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Will die Gemeinde weiter selbst bebauen: Das Areal an der Lena-Christ-Straße (Züblingrundstück).

Gemeinderat

Ja zum gemeinsamen Wohnungsbau-Projekt

Gröbenzell schreitet voran in Richtung kommunale Wohnungsbaugesellschaft. Mit dem Landkreis gehört die Gemeinde zu den ersten, die sich beteiligen. Vor allem bei den CSU-Gemeinderatsmitgliedern herrschte Skepsis.

Gröbenzell– Nach ausgiebiger und kontroverser Diskussion im Gemeinderat über die Beteiligung an einer kommunalen Wohnungsbaugesellschaft im Landkreis steht fest: Die Gemeinde Gröbenzell spricht sich grundsätzlich für den Beitritt aus. Der Bürgermeister wurde ermächtigt, mit den anderen beteiligten Kommunen einen Gesellschaftervertrag zu erarbeiten. Ein Vertrag, dem dann der Gemeinderat noch zustimmen muss.

Mehrere CSU-Mitglieder hatten sich skeptisch zu einer solchen Gesellschaft geäußert. Letztlich aber stimmten lediglich die beiden Christsozialen Brigitte Böttger und Kurt Köppl dagegen. Böttger fürchtete: „Ich habe das dumpfe Gefühl, wir bekommen eine Wasserkopfgesellschaft.“ Ihre Parteifreundin Anita Rieger fügte hinzu: „Dies ist letztlich ein Riesenapparat.“ Mit dabei: zahlreiche Beteiligten, die verschiedene Interessen verfolgen.

Neben dem Landkreis Fürstenfeldbruck, der sein Interesse ebenfalls bereits bekundet hat, haben 16 Kommunen dieses signalisiert. Auch Thomas Eichler – ebenfalls von der CSU – hatte Zweifel. Ihm fehlten Informationen, darunter der Businessplan und der Entwurf eines Gesellschaftervertrags. Er wollte zudem wissen: „Gibt es eine Reißleine, die wir ziehen können?“

Martin Runge (Grüne) erläuterte, entscheidend sei der Gesellschaftervertrag. „Den können wir ablehnen oder ihm zustimmen.“ Er versicherte: „Ich werde nicht zustimmen, wenn der Vertrag eine schräge Nummer ist.“

Noch ein weiterer CSUler äußerte Bedenken. Reinhard Paesler wunderte sich: „Warum müssen wir beim Wohnungsbau den Umweg über eine Gesellschaft gehen, warum kann die Gemeinde nicht selber mit einem Wohnungsbauunternehmen zusammen arbeiten? Das ginge schneller und wäre wahrscheinlich auch billiger“. Auch Böttger fürchtete: „Wir bekommen eine Bauverzögerungsgesellschaft.“ Kurt Köppl sprach von einem „Geld- und Zeitverschwendungsprojekt“.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) stellte hingegen klar, dass das eine das andere nicht ausschließen würde. Er betonte, er werde bei der Bebauung des Züblingrundstückes, ein gemeindliches Grundstück, nicht auf die interkommunale Wohnungsbaugesellschaft warten. Der Rathaus-Chef erinnerte zudem daran, wie gut die gemeinsame Gesellschaft mehrerer Kommunen im Landkreis zu Wasser und Abwasser – namentlich der Amperverband – funktioniere.

Auch Michael Leonbacher (FWG) sprach von „einem Schritt in die richtige Richtung“. Axel von Walter (SPD) machte sich ebenfalls für die Gesellschaft stark. „Wir müssen mal loslegen“, forderte er. Er regte zudem an, dass die Gemeinde zur Vertretung ihrer Interessen einen externen Berater hinzuziehen solle. Ein Antrag, der mit knapper Mehrheit (mit 10:9 Stimmen) schließlich auch genehmigt wurde.

Susanne Schwind

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