Ein Plakat nach dem anderen an der Hauptverkehrsachse in Gröbenzell. Erlaubt ist das eigentlich nicht.
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Ein Plakat nach dem anderen an der Hauptverkehrsachse in Gröbenzell. Erlaubt ist das eigentlich nicht.

Gröbenzell

Kulturschaffende dürfen hier aus Kulanz wild plakatieren

Die Kultur ist zurück aus der coronabedingten Zwangspause, auch in Gröbenzell. Deutlich sichtbar ist dies an den zahlreichen Plakaten am Straßenrand, die für Veranstaltungen in diesem Sommer werben – zum Teil mit Wochen Vorlauf. Allerdings: Erlaubt ist dieses wilde Plakatieren eigentlich nicht, wie eine Nachfrage im Rathaus zeigt.

Gröbenzell – Bis vor wenigen Jahren regelte eine Verordnung, wie lange vor und nach einer Veranstaltung Plakate aufgehängt werden dürfen. Diese Verordnung war 1997 erlassen worden und galt 20 Jahre lang. Mittlerweile ist sie nicht mehr in Kraft, aber: Auf öffentlichen Flächen darf man nicht einfach ohne Erlaubnis des Rathauses plakatieren.

Eine Genehmigung, die so manchem derzeit hängendem Plakat fehlt. „Eigentlich müsste dies geahndet werden“, räumt Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) ein. Doch er erklärt auch: Derzeit werde damit großzügig umgegangen. Der Grund: „Die Kultur hat es momentan schwer, wir wollen sie nicht wieder zum Erliegen bringen.“

Die Zeit ohne feste Regeln fürs Plakatieren soll in der Gemeinde Gröbenzell allerdings nicht zum Dauerzustand werden. Noch in diesem Jahr wird die Rathausverwaltung einen Vorschlag für eine Nachfolgesatzung im Gemeinderat einbringen, kündigt Schäfer an.

In wenigen Wochen wird dann wohl eine weitere Plakatflut auf die Gemeinde zurollen: Im September ist Bundestagswahl. Und vor Wahlen wurde von den Parteien in den vergangenen Jahren mit und ohne Plakatierungsverordnung quasi jeder Baum und jeder Straßenlaternenmast genutzt, um auf sich aufmerksam zu machen. sus

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