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Entsetzliche Gräueltat an Journalistin: U-Boot-Mörder Madsen flieht aus Gefängnis - Großeinsatz läuft!

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Alles Plastik: Büchereileiterin Angelina Hanke (l.) und BN-Vorsitzende Ariane Zuber zeigen, was alles aus dem Werkstoff gefertigt wird und welche Alternativen es gibt.  Foto. pw
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Alles Plastik: Büchereileiterin Angelina Hanke (l.) und BN-Vorsitzende Ariane Zuber zeigen, was alles aus dem Werkstoff gefertigt wird und welche Alternativen es gibt.

Gröbenzell

Plastik – Fluch oder Segen? Ausstellung in der Bücherei

Geschätzt 86 Millionen Tonnen Plastik treiben in und auf den Weltmeeren. Oft nehmen Tiere Teile davon über die Nahrung auf.

Gröbenzell – So wurden 2013 im Magen eines Pottwals, der in Andalusien angeschwemmt wurde, 17 Kilo Plastikmüll entdeckt. Um auf dieses Problem aufmerksam zu machen, zeigt der Bund Naturschutz noch bis zum 17. Oktober eine Ausstellung in der Bücherei. Der Name der Schau: Plastik, Fluch oder Segen.

„Die Deutschen sehen sich als Recyclingweltmeister,“ berichtete die Vorsitzende des Bund Naturschutz (BN) Gröbenzell Ariane Zuber bei der Eröffnung. Wie sie fortfuhr wurden allerdings lediglich 15,6 Prozent der beispielsweise 2017 in Deutschland angefallenen 5,2 Millionen Tonnen Kunststoffmüll wiederverwertet. Sichtlich entsetzt berichtete Zuber, dass der Plastikmüll aus Deutschland großteils exportiert wird. „Er wird den Entwicklungs- und Schwellenländern vor die Füße geworfen.“

Nach den USA und Japan ist Deutschland der drittgrößte Exporteur von Plastikmüll. “Teils aber dauert es 450 Jahre bis Plastik zerfällt“, so Zuber. Gleichzeitig sind die Deutschen laut der BN-Vorsitzenden Europameister bei der Herstellung von Plastik, 2011 wurden hier 20,7 Millionen Tonnen produziert. Weltweit waren es zwischen 1950 und 2015 8,3 Milliarden Tonnen. Der größte Teil davon waren Einwegprodukte und Verpackungen.

Ein großes Problem ist Mikroplastik. Dieses steckt unter anderem in Kosmetika, in Zahnpasta, Duschgels, aber auch in Textilien, wie etwa Fleecejacken. Mikroplastik kann aus dem Abwasser praktisch nicht herausgefiltert werden, und gelangt so in die Gewässer.

Mikroplastik in den Böden

Plastik aber wird auch immer mehr in der Landwirtschaft genutzt, jährlich etwa 6,5 Millionen Tonnen. Mikroplastik findet sich daher nicht nur den Gewässern, auch die Böden sind damit verunreinigt. Zuber mahnte: „Jeder Bürger isst mittlerweile in der Woche fünf Gramm Plastik.“ Sie forderte daher, „wir brauchen dringend ein Lieferkettengesetz“, denn „kurze Lieferwege benötigen weniger Plastikverpackung“.

Abrieb von Autoreifen

Die Ausstellung stellt aber nicht nur die Probleme dar, die durch Plastik entstehen. Sie zeigt auch, welche Alternativen es gibt. Sehr viel Mikroplastik entsteht beispielsweise durch den Abrieb von Autoreifen, so Zuber. Deshalb solle man das Auto lieber stehen lassen und auf die Öffentlichen umsteigen. Bei den Aufbewahrungsboxen kann man welche aus Bambus oder Metall verwenden. Und statt Frischalte- oder Alufolie kann man Tücher aus Bienenwachs nutzen.

Zur Ausstellungseröffnung waren auch Bürgermeister Martin Schäfer und zahlreiche Gemeinderäte erschienen. Sie erfuhren so aus erster Hand was Zuber sich für Gröbenzell wünscht, nämlich erste Zero-Waste-Gemeinde Deutschlands zu werden, sprich, dass Gröbenzell null Abfall produziert. Denn „der beste Müll ist der, der gar nicht entsteht“, sagte Zuber. Was bedeute, Konsum zu reduzieren, Abfall zu vermeiden, defekte Produkte nicht in den Müll zu werfen, sondern zu reparieren und wiederzuverwerten. Kiel habe dies bereits erreicht, berichtete Zuber. Sie wurde die erste Zero-Waste-Stadt Deutschlands. Zu sehen ist die Ausstellung zu den Öffnungszeiten der Bücherei.  sus

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