Hier - am sogenannten Züblinzwickel - sollen 26 Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen.
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Hier - am sogenannten Züblinzwickel - sollen 26 Wohnungen und eine Kindertagesstätte entstehen.

Bebauungsplanänderung notwendig

Ja zu Kindertagesstätte und 26 Wohnungen

Jetzt ist es beschlossene Sache: Am Ortsrand von Gröbenzell, dem so genannten Züblinzwickel, werden eine Kindertagesstätte und Sozialwohnungen entstehen. Realisiert werden soll das Projekt durch die interkommunale Wohnungsbaugesellschaft.

Gröbenzell – Da es es sich um ein langwieriges Verfahren handelt, werden noch viele Monate, wenn nicht sogar Jahre vergehen, bis die Bagger an der Lena-Christ-Straße anrücken. Immerhin hat das Bauvorhaben nun aber konkretere Formen angenommen. Der Gemeinderat hat mehrheitlich festgelegt, dort ein Projekt aus vier Kinderbetreuungsgruppen und sozial geförderten Wohnungen weiterzuentwickeln. Sprich: Es sollen ein zweigruppiger Kindergarten und eine zweigruppige Krippe sowie bis zu 26 Wohnungen samt Tiefgarage entstehen.

Es könnte eines der ersten Projekte der interkommunalen Wohnungsbaugesellschaft werden, die voraussichtlich im Januar kommenden Jahres ihren Betrieb aufnehmen wird. Sie wird den Planungswettbewerb und die Realisierung übernehmen. Um auf dem Züblinzwickel das bauen zu können, was geplant ist, ist eine Bebauungsplanänderung notwendig. Dies dauert laut Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) in der Regel zwei Jahre.

Die Bebauung soll aber nicht zu massiv werden

Auf teilweise heftigen Widerspruch stieß der Plan, auf dem Areal auch eine Kinderbetreuungseinrichtung zu bauen. Martin Runge (Grüne) kritisierte, dass am Ortsrand ein so hohes Baurecht zulässig werden soll. Im jetzigen gültigen Bebauungsplan ist auf dem Grundstück eine Geschossflächenzahl (GFZ) von 0,3 zugelassen. Bei einer viergruppigen Kindereinrichtung mit 26 Wohnungen läge die GFZ aber bei bis zu 0,9. Runge führte seinen Gemeinderatskollegen vor Augen, dass sich das Bauland durch Einbeziehung umliegender Flächen gegenüber dem jetzigen Bebauungsplan vergrößere. Somit läge die GFZ – würde man sie lediglich auf die ursprünglichen Fläche beziehen – sogar noch höher.

Auch die Freien Wähler lehnen eine „so massive Bebauung am Ortsrand“ ab. Eigentlich werde diese im Zentrum höher und falle zum Ortsrand hin ab, betonte Fraktionsvorsitzender Gerhard Beck. Er ist überzeugt, dass auch in der Bahnhofstraße Sozialwohnungen und eine Kindereinrichtung entstehen könnten sowie auf dem gemeindlichen Grundstück an der Zweigstraße.

Nur 65 Quadratmeter

Peter Falk (SPD) entgegnete hingegen: „Die Gemeinde sollte ihre Grundstücke auch ausnutzen.“ Er bezeichnete die Kombination aus Kindereinrichtung und Wohnungen als „pfiffig“. Zumal es kaum mehr Wohnungen geben würde, wenn man ohne Kindertagesstätte planen würde.

Die Kindergarten- und Schulreferentin Anita Rieger (CSU) war dagegen froh, dass mit dem Bau von Wohnungen und einer viergruppigen Kindereinrichtung auf dem Züblinzwickel zwei Fliegen mit einer Klappe geschlagen würden. Ihre Parteifreundin Brigitte Böttger kritisierte, dass die Anzahl der Wohneinheiten geschönt dargestellt werde, denn die Wohnungen wären alle lediglich bis zu 65 Quadratmeter groß. Sie wünscht sich aber auch Wohnungen für Familien auf dem Züblinzwickel. Zudem fürchte sie Probleme auf der Lena-Christ-Straße, wenn 100 Eltern ihre Kinder anliefern.

„Die Anfahrt mit dem Auto ist vorprogrammiert“, beklagte auch Monika Baumann (Grüne). Doch Inga-Verena Wiebers (SPD) hielt dagegen, in der Nähe des Areals seien zwei Bushaltestellen und auch in der Nachbarschaft lebten Eltern mit Kindern. Rathauschef Martin Schäfer ist überzeugt davon, dass immer mehr Gröbenzeller mittlerweile das Fahrrad anstelle des Autos nutzen – wie er selbst.

Kita-Plätze werden dringend benötigt

Die Gemeinde braucht zusätzliche Kindergarten- und Krippenplätze. Kurzfristig werden eine viergruppige Einrichtung für Krippen- und Kindergartenkinder und eine weitere viergruppige Einrichtung als Ersatz für den Gemeindekindergarten Wichtelhaus benötigt. Das Wichtelhaus ist seit 20 Jahren provisorisch im Freizeitheim untergebracht. Doch die Flächen für Ersatz- oder Neubauten sind rar. 

Zumal sowohl Gebäude als auch Garten zur Verfügung stehen müssten, wie Kindergartenreferentin Anita Rieger (CSU) im Gemeinderat betonte. Neben dem Züblinzwickel könnte auf dem gemeindlichen Grundstück an der Zweigstraße eine viergruppige und in der Bahnhofstraße eine zweigruppige Einrichtung unterkommen, berichtete Bürgermeister Schäfer. 

Dafür aber Gemeinbedarfsflächen zu nutzen, wie Martin Runge (Grüne) es vorgeschlagen hatte, konnte Marianne Kaunzinger (UWG) sich nicht vorstellen. Eine solche Fläche existiert am Spechtweg. Sie ist überzeugt, dies würde noch länger dauern als auf dem Züblinzwickel, denn für das Areal existiere nicht einmal kein Bebauungsplan.

Von Susanne Schwind

Auch in Fürstenfeldbruck sollen am

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entstehen.

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