In Gröbenzell wären Straßensanierungen nötig.
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In Gröbenzell wären Straßensanierungen nötig.

Gröbenzell

Lockere Pflastersteine sind ein Problem

Der Gröbenzeller Gemeinderat hat sich ausgiebig mit dem miserablen Zustand einiger Straßen beschäftigt. Ein Punkt war Pflasterung beziehungsweise deren wackelnde Steine. Am Ende war die Diskussion so lang, dass keine Entscheidung mehr fallen konnte.

Gröbenzell – Mehr als zwei Stunden lang ging die Debatte im Gemeinderat. Mehrere Straßen im schlechten Zustand standen dabei im Fokus.

Eines der Probleme: Eine Straßenfläche von insgesamt 90 000 Quadratmetern ist in in den 1980er- und 90er-Jahren gepflastert worden. Als deren Zustand 2018 und 2019 untersucht wurde, stellte man fest, dass sich an zahlreichen Stellen Steine gelockert hatten und beim Befahren klapperten.

Ein Bewohner der Walchenseestraße hatte deshalb sogar die Umbenennung seiner Straße in Rumpel-di-Pumpel-Straße beantragt (wie berichtet). Dieser Antrag war allerdings zurückgezogen worden, da inzwischen der Bauhof aktiv geworden ist.

Laut Rathausverwaltung sind nämlich nicht die Steine das Problem, sondern deren Bettung und Tragschicht. Beides hat sich im Laufe der Jahre verdichtet, eine Wasserdurchlässigkeit ist nicht mehr gegeben. Die Folge ist, dass sich die Steine verschieben. Der Vorschlag: Offene Fugen durch den Bauhof immer wieder mit Sand füllen zu lassen, was rund fünf Euro je Quadratmeter kostet. Die Straßen neu auszubauen oder die Pflasterdecken zu erneuern wäre wesentlich teurer, nämlich 160 Euro beziehungsweise 80 Euro je Quadratmeter.

Aus der CSU kam ein anderer Vorschlag. „Ist es nicht sinnvoller, die Straßen zu teeren?“, fragte Thomas Eichler. Sein Fraktionskollege Anton Kammerl fügte hinzu, seine Wohnstraße – der Weiherweg – sei geteert worden und dies funktioniere sehr gut. Diese Erfahrung hat auch Brigitte Böttger, ebenfalls CSU, gemacht. Ihre Wohnstraße werde seitdem von Radlern und Rollerskatern gerne genutzt. Aussagen, die den Grünen Ingo Priebsch zu dieser Wortmeldung veranlassten: „Die CSU hat eine große Affinität zu schwarzem Teer.“

Walter Voit (Grüne) erinnerte zudem daran, dass Anwohner der Wettersteinstraße vor Jahren dafür gekämpft hatten, dass ihre Straße wieder gepflastert wird, was aber nicht geschah. Voit machte klar, dass auf Pflasterflächen Wasser versickern könne. Auch Karin Spangenberg (UWG) machte sich für Pflaster stark, da dieses ästhetischer sei.

Eine Entscheidung fiel aber nicht. Denn als es soweit war, war es bereits wenige Sekunden nach 23 Uhr. Der Sozialdemokrat Peter Falk wies daraufhin, dass Entscheidungen jedoch bis 23 Uhr hätten fallen müssen.

Es gab noch ein weiteres Thema: Den Gemeinderatsmitgliedern wurde ausführlich vorgestellt, wie die Anger- und Gröbenbachstraße ausgebaut werden könnten und wo entlang der Lena-Christ-Straße zwischen Tannenfleck- und Beislerstraße ein Geh- und Radweg entstehen könnte. Wann diese Planungen realisiert werden, ist derzeit aber völlig offen, alle drei Maßnahmen würden mit rund 2,1 Millionen Euro zu Buche schlagen. Dieses Geld ist aber derzeit nicht vorhanden. Auch hier fiel keine Entscheidung. (sus)

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