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Erwin Sailer war ein Charmeur.

Er wurde 87 Jahre

Er hat die deutsche Immobilienwirtschaft geprägt

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Der Gröbenzeller Bundesverdienstkreuzträger Erwin Sailer starb mit 87 Jahren

Gröbenzell – Für die deutsche Immobilienwirtschaft war Erwin Sailer jahrzehntelang eine prägende Figur. Unter anderem war er Geschäftsführer des Rings Deutscher Makler (RDM), der heute Immobilienverband (IVD) Region Süd heißt. Er leitete das IVD-Marktforschungsinstitut, übte in der Berufsausbildung für Makler und Immobilienwirte zahlreiche Ehrenämter aus und war Autor einer langen Liste von Fachbüchern und -aufsätzen. Kürzlich ist Sailer in seinem Wohnort Gröbenzell gestorben.

Die Verbindung zur Immobilienbranche bekam der 1931 in Augsburg geborene Sailer von zu Hause mit. Sein Vater hatte ein Maklerbüro, in dem der Sohn schon während seines Studiums an der Ludwig-Maximilians-Universität München mitarbeitete. Nach einer Orientierungsphase, dem Studium Generale, hatte sich Sailer für Volkswirtschaft entschieden. Danach stieg er voll ins Maklergeschäft ein und begann sich schon bald im RDM zu engagieren.

Für sein Wirken erhielt er sogar das Bundesverdienstkreuz

Er war maßgeblich am Aufbau eines Immobilieninformationszentrums und eines Berufsbildungssystems beteiligt, arbeitete als Dozent und Prüfer, entwickelte Konzepte für Fortbildungsmaßnahmen und betrieb Marktforschung. Vor 50 Jahren erschien unter seiner Mitwirkung der erste Immobilienmarktbericht des RDM Bayern.

Die Aufzählung seiner Leistungen ließe sich noch lange fortsetzen. Sie brachten ihm viele Ehrungen ein – die höchste war 2009 das Bundesverdienstkreuz.

Doch es gab auch den Menschen Erwin Sailer – den Musikliebhaber, der großartig Akkordeon und Klavier spielte. Den leidenschaftlichen Leser, der sich besonders für Geschichte, Religionswissenschaften, Psychologie und Philosophie interessierte. Den feschen Charmeur, der in seiner Jugend gelegentlich mit O.W. Fischer oder Omar Sharif verglichen wurde, je nachdem, ob er gerade Bart trug oder nicht.

Dreifach-Hochzeit war eine kleine Sensation

18 Jahre war er alt, als er in einem katholischen Singkreis die zwei Jahre jüngere Edeltraud kennenlernte. 1954 wurde geheiratet – genau fünf Tage nach dem 21. Geburtstag der Braut. Gemeinsam mit einer Schwester Sailers und einem weiteren Paar feierten die beiden eine Dreifach-Hochzeit.

„Das war eine Sensation damals“, erinnert sich Edeltraud Sailer. Alte Fotos zeigen die drei schönen Bräute in Weiß Seite an Seite in die Augsburger Stadtpfarrkirche St. Ulrich und Afra ziehen. Dieses Jahr konnte Erwin Sailer, gesundheitlich bereits angeschlagen, mit seiner Edeltraud noch die Eiserne Hochzeit feiern. Drei Söhne und zwei Töchter haben die beiden, inzwischen sind fünf Enkel und ein Urenkel hinzugekommen. Auch, als die Kinder längst erwachsen waren und eigene Familien hatten, kam man sonntags zum gemeinsamen Mittagessen im Elternhaus zusammen.

Erwin Sailer war das Familienoberhaupt, aber kein Patriarch, wie seine Tochter Ulrike Koller erzählt. Seine Familie schätzte ihn als verständnisvollen Zuhörer und guten Ratgeber. „Mit einem Problem ist man zum Papa gegangen.“ Erwin Sailer wurde 87 Jahre alt.

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