Ein Krankenhaus-Projekt in Tansania wird seit Jahrzehnten von Gröbenzellern unterstützt. 
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Ein Krankenhaus-Projekt in Tansania wird seit Jahrzehnten von Gröbenzellern unterstützt. 

Gröbenzell

Wie ein tragisches Ereignis jetzt Leben rettet

Manchmal ist es ein schlimmes Ereignis, das zum Anlass für etwas Gutes wird: So gibt es in Gröbenzell seit über 20 Jahren Spendenaktionen im Namen von Andi Fürch. Dieser starb mit 27 Jahren bei einem Bergunfall. Mit den Geldern wird ein Krankenhaus in Afrika unterstützt. Nun gibt es einen ganz besonderen Zuschuss von „Gröbenzell hilft“.

Gröbenzell – Günter Fürch, der Vater von Andi Fürch, kann sich gut daran erinnern, wie er zum ersten Mal in Afrika war. Das war im Jahre 2001. „Mir wurde klar, dass das hier ein Fass ohne Boden ist“, erzählt er. Einer seiner Begleiter habe ihn daraufhin gefragt: ,Willst du deshalb nichts mehr hineinschütten?’“ Doch das kam nicht in Frage. „Seither schütten wir“, sagt Fürch. Das Krankenhaus in Tansania wird seit Jahrzehnten unterstützt.

Der Anlass für das Projekt Andi-Fürch-House war ein tragisches Ereignis. 1997 war der Gröbenzeller Andreas Fürch im Alter von 27 Jahren in den Bergen ums Leben gekommen. Seine Freunde waren überzeugt davon, dass der Doktorand sich für seine Beerdigung mehr über Spenden für einen sozialen Zweck als über Kränze und Blumen gefreut hätte. Die Eltern, Agnes und Günter Fürch, kamen schließlich durch einen Gemeindebrief der evangelischen Zachäuskirche auf die Idee, das Geld für den Ausbau eines Krankenhauses im Ort Matema einzusetzen.

Andi Fürch: Bau eines Mitarbeiterhauses

Der Bau eines Mitarbeiterhauses war das erste Ziel – das wurde erreicht. Doch dabei blieb es nicht: Aus dem einen Haus wurden bis heute dank Spenden acht Häuser. Zudem wurde der Bau einer Kinder- und einer Intensivstation mitfinanziert. Geld floss zudem in einen Ausbildungsfond für die Weiterbildung des Klinikpersonals.

Das jüngste Projekt konnte nun vor wenigen Wochen eingeweiht werden: ein neues Haus samt Operationssaal. Das Gebäude wurde aus tansanischem Holz und einheimischen Ziegeln erstellt und von örtlichen Bauarbeitern errichtet. Auch die technischen Geräte stammen aus Tansania. Die Kosten betrugen 150 000 Euro, 103 000 Euro kamen vom Andi-Fürch-House. Insgesamt hat die Stiftung rund 300 000 Euro in den Ausbau investiert.

Andi Fürch: Die Spendensammler

Fleißige Spendensammler sind immer noch die Freunde von Andi Fürch. Jedes Jahr veranstalten sie ein Fußballturnier, um Gelder zu akquirieren. Dieses Jahr musste die Veranstaltung coronabedingt ausfallen. Doch geholfen wird noch von anderer Seite. Die Gemeinde schießt jedes Jahr 1500 Euro zu. Außerdem unterstützt der Verein „Gröbenzell hilft“ das Andi-Fürch-House.

Und deshalb steht nun ein ganz besonderer Termin an. Am kommenden Montag heißt es bei der Drogeriemarktkette dm „Herz zeigen“. Diese Aktion wurde 2014 ins Leben gerufen, um das Engagement Ehrenamtlicher zu würdigen. Fünf Prozent der Tageseinnahmen des Geschäftes gehen an eine soziale Institution.

Die Gröbenzeller dm-Filiale hat sich den Verein „Gröbenzell hilft“ ausgesucht, der alljährlich mit den Einnahmen aus dem überregional bekannten Bücherflohmarkt Vereine und Institutionen unterstützt. In dem Geschäft sind Bilder von den Projekten ausgestellt, am Montag werden Mitglieder des Vereins vor Ort sein und ihre Arbeit präsentieren.

Und die Ehrenamtlichen von „Gröbenzell hilft“ haben entschieden, die Spende des Drogeriemarktes dem Andi-Fürch-House zukommen zu lassen. Denn bei allem, was erreicht wurde, es gibt immer noch genug zu tun. Das Geld soll für die Ausstattung des neuen Operationssaals verwendet werden, unter anderem fehlt nämlich noch ein zweites Narkosegerät. (sus)

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