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„Das Gerät soll so billig werden, dass es in jedes Auto eingebaut werden kann.“

Gröbenzeller Start-up

Sie basteln am autonomen Fahren

Während das Auto fährt Mails schreiben, etwas lesen oder ein Nickerchen machen: Autonomes Fahren ist für viele ein Traum. Zwei Gröbenzeller arbeiten daran, dass dieser eines Tages in Erfüllung geht – und zwar für jeden zu erschwinglichen Preisen.

Gröbenzell – Teilautomatisiertes Fahren hat im Straßenverkehr bereits Einzug gehalten. Zahlreiche Pkws sind mittlerweile mit einem Tempomat, einer Einparkhilfe oder einem Spurhalteassistenten ausgestattet. Vollautomatisierte Fahrzeuge, bei denen das System das Führen des Fahrzeugs übernimmt und der Fahrer nur noch aus Sicherheitsgründen drin sitzt, werden in den USA bereits getestet.

Sensoren machen das autonome Fahren möglich. Sie scannen die Umgebung ab und erkennen Hindernisse. In den in Amerika derzeit getesteten voll autonomen Fahrzeugen sind solche optischen Messgeräte bereits eingebaut, doch „diese sind unbezahlbar teuer. Sie kosten um die 100 000 Euro “, erklärt Matthias Müller.

Gemeinsam mit Rolf Wojtech (Informatiker), Florian Petit (Elektrotechniker) und Sebastian Neusser (Physiker) hat der 36-jährige Elektrotechniker Anfang des Jahres die Firma Blickfeld gegründet. Das Ziel: Sie wollen bessere und vor allem billigere optische Sensoren herstellen. „Das Gerät soll so billig werden, dass es in jedes Auto eingebaut werden kann“, betont Müller.

Einen Namen hat es bereits: Lidar. Das ist die englische Abkürzung für light detecting and ranging, eine dem Radar ähnliche Methode zur optischen Abstands- und Geschwindigkeitsmessung. Statt mit Radiowellen arbeitet Lidar mit Lichtwellen.

Die beiden Gröbenzeller und die beiden Münchner sind aber nicht die einzigen, die mit ihrem Team an einem solchen Gerät arbeiten, vor allem in Kalifornien, im Silicon Valley, sind zahlreiche Firmen damit beschäftigt, ein solches Gerät auf den Markt zu bringen. Blickfeld muss also nicht nur gut, sondern auch schnell arbeiten. Doch Müller ist optimistisch: „Wir sind auf einem guten Weg.“ Im kommenden Jahr wollen sie bereits einen Prototypen mithilfe einer Autofirma erproben.

Die Entwicklung von Lidar ist jedoch teuer, ein siebenstelliger Betrag ist erforderlich, berichtet Müller. Dafür arbeiten sie mit einer Wagniskapitalgesellschaft zusammen. Die Gesellschaft gibt Blickfeld Geld und bekommt dafür Anteile an der Firma. Erzielt der Konzern Gewinn, profitiert auch die Kapitalgesellschaft, ansonsten hat sie Anteile an einem Unternehmen, das nicht viel wert ist.

Zehn mal fünf Zentimeter wird Lidar groß sein. Wo es im Auto eingebaut wird, ist noch offen. Die einen stellen es sich im Scheinwerfer, andere hinter dem Rückspiegel, wieder andere auf dem Dach des Fahrzeuges vor.

Ist Lidar eines Tages auf dem Markt erhältlich, können nicht nur Autobesitzer davon profitieren. Auch Drohnen können es gebrauchen, denn so manche Firma hat bereits angekündigt, in Zukunft ihre Waren mittels Drohnen ausliefern zu wollen. Ebenso autonom fahrende LKWs. Müller rechnet damit, dass diese in den USA, wo große Strecken zurückgelegt werden müssen, in nicht zu ferner Zukunft unterwegs sein werden.

Von Susanne Schwind

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