Insolvenzverfahren läuft 

Gröbenzeller Baufirma DHP ist pleite

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Die Firma DHP Bau mit Sitz in Gröbenzell ist insolvent. Dabei waren die Auftragsbücher voll, erzählt einer der Geschäftsführer. Er erklärt, wie es trotz fast 20 Jahren erfolgreicher Firmengeschichte zu diesem Ende kommen konnte.

Gröbenzell – Bereits seit einiger Zeit kursierte in der lokalen Branche das Gerücht, dass es dem Unternehmen finanziell nicht gut gehe. Nun ist es offiziell: Die Baufirma DHP mit Sitz in Gröbenzell ist insolvent. Für die Firma, die seit 20 Jahren neubaut, umbaut und saniert, und die etwa 20 Mitarbeiter hat, bedeutet das wohl das Ende.

Die DHP-Plakate hingen an Baustellen in Gröbenzell und der Umgebung

„Wir haben bis zum Schluss gekämpft“, sagt Peter Helfer (50). Er ist einer von drei Chefs der Gröbenzeller Firma DHP Bau .

„Wir stehen alle unter Schock“, erzählt Peter Helfer auf Anfrage des Tagblatts. Helfer ist das „H“ in DHP und einer der drei Geschäftsführer. „Wir haben bis zum Schluss gekämpft, alles reingeworfen“, beteuert Helfer weiter. Er betont, dass man immerhin fast 20 Jahre erfolgreich war, das allein würde für den guten Ruf der Firma DHP sprechen. Händler und andere Firmen hätten sie zunächst unterstützt, um den Karren wieder aus dem Dreck zu ziehen, irgendwie. Aber es hat nicht geklappt. Am Ende wollten laut Helfer zwei Firmen das nicht mehr länger mitmachen. Das Insolvenzverfahren lief an, am 21. Dezember wurde die vorläufige Insolvenzverwaltung angeordnet, wie das Amtsgericht München bestätigt.

Und das, obwohl die Auftragsbücher laut Helfer voll waren. Aufmerksame Beobachter dürften dies bestätigen: Die DHP-Plakate hingen an Baustellen in Gröbenzell und der Umgebung, die Autos waren für jeden präsent, der darauf achtete. Ganz abgesehen davon verschafft der Bauboom gerade vielen Firmen Arbeit ohne Ende und man müsste meinen, dass sich das auch in der Bilanz niederschlägt: mehr Arbeit, mehr Einkommen, mehr Geld. Wie kann also eine offenbar über einen so langen Zeitraum gut laufende und etablierte Firma wie DHP Bau ausgerechnet in einer Zeit wie dieser ins Straucheln geraten?

In den vergangenen Jahren gab es Probleme, gute Arbeiter zu finden

„Das ist ein sehr komplexes Thema“, erklärt DHP-Geschäftsführer Helfer. Den einen einzigen Grund könne man da nicht benennen. Aber in den vergangenen Jahren gab es zum Beispiel immer mehr Probleme, gute Arbeitskräfte für die Baustellen zu finden. Gut ausgebildete Facharbeiter seien Mangelware, die Zahl der DHP-Mitarbeiter habe sich so im Laufe der Zeit beinahe halbiert. Die Aufgaben wurden an Subunternehmer ausgelagert – offenbar ein Fehler.

Laut Helfer hätten sich die Subunternehmer sehr gut organisiert und die Preise entsprechend hochtreiben können. Man sei ihnen regelrecht ausgeliefert gewesen. Die Bauträger hingegen, die selbst „Riesen-Kohle“ verdienen würden, so Helfer, hätten die Preise gedrückt, wo es nur ging. Sie hätten auf Teufel komm raus nach Mängeln gesucht. „Und wenn man etwas finden will, dann findet man natürlich etwas“, sagt Helfer. Auch wenn es den Ruin für die Baufirma bedeutet.

Das Gericht hat einen Insolvenzverwalter eingesetzt, der die Höhe der Schulden ermittelt und eine Liste der Gläubiger erstellt. Er wird über die Zukunft von DHP entscheiden. Helfer ist nicht optimistisch: „Er will dichtmachen.“ Wie es dann für ihn weitergeht?

Der 50-Jährige hat nach eigenen Angaben bereits viele Angebote bekommen. „Ich will auf dem Bau bleiben“, sagt er. Ihm dürfte auch so nicht allzu langweilig werden: Er führt die Gaststätte Daxerhof in Olching. Lange Zeit gab es noch eine andere „Baustelle“ für ihn: Früher war er der Vizepräsident des TSV 1860 München.

Rubriklistenbild: © PantherMedia / filmfoto

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