+
Wie lange wird es hier noch so aussehen? Das ehemalige Kult-Musiklokal Hexe in Gröbenzell.

Gelingt das Tauschgeschäft?

Hexe-Areal: Das ist der aktuelle Stand

Wie geht es weiter mit der Hexe in Gröbenzell? Der Gemeinderat hat jetzt wieder über das Thema diskutiert - hinter verschlossenen Türen.

Gröbenzell – Seit Monaten verhandeln Vertreter der Gemeinde mit einer Germeringer Wohnbaugesellschaft über einen Tausch der Grundstücke Alte Apotheke und Hexe in der Kirchenstraße gegen gemeindliche Grundstücke in der Bahnhofstraße. Die Bürger warten gespannt auf ein Ergebnis – immerhin steht auch ein Abriss geschichtsträchtiger Gebäude im Raum. Am Donnerstag sprach der Gemeinderat wieder über das Thema, hinter verschlossenen Türen.

Was dabei im Detail besprochen und möglicherweise auch beschlossen wurde, dazu will sich Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) nicht äußern. Er verrät lediglich: „Wir sind noch in Verhandlungen“. Doch auch im öffentlichen Teil der Sitzung meldeten sich einige Gemeinderäte zum Thema Hexe zu Wort.

Bürgermeister betont: „Es wird nicht um jeden Preis getauscht“

Anita Rieger (CSU) lag es nämlich am Herzen, zu betonen, dass ein Grundstückstausch nicht den Erhalt der Hexe bedeute. Dieser Eindruck sei in der Öffentlichkeit entstanden. Doch Martin Runge (Grüne) stellte klar, dass er immer gesagt habe, es werde nicht um jeden Preis getauscht und auch die Hexe werde nicht um jeden Preis erhalten.

Für Peter Falk (SPD) steht aber fest: Sollte nicht getauscht werden, sei dies die Garantie für die Vernichtung der Hexe. Er warnte: „Bei einem Nein kommt nächste Woche die Abrissbirne.“ Ursprünglich war der Abriss einmal für Mai angepeilt. Die Kultkneipe Hexe ist bereits seit über zwei Monaten Geschichte.

Was auf den Grundstücken entstehen soll, wenn tatsächlich getauscht wird, ist derzeit völlig offen. Was aber kein Einzelfall ist, wie Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) auf Anfrage eines Bürgers erklärte. Auch Grundstücke in der Bahnhofstraße habe die Gemeinde gekauft, ohne zu wissen, was dort eines Tages gebaut werden soll. Ein Tausch ermögliche es aber, das Heft des Handelns in der Hand zu haben, fügte Runge hinzu.

Bürger sollen in die Entscheidung miteinbezogen werden

Marianne Kaunzinger (UWG) war es wichtig, dass die breite Masse der Bürger in die Entscheidung über die künftige Nutzung der Grundstücke mit einbezogen werden. Sie könnte sich eine Bürgerwerkstatt vorstellen. Auch ein Bürgerentscheid wäre denkbar, fügte Runge hinzu.

Brigitte Böttger (CSU) brachte ihr Bedauern über einen möglichen Tausch zum Ausdruck. Denn sie ist überzeugt, würde nicht getauscht, könnten auf den gemeindlichen Grundstücken in der Bahnhofstraße Wohnungen entstehen.

Vize-Bürgermeister und Verhandlungsführer Runge führte Böttger jedoch vor Augen, dass es mehr Baurecht für die Grundstücke in der Kirchenstraße gebe. Und Axel von Walter (SPD) erläuterte, auch der Erwerber der Grundstücke, die Germeringer Wohnbaugesellschaft, wolle in der Bahnhofstraße Wohnungen bauen. Dies aber ohne soziale Bindung, erwiderte ihm Böttger.  

Susanne Schwind

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare