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Gemeinde arbeitet an Masterplan

Gröbenzell soll Gartenstadt bleiben

Gröbenzell will einen neuen Masterplan entwerfen, wie die Kommune sich in Zukunft städtebaulich entwickeln soll. 

Gröbenzell – Der alte Flächennutzungsplan ist mittlerweile über 30 Jahre alt. Die Vorbereitungen für einen neuen Entwurf laufen bereits. Unter anderem hat der Gemeinderat ein integriertes städtebauliches Entwicklungskonzept für die Ortsmitte, ein Einzelhandelskonzept, eine Bevölkerungsprognose und ein Baulandkataster in Auftrag gegeben. Teils liegen die Ergebnisse bereits vor.

Das Thema beschäftigt nicht nur die Gemeinde, sondern auch die Bürger im Forum Gesellschaftspolitik. Einer davon, der sich seit Jahrren intensiv damit auseinandergesetzt hat und auch öffentlich bei Diskussionen nachhakte, obwohl er keiner Partei angehört, ist Wolfgang Radzieowski. Der 72-jährige Elektroingenieur kennt Gröbenzell bereits seit Jahrzehnten, 1980 hat er die Gemeinde als Wohnsitz gewählt. Nun hat er seine Gedanken in einem offenen Brief kundgetan.

Radzieowski betont, wie wichtig ein Rahmenplan für eine Kommune ist. Er biete Orientierung, wie die Gemeinde sich nachhaltig und qualitativ hochwertig entwickeln könne. Gerade, da derzeit die Bebauungspläne überarbeitet werden, sei eine übergeordnete Gesamtplanung notwendig. Er kritisiert puzzleartige Teilbetrachtungen, die später schwer oder gar nicht zusammengefügt werden können. Zudem beobachtet er, dass zahlreiche Bürger eine Baukultur vermissen. Dies würden Beispiele belegen, wo der Bauraum bis an die Grundstücksgrenze des Nachbarn schamlos ausgenutzt werde.

Der Gröbenzeller fordert auch, dass sich die Gemeinderäte darüber Gedanken machen, ob der Gartenstadtcharakter erhalten oder aufgegeben werden soll. Denn eine Gemeinde, die sich ihrer Identität, ihrer Ziele und Leitbilder nicht bewusst sei, könne sich weniger kraftvoll gegen Nachbarkommunen oder Behörden durchsetzen, so seine Theorie. Radzieowski selbst hat sich bereits entschieden: Er fordert, oberstes Planungsziel müsse „die Erhaltung und Wiedergewinnung des für Gröbenzell typischen Orts-, Gartenstadt- und Wohngemeindecharakters“ sein. Er stellt zudem jedoch klar, dass dies hinsichtlich Bauvorhaben keinen Stillstand bedeuten dürfe.

Die Architekten sollten bei ihren Planungen nur sensibel berücksichtigen, dass sich die Gebäude in die Umgebung einfügen. Gute Architektur bewahre und verbessere die Seele eines Ortes, doch dies sei nicht möglich, wenn Funktionalität und Wirtschaftlichkeit oberste Priorität hätten. Der 72-Jährige bedauert, dass in den vergangenen 20 Jahren eine „austauschbare Allerweltsarchitektur“ Einzug gehalten habe – mit hoher Bodenversiegelung und ohne jegliche Beziehung zur Gartenstadt. Für ihn steht fest, „weitere Verdichtungstendenzen sind zu verhindern“. Radzieowski dürfte mit seiner öffentlichen Kritik offene Türen einrennen. Die Diskussion um das Leitbild der Gartenstadt wurde im Gemeinderat bereits öfter kontrovers diskutiert.  sus

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