SPD-Paukenschlag: „Unerwartete Wendung“ - Esken verkündet „Kanzler-Wumms“- doch der Tonfall überrascht

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Sie erfreuen die Bewohner von Alten- und Pflegeheim mit ihrer Tanzkunst: Paula Niehoff (l.) und Laura Saumweber.

In Corona-Zeiten

Gröbenzeller Tänzerin bringt Fröhlichkeit in Heime und Krankenhäuser

Die Gröbenzeller Tänzerin Paula Niehoff und ihre Kollegin Laura Saumweber bieten Unterhaltung in Corona-Zeiten: Sie treten in Altenheimen und Krankenhäusern auf.

Gröbenzell – Sie drehen sich in auf den Boden aufgemalten großen Kreisen, die beiden Bühnentänzerinnen Paula Niehoff und Laura Saumweber. Sie drehen sich, ihre bunten Röcke fliegen, bis sie sie abstreifen und in weißen Hosen umeinander kreisen, sie laufen auf ihren Händen und schlagen Räder.

Fröhlichkeit, Leichtigkeit und Unbeschwertheit wollen die beiden jungen Frauen so den Menschen bieten, die ganz besonders unter den Kontaktbeschränkungen durch Corona leiden, Bewohnern von Alten- Pflege- oder Behindertenheimen, Patienten in Krankenhäusern oder in Wohngruppen. In Gröbenzell haben die beiden Tänzerinnen den Bewohnern des Seniorenheims St. Anton einen unvergesslichen Nachmittag boten.

Corona hat die Pläne der Tänzerin durcheinander gewirbelt

Auch für Paula Niehoff selber hat Corona das Leben völlig durcheinandergebracht. Am 8. März stand sie noch in Bonn auf der Bühne, die Premiere von Johann Strauß’ „Fledermaus“ wurde gefeiert. Vier Tage später erhielt sie eine E-Mail: Die Produktion wurde gestoppt, Corona war der Grund. Ein Ersatz war nicht in Sicht, Paula Niehoff kehrte nach Gröbenzell in ihr Elternhaus zurück.

Mit dem Beruf der Bühnentänzerin konnte die 25-Jährige sich zwar einen Traum erfüllen, doch Reichtümer kann sie damit nicht anhäufen. Sie hat nicht einmal einen festen Wohnsitz – wo sie ein Engagement hat, nimmt sie sich ein Zimmer oder kommt bei Kollegen oder in einer WG unter.

Das Tanzen war schon immer ihr Traum

Tanzen war immer ihr großer Traum. Bereits in der Grundschule hat die 25-Jährige einmal in der Woche Kid-Aerobic trainiert, später wechselte sie an Tanzschulen in Olching und Puchheim. Hier lernte sie durch eine Lehrerin den Beruf der professionellen Bühnentänzerin kennen. Nach ihrem Realschulabschluss begann und absolvierte sie dann zwar eine Lehre als Sozialversicherungsangestellte, gleichzeitig aber konnte sie an einer Münchner Schule für zeitgenössischen Tanz eine Vorausbildung zur Bühnentänzerin erfolgreich beenden.

Anschließend folgte ein vierjähriges Studium an der Universität im niederländischen Arnheim, das sie 2018 mit dem Bachelor of Arts abschloss. Eine Ausbildung, die sie teils durch Ersparnisse, teils mithilfe von Bafög finanzierte. Denn sie musste in den vier Jahren nicht nur wohnen und essen, sie musste auch jedes Jahr 2000 Euro Studiengebühren bezahlen.

Seit ihrem Abschluss in Arnheim hat Paula Niehoff mit mehreren Choreografen in den verschiedensten Städten auf der ganzen Welt getanzt: In Düsseldorf, Barcelona, auf Gran Canaria und in Bonn hatte sie Engagements. Sie hat aber auch als Choreografin diverse Tanzstücke für internationale Festivals und Theater kreiert. Bis Corona einen Schlussstrich setzte.

Paula Niehoff: „Wir dürfen nicht aufgeben“

Doch gemeinsam mit Laura Saumweber wurde ihr schnell klar, dass man etwas tun müsse: „Wir dürfen nicht aufgeben, wir müssen kreativ werden“, berichtet Paula Niehoff. Das Projekt „Umgedreht“ entstand. Für die Musik ist Florian Sonnleitner verantwortlich.

Geprobt wurde wochenlang auf der Theresienwiese in München – „Immer wieder von Polizisten kritisch beäugt“, wie Paula Niehoff sich mit einem Lächeln erinnert. Denn die beiden Tänzerinnen hielten die vorgeschriebenen Abstände ein. In den vergangenen Wochen sind sie immer wieder gemeinsam in und um München aufgetreten. Die Kosten dafür hoffen die drei Künstler durch Crowdfunding, also Spendensammeln via Internet, wieder hereinzubekommen. Näheres dazu erfährt man auf www.startnext.com/de/tanztheater-umgedreht.

Auch die Einrichtungen vor denen sie auftraten, gaben was sie konnten. Doch mittlerweile hat Paula Niehoff wieder Engagements in Aussicht. Ihr Wunsch, dass die Engagements auch Realität werden ist groß: „Hoffentlich klappt es.“

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Susanne Schwind

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