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Etliche Igel bei Mäharbeiten zerfetzt - Bahn drückt ihr Bedauern aus

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Von den Igeln ist nicht mehr viel übrig. Deshalb weiß man nicht genau, wie viele es waren. 
Von den Igeln ist nicht mehr viel übrig. Deshalb weiß man nicht genau, wie viele es waren.  © Privat

Eine wahre Tier-Tragödie hat sich an einem Bahndamm in Gröbenzell ereignet. Mindestens vier Igel, die wohl schon im Winterschlaf waren, sind bei einer Mähaktion regelrecht zerfetzt worden. Tierschützer sind entsetzt.

Update vom Freitag, 19. November: Die Bahn drückt ihr Bedauern aus, dass bei Mäharbeiten an einem Gröbenzeller Bahndamm mehrere Igel getötet wurden. Laut einem Sprecher sind das Unternehmen oder die von ihm beauftragten Firmen bemüht, Tiere zu schützen. Würden diese entdeckt, würden entsprechende Bereiche beim Rückschnitt ausgespart. In diesem Fall wurden sie aber nicht bemerkt.

Zur Kritik daran, dass die Fläche quasi bodengleich abrasiert wurde, erklärte der Bahnsprecher, dass es keine Alternative gebe. Bei dem Grünstreifen neben den Gleisen sei dies notwendig, um Stolperfallen zu vermeiden. Die Fläche diene als Evakuierungszone und werde zu regelmäßigen Inspektionsgängen genutzt.

Auch das Landratsamt hat sich mittlerweile zu dem Vorfall geäußert. Julia Pohl vom Umweltreferat geht davon aus, dass es ein Unfall war. Alles andere wäre gesetzeswidrig, weil Igel geschützt sind.

Pohl weist zudem auf die Schwierigkeit hin, so etwas zu verhindern. Da müsse jemand vor dem Mähgerät herumlaufen und die Tiere aufscheuchen. Vorrichtungen, wie sie Landwirte nutzen, seien nur für größere Tiere geeignet. Pohl erklärt auch, dass die Gefahr genauso im privaten Bereich lauere – durch Mähroboter. sus

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Das war die Erstmeldung

Gröbenzell – Es muss schon ein paar Tage her sein. Das gemulchte Gras ist bereits braun. Zwischen den abrasierten Grasbüscheln haben Spaziergänger jetzt eine grausige Entdeckung gemacht. Auf dem Boden fanden sie die zerfetzten Überreste mehrerer Igel. Wie viele der Stacheltiere an dem Bahndamm ihr Leben verloren haben ist nicht ganz klar. Die Körper sind zu entstellt.

Gröbenzell: Igel sterben bei Mäharbeiten - Entsetzen beim Bund Naturschutz

Ariane Zuber, Ortsvorsitzende des Bund Naturschutz, ist entsetzt. Ihrer Meinung nach hätte man das Areal vor dem Mähen absuchen müssen. Zudem sei quasi bodengleich gemäht worden. Jetzt gebe es keinerlei Schutzmöglichkeiten mehr für Tiere. Die getöteten Stachler seien „richtig fette Igel“ gewesen. Sie hätten also eine gute Chance gehabt, den Winter zu überstehen. Wie Zuber erklärt, treten Igel in der Regel ihren Winterschlaf an, wenn es mehrere Tage hintereinander unter sechs Grad kalt war. Zumeist ist dies Ende Oktober der Fall.

Wer für das Igel-Massaker verantwortlich ist, ist noch nicht klar. Das Landratsamt hat noch keine Stellungnahme abgegeben. Auch wem das Areal gehört, steht noch nicht fest. Eine Antwort der Bahn auf eine entsprechende Tagblatt-Anfrage steht noch aus.

Auf dieser Fläche passierte die Tragödie.
Auf dieser Fläche passierte die Tragödie. © Privat

Für Ariane Zuber ist der Verlust der getöteten Igel auch deshalb so schmerzlich, weil die Population der Tiere schrumpft. Seit 2017 stehen sie sogar auf der Vorwarnliste der roten Liste, erklärt die Tierschützerin. Die rote Liste führt jene Tierarten auf, die vom Aussterben bedroht sind.

Gröbenzell - Auch Mähroboter gefährden Igel

Igel seien in der heutigen Zeit nicht nur durch Autos bedroht, sondern auch durch die immer beliebter gewordenen Mähroboter, erklärt der Naturschutzbund Deutschland, kurz NABU. Danach nähern sich die Mähroboter den Tieren quasi geräuschlos. Die Igel aber reagieren auf Gefahren nicht durch Flucht, sondern rollen sich zu einer Kugel zusammen und erstarren für einige Minuten.

Ihre Stacheln schützen sie so zwar vor zahlreichen Fressfeinden, aber nicht vor Autos oder den Messern des Mähroboters. Vor allem Jungtiere werden durch die Mähroboter immer wieder verletzt, ziehen sich dann in ein Gebüsch zurück und sterben dort qualvoll. (sus)

Ein ausgewachsenes Wildschwein hat am Mittwochnachmittag in Mittelstetten (Landkreis Fürstenfeldbruck) für große Aufregung gesorgt.

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