Zuletzt zu viele Fällungen

Gröbenzell verschärft Baumschutz

In den vergangenen Jahren hat es zu viele Fällungen und zu wenige Nachpflanzungen gegeben. Nun verschärft die Gemeinde Gröbenzell den Baumschutz wieder.

Gröbenzell – Vor sieben Jahren war auf Antrag der CSU die Baumschutzverordnung der Gemeinde in Teilen verändert worden. Heftige Diskussionen waren damals im Gemeinderat geführt worden, SPD und Monika Baumann (Grüne) hatten dann letztlich gegen die Änderungen gestimmt. Die Folge war, dass in der Gemeinde mehr Bäume als zuvor der Säge zum Opfer gefallen sind. 2008 wurden 231 Fällanträge gebilligt, im vergangenen Jahr waren es 258. Der Passus, das Entfernen von Nadelbäumen ist zu genehmigen, sofern sie nicht das Orts- oder das Straßenbild prägen, hatte zur Folge, dass vor allem zahlreich vitale Wald- und Schwarzkiefern zur Fällung freigegeben werden mussten, berichtete der Umweltbeauftragte der Gemeinde, Franz Neuner. Und die damals eingeführte Regelung, dass Bäume, die näher als drei Meter zu einem Wohngebäude stehen, nicht mehr geschützt waren, hat so manchen gesunden Baum zu Fall gebracht.

Geschützt ist auch ein Obstbaum, der keinerlei Früchte trägt

Umweltreferentin Baumann hatte deshalb eine Änderung der Baumschutzverordnung beantragt: „Wir haben eine Negativbilanz. Irgendwann stehen keine Bäume mehr.“ Wie Peter Falk (SPD) wusste, standen den im Jahr 2017 gefällten 258 Bäumen lediglich 51 Ersatzpflanzungen gegenüber. „Unseren Vorfahren waren Bäume heilig, heute stehen sie im Weg“, bedauerte Cordula Braun (UWG). Auch die Vorsitzende des örtlichen Bund Naturschutz, Ariane Zuber, machte sich bei der aktuellen Viertelstunde für eine Reform der Verordnung stark. Sie forderte den erneuten Schutz von Nadelbäumen, ein bessere Kontrolle von Neupflanzungen und dass auch die Kappung von Bäumen unter Strafe gestellt wird.

Das Gremium entschied sich dann dazu, verschiedene Punkte der Verordnung zu ändern.So stehen in Zukunft Nadelbäume, genauso wie Laubbäume, mit einem Stammumfang von 60 Zentimetern in einem Meter über dem Erdboden wieder unter Schutz. Die Drei-Meter Regelung entfällt wieder. Und sollte eine Fällgenehmigung unter Auflagen erteilt werden, beispielsweise, dass neu angepflanzt werden muss, kann eine Sicherheitsleistung gefordert werden.

„In vielen Handtuchgärten stehen Bäume, die da nicht reinpassen.“

Auf Rat des Juristen Peter Falk (SPD) wurde offengelassen, wie hoch diese sein soll. Geschützt ist auch ein, wie Klaus Coy (FDP) es formulierte, „fauler Obstbaum“. Also ein Obstbaum, der keinerlei Früchte trägt. Coy war dagegen der Auffassung, ein Obstbaum, der nicht trägt „ist als Obstbaum krank“. Und Kurt Köppl (CSU) stellte klar: „Wenn bei mir im Garten ein Obstbaum nicht mehr trägt, schneide ich ihn ab und frage nicht die Gemeinde.“

Sein Fraktionskollege Paul Biegholdt hatte zudem eindringlich dafür plädiert, Nadelbäume nicht unter Schutz zu stellen und die Drei-Meter-Regelung zu belassen. Er hat festgestellt: „In vielen Handtuchgärten stehen Bäume, die da nicht reinpassen.“

von Susanne Schwind

Rubriklistenbild: © dpa

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