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Einen Wahnsinnsandrang gab es bei der letzten Party der Hexe: Die Polizei spricht von bis zu 300 Menschen. Die Anwohner waren von einem spontanen Open-Air-Konzert draußen allerdings wenig begeistert. 

Gröbenzell

So turbulent war der Abschied vom Kult-Lokal

  • Kathrin Böhmer
    vonKathrin Böhmer
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Zur letzten Party wurden alle Rekorde gebrochen: Hunderte Menschen strömten zum Kult-Lokal Hexe in Gröbenzell. Es gab sogar ein Spontan-Konzert unter freiem Himmel. Den Anwohnern gefiel das weniger: 

Gröbenzell – Sie riefen die Polizei wegen Ruhestörung. Acht Streifen rückten an und waren bis tief in die Nacht hinein beschäftigt. Was war das für ein Bild am Dienstagabend: Vor der Hexe im Herzen Gröbenzells wuselten hunderte Menschen, um von dem Kultlokal Abschied zu nehmen – diesmal wohl endgültig. Die Menge staute sich bis zur Bahnhofsunterführung. Auch der Gröbenzeller Werner Urban war vor Ort. „Es war bombastisch“, schwärmt der 72-Jährige. Das Partyvolk habe sehr friedlich gefeiert. Er selbst habe sich das ganz gemütlich gegen 23 Uhr angeschaut. „Getrunken habe ich aber nichts, die Schlange war mir zu lang“, erklärt Urban.

Konzert mit Gitarre und Schlagzeug

Weniger erfreut von den Auswüchsen der Veranstaltung waren allerdings einige Anwohner. Als gegen 21.45 Uhr ein spontanes Konzert mit Gitarre und Schlagzeug unter freiem Himmel stattfand, war das dann wohl doch zuviel. Bei der Olchinger Polizei gingen Beschwerden wegen Ruhestörung ein. „Es war der erste Einsatz bei der Hexe in dieser Nacht“, erklärt Polizei-Sprecher Hermann Mitterer, der das Lokal selbst seit Jugendtagen kennt. Zu diesem Zeitpunkt waren nach Schätzungen 100 bis 200 Menschen vor Ort. Es sollten noch mindestens einhundert Gäste mehr werden. Als die Polizei zum zweiten Mal gerufen wurde, war es nach Mitternacht und der Platz war immer noch völlig überfüllt.

Acht Streifen der Polizei

Acht Streifen waren laut Mitterer vor Ort. Nach und nach sei der Platz geräumt worden. Das bedeutet: „Wir haben mit den Gästen gesprochen und sie gebeten, das Areal zu verlassen.“ Erst kurz vor 3 Uhr, als sich noch etwa 50 Menschen vor der Hexe aufhielten, hieß es: Einsatz beendet. Inwieweit die Sache Folgen für den Veranstalter haben wird, konnte Polizei-Sprecher Mitterer am Donnerstag noch nicht sagen.

Ausgelassene Feier

Benjamin Menzel, einer der Pächter der Hexe, sieht das Ganze völlig anders. „Wir hatten eine super ausgelassene Feier“, sagt er auf Tagblatt-Anfrage. Etwas Negatives sei ihm jedenfalls nicht bekannt. Für Menzel und seinen Geschäftspartner Alexander Bittl ist das Kapitel „Hexe“ nun vorbei. Der Pachtvertrag ist ausgelaufen. Antreffen wird man das Gastro-Duo allerdings schon bald wieder: Am 25. Mai bei „Gröbenzell ist bunt“ und am selben Wochenende beim Streetlife-Festival in Schwabing auf dem Odeonsplatz.

Das Grundstück, auf dem sich neben der Hexe auch die Alte Apotheke befindet, gehört einer Germeringer Wohnbaufirma, die hier einen großen Neubau-Komplex errichten will. Noch steht aber in den Sternen, ob die Alte Bahnhofswirtschaft – die jetzige Hexe – abgerissen wird oder es doch noch zu einem Tauschhandel mit der Gemeinde kommt. Die Verhandlungen laufen hinter verschlossenen Türen.

Abrissbagger?

Der Gröbenzeller Werner Urban wünscht sich, dass die Abrissbagger fern bleiben. Er hat sich als Mitglied des Vereins „Die Gröbenhüter“ sehr dafür eingesetzt, dass das geschichtsträchtige Gebäude erhalten bleibt. Am liebsten wäre es ihm jedoch sowieso gewesen, das Grundstück wäre damals sofort an die Gemeinde Gröbenzell verkauft worden, sagt er.

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