Eine Pflegerin hält die Hand einer alten Frau
+
Zu den Aufgaben des Oekumenischen Sozialdienstes zählt unter anderem die professionelle Betreuung alter und kranker Menschen. (Symbolfoto)

Nach Veränderungen im Personalstamm

Neuer Sozialdienst-Chef hat große Pläne

Der Aufsichtsratsvorsitzende und die Geschäftsführerinnen des Oekumenischen Sozialdienstes hatten ihr Amt niedergelegt. Nun wurde ein neuer Geschäftsführer gefunden.

Gröbenzell - Beim Gröbenzeller Oekumenischen Sozialdienst hat es große Veränderungen gegeben. Der langjährige Aufsichtsratsvorsitzende Winfried Bauer hat Anfang Januar sein Amt niedergelegt. Zudem hatten die beiden Geschäftsführerinnen Annette Koller und Carmen Sturz gekündigt. Ein neuer Geschäftsführer ist mittlerweile gefunden und hat sein Amt angetreten, zudem soll ein neuer Aufsichtsratsvorsitzender gewählt werden. Die Wahl ist momentan für den Juni angedacht, ist aber von der Entwicklung bezüglich Corona abhängig, berichtet der Stellvertreter Bauers, Wolfram Rappl.

Der 74-jährige Bauer hatte sein Amt aus gesundheitlichen Gründen niedergelegt. Bauer war seit 1994 für den Verein tätig, wurde 1996 zu dessen Vorsitzenden bestimmt. Nach einer Umstrukturierung des Sozialdienstes im Jahr 2018 wurde Bauer zum Aufsichtsratsvorsitzenden gewählt. Doch nicht nur Bauer, auch die beiden Geschäftsführerinnen haben den Sozialdienst verlassen. Ihnen ist am 1. März Christian Wrba nachgefolgt.

Motiviert: Der neue Sozialdienst-Chef Christian Wrba will Veränderungen.

Der 59-Jährige hat die besten Voraussetzungen für den Posten. Er ist Sozialpädagoge und Betriebswirt und war bereits in verschiedenen sozialen Einrichtungen tätig, unter anderem beim Malteser Hilfsdienst und einem Verein, der sich um Betreuung, Obdachlosenhilfe und Straffälligenhilfe kümmert. Im vergangenen halben Jahr aber hatte er eine Arbeitspause eingelegt, um sich gemeinsam mit seiner Schwester um seine Mutter zu kümmern, die aber mittlerweile im Alter von 98 Jahren verstorben ist.

In der Tätigkeit beim Gröbenzeller Sozialdienst sieht Wrba eine „schöne Herausforderung“. Und kann sich so manche Veränderung vorstellen. So schwebt ihm in Zusammenarbeit mit der Gemeinde eine weitere betreute Wohneinrichtung vor, aber auch ein ambulantes betreutes Wohnen, möglicherweise eine Wohngemeinschaft. In dieser könnten beispielsweise Menschen, die Hilfestellung brauchen, mit fachkundiger Unterstützung leben und auf ein selbstständiges Leben vorbereitet werden. Er möchte die Zahl der Mitglieder des Sozialdienstes erhöhen – derzeit sind es knapp 1000 – und weitere Förderer, also Spender, finden.

Privat lebt Wrba mit seiner langjährigen Lebensgefährtin in einem südlichen Stadtteil Augsburgs. Die rund 40-minütige Fahrt nach Gröbenzell und wieder nach Hause ist für ihn völlig problemlos, „auf der Fahrt zur Arbeit kann ich Ideen entwickeln und auf der Fahrt nach Hause entspannen“.

Im Herbst dieses Jahres kann der Oekumenische Sozialdienst ein Jubiläum feiern: Am 29. September 1971 hatten Vertreter der katholischen und evangelischen Kirchen Gröbenzells mit engagierten Bürgern den Verein aus der Taufe gehoben, die Einrichtung feiert also in diesem Jahr ihren 50. Geburtstag. Susanne Schwind

Weitere Nachrichten aus Gröbenzell lesen Sie bei uns.

Auch interessant

Mehr zum Thema

Kommentare