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„Fällung wäre ein Frevel“: Fichte verzögert Bau von Kinderhaus

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Jacken und Turnbeutel sind in einer Kindertagesstätte an einer Garderobe zu sehen.
Bis die Kita kommt, dauert es noch etwas. © Beispielfoto: Daniel Naupold/dpa

Die Lage hinsichtlich Kita-Plätzen ist alarmierend: 70 Kinder sind auf der Warteliste. Von dieser Zahl sprach Kindergartenreferentin Anita Rieger (CSU) im Gemeinderat. Es werden dringend zusätzliche Betreuungsplätze benötigt.

Gröbenzell – Diese sollen auch kommen. Allerdings musste nun erst einmal geklärt werden, ob eine ortsbildprägende Fichte erhalten werden soll. Der Gemeinderat entschied sich nun mit knapper Mehrheit (14:13 Stimmen) dafür.

Besagter Baum befindet sich auf dem Grundstück an der Kreuzung von Augsburger- und Zweigstraße. Hier soll ein Kinderhaus mit vier Gruppen entstehen – für fünf Jahre provisorisch in Miet-Containern. Danach sollen diese durch einen festen Bau ersetzt werden. Die Kosten liegen zwischen 1,2 und 1,9 Millionen Euro.

Mehrere Bäume müssen nun auf der Fläche gefällt werden, um die Container aufzustellen. Die ortsbildprägende Fichte soll aber erhalten bleiben, das hatte der Bauausschuss im Oktober beschlossen. Die Pläne wurden überarbeitet. Nun rücken die Container in den westlichen Grundstücksteil.

Einwendungen von Nachbarn?

Die Bedenken im Gemeinderat waren groß. CSU-Kindergartenreferentin Rieger bereitete Sorge, dass der im Bebauungsplan festgelegte Bauraum überschritten werde. „Es kann Einwendungen von Nachbarn geben“, warnte sie. Und somit würde es wieder länger dauern, bis Gröbenzell weitere Kindergartenplätze anbieten kann. Unterstützung erhielt sie vom Fraktionskollegen Michael Schweyer. Er stellte klar: „Wenn nach den fünf Jahren ein fester Bau folgt, wird die Fichte sowieso fallen.“ Peter Falk (SPD) forderte, die Planung konsequent und zügig weiterzuführen. Bauamtsleiter Markus Groß konnte zumindest Riegers Bedenken widerlegen: Im Bebauungsplan seien Ausnahmen vorgesehen. Das dürfte also keine Probleme geben.

Gemeinderat: Es wäre ein Frevel, die Fichte zu fällen

Mitgliedern anderer Fraktionen war der Erhalt des Baumes sehr wichtig. Helmut Berger (UWG), von Beruf Gärtnermeister, sprach sogar von „großem Frevel“, die rund 60 Jahre alte Fichte zu fällen, die noch viele Jahre vor sich hätte. Außerdem mache sich die Gemeinde unglaubwürdig. Denn Anträge von Bürgern auf Fällung von Fichten, die in einem schlechteren Zustand sind, würden immer wieder abgelehnt. „Und die Gemeinde haut die Fichte einfach um.“

Vize-Bürgermeister Martin Runge (Grüne) hob die Vorbildfunktion hervor, erhaltenswerte Bäume auch zu erhalten. Kämmerer Gregor Kamp verwies darauf, dass sich durch den geplanten Rechtsanspruch auf Ganztagsbetreuung 2025 die Karten wieder völlig neu mischen könnten – und der Neubau eventuell nicht mehr benötigt würde.

Auch Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) sprach sich für den Erhalt der Fichte aus. Er stellte klar, die Zeit bis zur Fertigstellung des Baus habe sich bereits jetzt verlängert. Um zwei Monate, wie sein Bauamtschef erläuterte. Es sei aber egal, ob die Variante mit gefällter Fichte oder eben nicht ausgeschrieben werde. Dadurch werde sich die Bauzeit nicht weiter verlängern. Schäfer schätzte: „Im nächsten Jahr werden wir die Plätze haben.“ (sus)

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