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Noch einfach der Natur überlassen: der Böhmerweiher zwischen Gröbenzell und Lochhausen. 

Gröbenzell

So geht es mit dem Böhmerweiher weiter

Gerade wenn die Sonne lacht, tummeln sich viele Menschen am Böhmerweiher. Dabei gibt es auf dem Areal weder sanitäre Anlagen noch Wasserwacht. Der Plan ist schon lange, dass hier ein Naherholungsgebiet entstehen soll. Das wird aber noch mindestens fünf Jahre dauern.

Gröbenzell – Ein Anhaltspunkt, wann es soweit sein könnte, fiel in der Gröbenzeller Gemeinderatssitzung. „Fünf Jahre plus X“, verriet Kämmerer Gregor Kamp. Sprich: In den kommenden fünf Jahren bleibt der Böhmerweiher wohl noch so, wie er ist. Trotzdem tut sich etwas.

2013 hatten die Kommunen Gröbenzell, Puchheim und München mit dem Erholungsflächenverein das 27 Hektar große, auf Münchner Gebiet liegende Gelände mit den beiden Seen gekauft. Angedacht ist, dass der östliche Weiher Biotop bleibt. Der größere Teil mit dem westlichen Weiher soll ausgebaut werden. Ein erster Entwurf, wie das zukünftige Badeparadies aussehen könnte, stieß im Gemeinderat 2015 auf wenig Gegenliebe. Mittlerweile soll ein neuer Entwurf vorliegen. Wie Kamp ebenfalls verriet, geht diese Planung allerdings über das Gebiet hinaus, das im entsprechenden Bebauungsplan für das Erholungsgelände vorgesehen ist.

Für Spaziergänger könnte bereits in naher Zukunft eine Verbesserung eintreten. SPD-Ratsmitglied Peter Falk hatte beantragt, Ruhebänke aufzustellen. Diese sollten vor allem älteren Menschen helfen, denen der Weg zum See und zurück zu weit ist.

Eine Idee, die bei den Grünen auf Ablehnung stieß. Ingo Priebsch sah die Notwendigkeit nicht, 90-Jährige gingen dort nicht spazieren. Falk entgegnete: „Weil sie den Weg nicht schaffen.“

Walter Voit (Grüne) konnte sich Senioren mit Rollator auf den Kiesflächen um den See nur schwer vorstellen. Er plädierte dafür, das Ausbaukonzept abzuwarten.

Die Grünen lehnen einen Ausbau des Geländes generell ab. Sie können sich allenfalls die Entwicklung zu einem Naturerlebnisgelände mit begrenzter Badenutzung vorstellen. Laut einer Studie gelte es, zahlreiche Pflanzen und Tiere, die auf der Roten Liste stehen, zu schützen.

Bürgermeister Martin Schäfer (UWG) schlug vor, mit den Miteigentümern über die Aufstellung von Bänken nebst Papierkörben zu reden. Das hielt die Mehrheit für richtig. Voraussichtlich im Herbst wird der Erholungsflächenverein das aktuelle Ausbaukonzept vorlegen.

Der Böhmerweiher

Entstanden sind die Böhmerweiher durch Kiesabbau, welcher 1915 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Justizrat Fran Troll, damaliger Eigentümer des Gröbenzeller Gutes an der Olchinger Straße, stellte dem Guts- und Fabrikbesitzer Arthur Riemerschmid aus Pasing Feldbahngleise zur Verfügung. Ein Weg von der Olchinger Straße bis zur Bahnlinie sollte so mit Kies belegt werden. Nach dem Tod Trolls erwarb der Pächter Michael Böhmer 1922 das Gut und damit die Kiesgrube. Seit 1942 gehört das Gelände zu München, damals wurde Aubing in die Landeshauptstadt eingemeindet. In den 1960er-Jahren entstand auf dem Areal zudem eine Fertigbetonanlage. 1980 wurde das Kieswerk abgebrochen, 1984 erließ die Stadt München eine Beseitigungsanordnung für das Fertigbetonwerk. Gleichzeitig kamen in der Stadt Bestrebungen auf, aus dem Gelände ein Naherholungsgebiet zu machen. 2006 wurde ein Bebauungsplan aufgestellt. Und 2013 verkaufte der damalige Eigentümer des Geländes, Johann Böhmer, das Areal an die Kommunen München, Puchheim und Gröbenzell und den Erholungsflächenverein. Der Erholungsflächenverein wurde damit beauftragt, das Areal zu einem Erholungsgelände auszubauen. (sus)

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