Strahlt bei der Arbeit : Quirin Wendlinger liebt seinen Beruf und die Arbeit im Gemüsebeet.

Gröbenzell

Im Beet mit Deutschlands bestem Nachwuchs-Gärtner

Der Gröbenzeller Quirin Wendlinger konnte fast nicht anders, als Gärtner zu werden. Diese berufliche Familientradition geht bis auf die Ururgroßeltern zurück. Die Erfahrung zahlt sich aus: Wendlinger erhielt kürzlich eine besondere Auszeichnung.

Gröbenzell– Das Gärtnern ist ihm quasi in die Wiege gelegt. Der 21-jährige Quirin Wendlinger stammt aus einer Gärtnerfamilie, nicht nur die Eltern, auch die Großeltern, die Urgroßeltern und die Ururgroßeltern hatten bereits das Gärtnern zu ihrem Beruf gemacht. Quirin Wendlinger hat nun einen großen Erfolg errungen: Gemeinsam mit der Münchnerin Lea Schink und dem Dasinger Michael Schlegl hat er bundesweit den ersten Platz der Nachwuchsgärtner errungen.

2017 war das Trio schon einmal zu dem Wettbewerb angetreten, damals waren die drei noch im letzten Lehrjahr. Auf Ortsebene waren sie bereits erfolgreich. Doch auf Landesebene errangen sie lediglich den zweiten Platz und konnten gar nicht an der bundesweiten Siegerausscheidung teilnehmen.

6000 Gärtner beim Wettbewerb

Nun also ein neuer Versuch. 6000 Gärtner waren zu dem Wettbewerb angetreten. „Große Hoffnungen auf einen Sieg machten wir uns nicht“, erinnerte sich Wendlinger. Eigentlich war es eher der olympische Gedanke, der sie mitmachen ließ: Dabei sein ist alles. Doch dann gewannen sie einen Entscheid nach dem anderen. Im September machten sie sich gemeinsam mit den 57 Siegern aus den anderen Landeswettbewerben auf den Weg zur Bundesgartenschau in Heilbronn. Hier fand drei Tage lang die Endausscheidung statt.

Zahlreiche Aufgaben waren zu bewältigen: Ein Pflegeplan für einen Friedhof musste erstellt sowie ein Grab gestaltet und bepflanzt werden. Es galt Fragen zu beantworten wie: Welche Pflanzen sind dafür geeignet? Wo sollen sie auf dem Grab stehen? Werkzeug musste bestimmt werden, ebenso Gemüse. Hier war aber nicht nur der deutsche, sondern auch der botanische Name gefragt. Auch der Geschmackssinn war gefordert: Mit verbundenen Augen mussten die Wettbewerbsteilnehmer Säfte probieren und den Inhalt bestimmen. Mitentscheidend war bei allen Aufgaben nicht nur das Wissen der jungen Gärtner, sondern auch die Arbeit im Team.

Das Trio aus Bayern konnte sich auch immer wieder ergänzen. Das stellte es zum Beispiel bei der Aufgabe unter Beweis, ein Gesteck für einen festlich gedeckten Tisch zusammenzustellen. Das war ein Heimspiel für Lisa Schick, die als Floristin arbeitet.

Quirin Wendlinger stammt zwar aus einer Gärtnerei in Gröbenzell. Doch, dass er den Beruf des Gärtners ergreift, haben ihm und seinen beiden Brüdern die Eltern nicht eingeredet, wie er ausdrücklich betont. „Es war uns freigestellt, welchen Beruf wir ergreifen“, berichtet er. Trotzdem entschieden sie alle drei für den Alltag auf Wiese und Beet.

Diverse Praktika

Quirin Wendlinger hatte zum Ende seiner Schulzeit auf der Suche nach dem richtigen Beruf diverse Praktika durchlaufen. Anschließend stand für ihn fest: „Acht Stunden auf einem Stuhl sitzen, das ist nichts für mich“. Er entschied sich dafür, Gärtner zu werden. Seine Lehre hat der 21-Jährige aber nicht im elterlichen Betrieb, sondern in der Sparte Zierpflanzenproduktion in einer Karlsfelder Firma durchlaufen. Anschließend wollte er weder in der heimischen Gärtnerei noch im Bereich Zierpflanzen arbeiten. Er wollte andere Bereiche kennenlernen.

Also ging Nachwuchs-Gärtner Wendlinger für ein Jahr nach Südtirol, bevor er seine jetzige Tätigkeit in Utting in einer Gemüsegärtnerei aufnahm. Wie es für ihn beruflich weitergeht, ist derzeit noch offen, momentan spielt er mit dem Gedanken, seinen Meister zu machen. Und vielleicht eines Tages auch in der elterlichen Gärtnerei mitzuarbeiten. (sus)

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