1. Startseite
  2. Lokales
  3. Fürstenfeldbruck
  4. Gröbenzell

3,5 Millionen Euro weniger in der Gemeindekasse

Erstellt:

Kommentare

Symbolfoto - Geldscheine - Geld
Die Pandemie trifft Gröbenzell finanziell. © dpa/Monika Skolimowska

Auch Gröbenzell hat die Corona-Pandemie finanziell hart getroffen. Der Finanzausschuss hat dem Gemeinderat einstimmig empfohlen, einen zweiten Nachtragshaushalt zu bewilligen.

Gröbenzell – Wie Kämmerer Gregor Kamp berichtete, war im Jahresverlauf „eine fatale Ertrags- und Finanzlage“ zu beobachten. Die Liquidität der Kommune sei aber stets gesichert gewesen. Zu Beginn sah es noch sehr rosig aus: So waren die Einnahmen aus der Einkommensteuer im ersten Quartal um 7,3 Prozent höher ausgefallen als im Jahr zuvor. Mit Corona ging es dann bergab. Im zweiten Quartal sanken die Einnahmen aus der Einkommensteuer um 14,5 Prozent gegenüber 2019. Laut Schätzung des Kämmerers werden der Gemeinde aus Einkommen-, Grund- und Gewerbesteuer sowie Familienlastenausgleich rund 3,5 Millionen Euro fehlen.

Gröbenzell: Steuersenkung beantragt

Bei den Einnahmen aus der Gewerbesteuer wurde das Minus schnell offenbar. Zahlreichen Betriebe hatten Steuerstundung beantragt, die Gemeinde musste Vorauszahlungen zurückerstatten. Gleichzeitig mussten Löhne, Kreisumlage und die Kinderbetreuung finanziert werden. Zudem sind so manche Kosten gestiegen, wie etwa die für die Unterbringung von Obdachlosen: von 160 000 auf 230 000 Euro. Im Wohnungsbau müsse bald etwas geschehen, mahnte deshalb Peter Falk (SPD).

Doch auch finanzielle Hilfen gab es: Elternbeiträge für Kinderbetreuungseinrichtungen für die Monate April bis Juni wurden vom Freistaat Bayern erstattet und Gewerbesteuerausfälle sollen ausgeglichen werden.

Bereits im April hatte die Gemeinde einen rigorosen Sparkurs beschlossen. Unter anderem wurden das Budget für den Aus- und Umbau der Aussegnungshalle für 2020 reduziert und der Umbau der Bücherei verschoben. Doch laufende Projekte, wie zum Beispiel der Rathausneubau laufen weiter, andere Maßnahmen wurden aufgeschoben. Jetzt wird jeder Cent umgedreht: So wurden die kostenlosen Äpfel im Rathaus für Mitarbeiter und Besucher gestrichen.

Gröbenzell: Sparkurs nicht überall

Allerdings gilt der Sparkurs nicht für alle Bereiche: Die Budgets für die Schulen, die Kinderbetreuung, die Feuerwehr und die Bücherei sollen unangetastet bleiben. Empfohlen wurde dem Gemeinderat vom Finanzausschuss auch, die Zuwendungen für Vereine, Verbände und Organisationen unverändert in Höhe von 330 000 Euro auszuzahlen. Ebenfalls positiv: Im ersten Nachtragshaushalt waren noch 12,9 Millionen Euro Kredit vorgesehen, nun sind es 9,9 Millionen Euro.

CSU-Fraktionsvorsitzender Anton Kammerl war sichtlich enttäuscht, dass viele Projekte verschoben und der Rotstift angesetzt werden musste. Er machte dafür auch „immense Ausgaben in der Vergangenheit“ verantwortlich, ohne diese näher zu benennen. Der frischgebackene Finanzreferent Ingo Priebsch (Grüne) betonte: „Wir müssen uns darum kümmern, was wirklich relevant ist.“ Und für den Kämmerer gab es ein ausdrückliches Lob von ihm. (sus)

Auch interessant

Kommentare