Ortsentwicklung

Gröbenzell könnte um 5300 Bürger wachsen

Wie viele Bürger werden in den kommenden Jahren in Gröbenzell leben? Dazu gibt es nun Prognosen.

Gröbenzell Wie viele Senioren, wie viele pflegebedürftige Menschen, wie viele Kinder werden in der Gemeinde Betreuung benötigen? Unter anderem zu dieser Fragen hat der Gemeinderat vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum München und vom Institut für Sozialplanung, Jugend- und Altenhilfe, Gesundheitsforschung und Statistik (SAGS) Prognosen für die kommenden 15 Jahre erstellen lassen. Ein Baustein für ein Leitbild, das der Gemeinderat für die Gemeinde aufstellen will.

Für die Prognosen waren unter anderem Bebauungspläne ausgewertet und anhand von Ortsbegehungen ermittelt worden, wie groß die Baulücken sind und wo noch nachverdichtet werden kann. Andre Krimbacher vom Planungsverband Äußerer Wirtschaftsraum konnte den Gemeinderäten jetzt mitteilen, dass Gröbenzell um 5300 Einwohner wachsen könnte. Voraussetzung dafür wäre, dass das gesamte Baurecht in den Bebauungsplänen ausgeschöpft werden würde, sprich sämtliche Baulücken und Nachverdichtungsmöglichkeiten müssten genutzt werden.

Rund 25 Prozent der Gröbenzeller sind derzeit älter als 65 Jahre

Im November vergangenen Jahres waren im Einwohnermeldeamt 20 359 Bürger gemeldet. Allerdings geht Krimbacher davon aus, dass dieses Potenzial nur zum Teil, nämlich zu 41 Prozent, bis zum Jahr 2032 ausgeschöpft wird. Trotzdem prognostizieren er und Christian Rindsfüßer von SAGS, dass Gröbenzell im Jahr 2032 knapp 26 000 Einwohner zählt.

Teils durch Baulückenschließung und Nachverdichtung, wie Martin Runge (Grüne) wusste, stehen in Gröbenzell zudem zahlreiche Häuser leer, Runge geht von einer dreistelligen Zahl aus. Zudem wird in der Gemeinde ein Generationswechsel stattfinden. Denn der Anteil der älteren Generation ist hoch, er liegt höher als im Landkreis Fürstenfeldbruck oder in der Stadt München. Rund 25 Prozent der Gröbenzeller sind älter als 65 Jahre, rund die Hälfte davon sind älter als 75 Jahre. Gröbenzell ist nämlich in den 1960er-, 70er- und 80er-Jahren enorm gewachsen, 1961 zählte die Gemeinde knapp 7000 Einwohner, 1970 waren es bereits 11 386 und 1987 17 504. Bürger, die wenn sie in Gröbenzell geblieben sind, heute zu den Senioren zählen.

Ansteigen wird daher in den kommenden Jahren der Bedarf an Pflege. Vor dem 80. Geburtstag gehen die Senioren selten in Pflegeeinrichtungen, doch dann steigt der Bedarf rapide an, berichtete Rindsfüßer. 46 Prozent der über 90-Jährigen leben in stationären Pflegeeinrichtungen. Die Zahl der Bürger, die Pflegegeld erhalten, wird ebenfalls massiv steigen. Derzeit sind dies rund 600, für 2021 prognostiziert Rindsfüßer bereits 733 und für 2026 832.

Durch Sterbefälle wird Gröbenzell eines Tages wieder verjüngt werden

Doch durch Sterbefälle wird Gröbenzell dann eines Tages wieder verjüngt werden. Zudem hat die Zahl geborener Kinder in der jüngsten Vergangenheit zugenommen. Und diese Kinder wollen betreut werden. Zudem hat der Anteil der Eltern unter Dreijähriger, die eine Betreuung wünschen, in den vergangenen Jahren stark zugenommen. Waren es 2009 noch 33, so werden im laufenden Jahr 99 unter Dreijährige in der Gemeinde betreut.

Insgesamt wurden im Juli diesen Jahres in Gröbenzell 712 Kinder, die noch nicht die Schule besuchen, betreut. Das Institut SAGS geht aber davon aus, dass rund 810 Plätze zur Verfügung stehen müssten. Denn Einrichtungen müssten auch im Laufe eines Jahres Kinder aufnehmen können. Rund 40 Prozent der Plätze müssten im Herbst eines Jahres noch frei sein, um Neuzugänge aufzunehmen. Zahlen, die Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) den Schluss ziehen ließen, dass zusätzliche Kindereinrichtungen notwendig sind.

von Susanne Schwind

Rubriklistenbild: © Peter Weber

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