Wirtschaftsprüfer zu Gast im Gemeinderat

Modelle für Wohnbaugesellschaft vorgestellt

Gröbenzell - Preisgünstiger Wohnraum ist überall gesucht. Eine Möglichkeit, ihn zu schaffen, ist, eine kommunale oder gar interkommunale Wohnungsbaugesellschaft zu gründen. Im Gemeinderat wurden Modelle vorgestellt.

Die Nachbarkommunen Gröbenzell, Olching und Puchheim prüfen derzeit, ob und wie sie eine Wohnbaugesellschaft gründen könnten. Den Gröbenzeller Gemeinderäten wurde jetzt vom Wirtschaftsprüfer Hans Meier vom Verband bayerischer Wohnungsunternehmer präsentiert, wie eine solche Gesellschaft aussehen könnte.

Eine Möglichkeit wäre, dass die Gesellschaft lediglich die Wohnungsbestände der beteiligten Kommunen verwaltet, die Kommunen so Personal einsparen und Synergien nutzen. Diesem Modell gibt Meier aber keine große Überlebenschance. Denn langfristig würden die Einnahmen weniger steigen als die Personalkosten.

Ein zweites Szenario sieht vor, dass die Gesellschaft für die Verwaltung des Bestandes und den Neubau von Wohnungen zuständig ist. Eine solche Gesellschaft könnte sich laut Meier tragen, da sie weiter wachse. Er geht dabei von 15 Wohnungen aus, die jedes Jahr errichtet werden, so dass nach zehn Jahren 150 neue Wohnungen bereit stünden.

Eine dritte Möglichkeit wäre, dass die Kommunen ihren gesamten Wohnungsbestand in eine Gesellschaft ausgliedern. Diese wäre dann für die Bewirtschaftung und für Neubaumaßnahmen zuständig.

Thomas Eichler und Brigitte Böttger (beide CSU) äußerten Zweifel an einem interkommunalen Zusammenschluss, wobei Eichler betonte: „Es ist nicht so, dass die CSU den Weg generell ablehnt.“ Böttger sah die Gefahr, „dass die Identität Gröbenzells zwischen den beiden Städten Puchheim und Olching verloren geht“.

Eine Befürchtung, die Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) und sein Stellvertreter Martin Runge (Grüne) zurückwiesen. „Es wird nicht so sein, dass ein Puchheimer bestimmt, wie hoch die Häuser in Gröbenzell gebaut werden“, versprach Schäfer. Geplant werde mittels Bauleitplanung, fügte Runge hinzu.

Eichler hatte zudem Bedenken, Gröbenzell als die dichtest besiedelte Gemeinde der drei Kommunen könne zum benachteiligten Juniorpartner werden. Bedenken, die Schäfer ebenfalls nicht teilte: Gröbenzell könne 103 Wohnungen in die Gesellschaft einbringen; zwar brächte Olching 224 Wohnungen ein, Puchheim dagegen nur wenig mehr als Gröbenzell, nämlich 110. In Gröbenzell stünden zudem zahlreiche gemeindliche Grundstücke zur Bebauung zur Verfügung. Er geht davon aus, dass entlang der Bahnhofstraße und auf dem einstigen Züblingelände an der Lena-Christ-Straße „um die 100 Wohnungen entstehen könnten“. Schäfer: „Wir stehen also gar nicht so schlecht da.“

Auch bei Michael Leonbacher (FW) schien die Begeisterung für eine interkommunale Gesellschaft gering. Er fürchtet einen schwierigen Abstimmungsprozess der Partner und geht davon aus, dass bis zur Gründung einer Gesellschaft bis zu drei Jahre vergehen könnten. „Warum gründen wir nicht eine Wohnungsbaugesellschaft Gröbenzell“, fragte er. Eine Idee, die Böttger gut hieß.

Entschieden wurde noch nichts. Die Fraktionen werden sich in den kommenden Wochen Gedanken machen. Gefragt ist aber auch die Meinung der Stadträte von Puchheim und Olching.

von Susanne Schwind

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