungsplan den Erhalt von sehr viel Grün sichert – aber gleichzeitig die Schaffung von Wohn- und Geschäftsräumen ermöglicht.

Darum ist die CSU dagegen

Der Bürgermeisterkandidat der CSU, Anton Kammerl, der den Plan ablehnte, nutzte noch einmal die Gelegenheit, die Vorgabe, dass auf den neuen Gebäuden Flachdächer entstehen müssen, zu kritisieren. Ein Neubau auf dem Grundstück des Grünen Baums ist davon aber ausgenommen. Zwar betonte Kammerl: „Ich habe nichts gegen Flachdächer.“ Er wehre sich lediglich gegen den Zwang. „Ich will nicht eine so massive Monotonie bekommen.“ Und er stellte klar, dass eine Begrünung – wie vorgesehen – auch auf einem bis zu 25 Grad geneigten Dach möglich sei.

Mehrere Gemeinderäte und Bürgermeisters Martin Schäfer (UWG) hatten schon in den vergangenen Wochen darauf hingewiesen, dass mit der Kür des Siegers des Architektenwettbewerbs klar gewesen sei, dass die künftigen Dächer in dem Gebiet Flachdächer haben werden. Aber auch das akzeptierte Kammerl nicht. Er war überzeugt, dass im Siegerentwurf des Architekten Hans-Peter Hebensperger-Hüther diese Dachform nicht vorgesehen gewesen sei.

Schäfer hatte bereits bei der Diskussion der Bürgermeisterkandidaten angeboten: „Schauen wir uns doch das Siegermodell an.“ Bei der Gemeinderatssitzung ließ er es dann herbeischaffen. Das Ergebnis: eindeutig Flachdächer.

Der Bürgermeister erläuterte zudem, dass in der westlichen Bahnhofstraße insgesamt 13 Grundstücke relevant für den Bebauungsplan sind. Acht Eigentümer aber hätten klar gemacht, sie würden nicht neu bauen wollen. Die Gebäude darauf, von denen keines ein Flachdach hat, bleiben also zunächst wie sie sind.

Wie der Bauamtsleiter Markus Groß erläuterte, ist jedoch klar: Wird eines der bestehenden Gebäude abgerissen und auf dem Grundstück neu gebaut, muss der Neubau ein Flachdach erhalten. Falk und Runge machten zudem deutlich, dass der Zwang zum Flachdach für die Gebäude in der westlichen Bahnhofstraße bis zu Angerstraße gelte. Ausgenommen sei das Areal des Grünen Baums. Auf alle anderen Bebauungspläne der Gemeinde treffe das aber nicht zu. (sus)

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