Beate Abel-Riemensperger ist die Geschäftsführerin der Gröbenzeller Volkshochschule.
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Keine Kurse, keine Kohle: Beate Abel-Riemensperger, VHS-Geschäftsführerin in Gröbenzell, stellte dem Gemeinderat die aktuellen Zahlen vor.

Zahlen vorgestellt

Geschäftsführerin: Volkshochschule wird durch Corona nicht mehr dieselbe sein

Die Corona-Pandemie ist für die Gröbenzeller Volkshochschule (VHS) eine finanzielle Katastrophe. Erstmals hat die Geschäftsführerin nun konkrete Zahlen genannt. Fest steht: Die VHS wird im nächsten Semester nicht mehr die gleiche sein wie vorher.

Gröbenzell – Die Corona-Pandemie hat zahlreichen Menschen, Firmen, Kommunen und Vereinen Probleme eingebracht. Welche Konsequenzen diese für die Gröbenzeller VHS hat, führte Geschäftsführerin Beate Abel-Riemensperger dem Gemeinderat vor Augen.

Minus statt plus

Sie berichtete, dass für das Sommersemester 712 Veranstaltungen geplant waren. Geschätzte 70 Prozent konnten coronabedingt nicht stattfinden. Für die Volkshochschule sind die Teilnehmergebühren eine sehr wichtige Einnahmequelle: Diese machen 84 Prozent des gesamten Einkommens aus. Der andere Teil wird von Zuschüssen durch Gemeinde und Kultusministerium abgedeckt.

Durch den Wegfall etlicher Programmpunkte fielen die Teilnehmergebühren allerdings wesentlich geringer aus. Bis Ende Juli flossen 216 000 Euro in die Kasse – 167 000 Euro weniger als in sechs Monaten im vergangenen Jahr.

Insgesamt hatte die VHS von März bis Ende Juli ein Minus von knapp 30 000 Euro zu verkraften. Besonders bitter: Im gleichen Zeitraum 2019 konnte ein Plus von 170 000 Euro erwirtschaftet werden. Vom 16. März bis zum 30. Mai fielen sogar sämtliche Einnahmen aus, da in dieser Zeit alle Kurse abgesagt werden mussten. Die Ausgaben aber liefen weiter. Abel-Riemensperger brachte es so auf den Punkt: „Keine Kurse, keine Kohle.“

Wirklich optimistisch ist der Blick in die Zukunft nicht. Zwar ist der Kursbetrieb mittlerweile wieder angelaufen – aber nicht so wie ursprünglich geplant. So mancher Kurs wurde oder wird digital abgehalten und für die Sommerferien wurden zusätzliche Angebote geschaffen. Doch ein Problem, das die VHS bereits seit Jahren belastet, hat sich noch verschärft: die Raumnot.

Raumnot verschärft

Es gab vorher schon wenig Möglichkeiten. Durch die aktuellen Hygieneauflagen (beziehungsweise Abstandsregeln) können diese nicht einmal alle genutzt werden. Zudem stehen Räume in gemeindlichen Schulen bis auf Weiteres nicht zur Verfügung. Auch ein Problem: Mancher Raum kann nur mit so wenigen Teilnehmern genutzt werden, dass die Kosten für die Kurse nicht gedeckt sind.

Programm abgespeckt

Für das kommende Semester wurde ein „abgespecktes Programm“ geplant, berichtete Abel-Riemensperger. Gleichzeitig mussten die Kursgebühren erhöht werden. „Es wird eine andere Volkshochschule sein im nächsten Semester,“ erklärte sie. Gerettet haben die VHS bisher Rücklagen, die Abel-Riemensperger auf Nachfrage von Larissa Holmer (Grüne) auf 250 000 Euro bezifferte. Klaus Coy, FDP- Gemeinderat und VHS-Vorsitzender, erläuterte: Das Geld war eigentlich für Investitionen vorgesehen.

Denn die VHS hofft auf eine eigene Heimat. Bis vor Corona war sie auf elf Standorte in Gröbenzell verteilt. Der Bau eines eigenen Gebäudes für die Erwachsenenbildung sei nun aber durch die Corona-Krise in ganz weite Ferne gerückt, davon ist zumindest Cordula Braun (UWG) überzeugt. Ein kleines Trostpflaster hatte Bürgermeister Martin Schäfer (UWG): Da die Musikschule in das ehemalige Polizeigebäude einziehen wird, stünden deren bisherige Räume anderen Nutzern zur Verfügung.

Susanne Schwind

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