Das Stockwerk Gröbenzell
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Nach über einem halben Jahr Pause gehen im Kulturzentrum Stockwerk die Bühnenlichter wieder an.

Kabarett mit Beinfreiheit und Frischluft

Kulturzentrum Stockwerk beendet die Corona-Zwangspause

  • Ulrike Osman
    vonUlrike Osman
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Nach über einem halben Jahr Pause gehen im Kulturzentrum Stockwerk die Bühnenlichter wieder an. 

Gröbenzell – Auf dem Programm für den Herbst tauchen große Namen auf: Claudia Koreck, Marianne Sägebrecht, Gerd Anthoff - und sogar ein ehemaliger Geheimagent wird aus der Schule plaudern. „Das gibt spannende Einblicke“, verspricht Veranstalter Thomas Breitenfellner. Ex-Agent Leo Martin – bekannt durch seine Radio-Podcasts „Die Sprache des Verbrechens“ – lüftet Geheimnisse der Kommunikation und erklärt, wie man beim Gesprächspartner Vertrauen aufbaut und Unwahrheiten durchschaut.

Ein ungewöhnlicher Abend, aber Breitenfellner weiß aus Erfahrung, dass er funktionieren wird. Als ein ehemaliger Münchner Kriminalkommissar im Stockwerk über die Mordfälle Walter Sedlmayr und Rudolph Moshammer plauderte, war das Haus ausverkauft.

Auch für den Auftritt von Claudia Koreck gibt es nur noch wenige Tickets. Bereits ausverkauft ist das Auftaktkonzert von Martin Schmitt am kommenden Freitag, weshalb für Samstag ein Zusatzkonzert ins Programm aufgenommen wurde. Ein weiteres Highlight verspricht sich der Veranstalter von der Kultband Cubaboarisch Tradicional – auch hier neigen die Tickets sich bereits dem Ende zu.

Thomas Breitenfellner„Beinfreiheit wie in der Luxusklasse“

Das Stockwerk ist in diesen Zeiten mehr als doppelt so schnell ausverkauft wie sonst. Aufgrund der Pandemie-Beschränkungen finden statt 340 nur noch 150 Gäste Platz. So sind ausreichende Abstände zwischen den Zuschauern gewährleistet oder, wie Breitenfellner es ausdrückt, „Beinfreiheit wie in der Luxusklasse“. Zum Hygienekonzept gehören Maskenpflicht bis zum Platz, eine permanente Frischluftzufuhr und ein Laufwegekonzept, das Begegnungen zwischen Gästen weitgehend reduziert. „Ich halte den Besuch im Supermarkt für gefährlicher als einen Abend im Stockwerk“, so der Veranstalter.

Klar ist auch, dass nicht getanzt werden darf, auch wenn’s schwerfällt, was zum Beispiel beim Auftritt der Italo-Pop-Band I Dolci Signori der Fall sein könnte. Bei den Kabarettisten Stefan Kröll, Frank Lüdecke, Michael Altinger und Han’s Klaffl wird es viel zu lachen geben. Bei Marianne Sägebrecht wird’s eher ernst – sie kommt mit ihrem Programm „Sterbelieder fürs Leben“ in der Woche zwischen Volkstrauertag und Totensonntag ins Stockwerk, zum ersten Mal übrigens. Kurz vor Weihnachten beschließt Gerd Anthoff das Jahr mit „Geschichten zur Winterzeit“.

Der Konzertbetrieb rechnet sich noch nicht

Rechnen wird sich der Konzertbetrieb mit den niedrigen Zuschauerzahlen nicht. Aber Breitenfellner wollte möglichst wenige Termine verschieben. „Wir müssen wieder Fahrt aufnehmen. Es gibt die Kultur und wir machen weiter.“ Er denkt dabei auch an die Künstler, die auf die Gagen angewiesen sind.

Auf Ende nächsten Jahres verschoben wurde lediglich ein Konzert von Spider-Murphy-Frontmann Günther Sigl. Sorgen, dass bei einem nicht mal halb gefüllten Saal keine rechte Stimmung aufkommt, macht Thomas Breitenfellner sich nicht. Er hat bereits bei einer Serie von Open-Air-Konzerten im Sommer festgestellt, dass es auch mit vergleichsweise wenigen Zuschauern funktioniert. „Die Erfahrung zeigt: Die Leute, die kommen, sind supergut drauf.“

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