Ein Haus mit 18 Wohnungen, Praxisräumen, Tiefgarage und begrüntem Flachdach soll ab Sommer an der westlichen Bahnhofstraße gebaut werden. Die Vorgeschichte zu diesem und anderen Bauvorhaben ist lang.
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Ein Haus mit 18 Wohnungen, Praxisräumen, Tiefgarage und begrüntem Flachdach soll ab Sommer an der westlichen Bahnhofstraße gebaut werden. Die Vorgeschichte zu diesem und anderen Bauvorhaben ist lang.

Einige Hürden gab es zu überwinden

Nach jahrzehntelanger Planung: Erstes Haus wird bald gebaut

Es gab einige Hürden zu überwinden, bis 13 Grundstücke an der westlichen Bahnhofstraße in Gröbenzell reif für die Bebauung waren. Nun startet die erste Baustelle im Sommer. Die Bauherren wollen sich streng an die jahrzehntelang erarbeiteten Vorschriften halten und benötigten so nicht einmal eine Baugenehmigung. Das sorgt jedoch für Kritik.

Gröbenzell – Jahrzehntelang wurde die künftige Bebauung der westlichen Bahnhofstraße zwischen Bahnhof und Angerstraße geplant. In absehbarer Zeit werden nun die ersten Bagger auf einem der Grundstücke anrollen. Ein Haus mit 18 Wohnungen, Praxisräumen, einer Tiefgarage und einem begrünten Flachdach ist auf dem 2542 Quadratmeter großen Areal vorgesehen. Im Sommer diesen Jahres soll mit dem Bau begonnen werden.

Vor einem Jahr hatte der Gemeinderat einen Bebauungsplan für das rund 20 000 Quadratmeter große Areal zur Satzung erhoben. Sprich: Die vorgeschriebenen Bebauungsregeln für die Fläche waren von nun an rechtsgültig. Zahlreiche Grundstücke auf dem Gebiet gehören der Kommune, das auf dem jetzt gebaut wird, zählt allerdings nicht dazu. Eine Baufirma wird neun Drei-Zimmerwohnungen, sechs Zweizimmerwohnungen und drei 2,5-Zimmerwohnungen errichten – teils mit Gartenanteil, teils mit Balkonen und teils mit Dachterrasse.

Die Wohnungen werden zwischen 30 und 80 Quadratmeter groß sein. Auf weiteren 93 Quadratmetern ist eine Praxis angedacht. In der Tiefgarage sind 21 Stellplätze vorgesehen, zwei weitere Stellplätze gibt es oberirdisch neben zahlreichen Abstellplätzen für Fahrräder.

Das Gebäude ist in U-Form geplant, teils mit drei, teils mit zwei Stockwerken über dem Erdgeschoss. Das Flachdach wird begrünt, wie es im Bebauungsplan festgelegt ist – und teils als Dachterrassen genutzt. Die Einfahrt zur Tiefgarage liegt an der Bahnhofstraße.

Im Sommer vergangenen Jahres hatte eine Münchner Baufirma das Grundstück erworben, im Januar hatte sie es an einen Investor weiterverkauft, wie auf der Internetseite zu lesen ist. Eine Baugenehmigung wurde für das Projekt nicht erteilt. Die Pläne lagen der Gemeinde zwar vor, aber sie erforderten keine Genehmigung. Möglich ist dies unter anderem, wenn der Bauherr sich an die Festsetzungen des Bebauungsplanes und die örtlichen Bauvorschriften hält. Diese Genehmigungsfreistellung wurde vom Bauausschussvorsitzenden Martin Runge (Grüne) in der jüngsten Sitzung des Ausschusses heftig kritisiert.

Bei einer derart großen Baumaßnahme sei es eher unwahrscheinlich, dass es im Zuge der weiteren Planung und der Bauausführung nicht zu Änderungswünschen beziehungsweise Änderungsnotwendigkeiten kommen werde, warnte er. Abweichungen von den Festsetzungen des Bebauungsplans, des örtlichen Baurechts oder vom staatlichen Bauordnungsrecht würde ein solches Verfahren aber nicht mehr erlauben.

Immerhin hat der Bebauungsplan eine lange Entstehungsgeschichte. Vor zehn Jahren fand nach einem Bürgerentscheid zur Umgestaltung der Bahnhofstraße ein Architekturwettbewerb statt. Die Teilnehmer sollten damals besonderen Wert auf eine Belebung des nördlichen Ortszentrums, auf zusätzliche Gewerbeflächen, darunter Einzelhandel und Gastronomie, aber auch auf Wohnungen vor allem für Familien und Senioren legen.

Das Ziel war es, die beiden Gröbenzeller Ortsteile nördlich und südlich der Bahn miteinander zu verbinden und die südliche Bahnhofstraße als Teil der Ortsmitte zu gestalten. Familien mit mehr als einem Kind werden in dem in Kürze entstehenden Gebäude allerdings wohl eher keine Wohnung beziehen: Die größten Wohnungen umfassen gerade einmal 80 Quadratmeter. Susanne Schwind

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