Die Gröbenzeller Grünen fordern flächendeckend Tempo 30 im Ortsgebiet.
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Die Gröbenzeller Grünen fordern flächendeckend Tempo 30 im Ortsgebiet.

Online-Diskussion

Gröbenzeller Grüne kämpfen weiter für Tempo 30 im Ortsgebiet

Gröbenzells Grüne haben die Forderung nach innerörtlichen Tempo-30-Zonen zum Thema einer Online-Veranstaltung gemacht. 21 Teilnehmer diskutierten recht harmonisch.

Gröbenzell– Monatelang war in der Eschenrieder Straße im Rahmen eines Modellversuchs Tempo 30 vorgeschrieben. Diese Geschwindigkeit in der Straße auf Dauer einzuführen ist rechtlich aber derzeit nicht möglich. Die geforderten Voraussetzungen liegen nicht vor. Es darf also seit dem Herbst vergangenen Jahres wieder 50 gefahren werden – was den Grünen nicht gefällt.

Bei einer Online-Diskussion forderte Vorstandsmitglied Reinhard Jurk innerorts Tempo 30 als Regelgeschwindigkeit, Tempo 50 solle die Ausnahme sein. Jurk wünscht sich ein gutes Leben für alle Verkehrsteilnehmer – und nicht freie Fahrt für freie Bürger.

Die Diskussion hatte 21 Teilnehmer an ihre Bildschirme gelockt. Widerspruch gegen Jurks Forderung gab es nicht. In einer virtuellen Unterschriftenliste können Bürger sich jetzt dieser Forderung anschließen. Denn geplant ist die Regelgeschwindigkeit von 30 Stundenkilometern innerorts derzeit nicht. Das hat eine Anfrage der Bundes-Grünen im Herbst 2020 ergeben.

Tempo 30 sei ruhiger, sicherer und erhöhe die Lebensqualität, betonte Jurk. Mittels zahlreicher Untersuchungsergebnisse untermauerte er die Forderung nach der Reduzierung. So sei der Bremsweg eines Fahrzeuges mit 50 Stundenkilometern wesentlich länger als der eines Autos, das mit Tempo 30 unterwegs ist. Zudem seien die Verletzungen von Fußgängern und Radlern gravierender, wenn sie mit einem schneller fahrenden Fahrzeug kollidieren.

Jurk räumte aber auch ein, dass sich die Fahrzeit bei geringerem Tempo verlängere. Bei einer Entfernung von 3,5 Kilometern seien es etwa zwei Minuten.

Eine Anwohnerin der Eschenrieder Straße erinnerte sich an die Monate, als in ihrer Straße Tempo 30 vorgeschrieben war: „Das war eine reine Wohltat.“ Sie hatte es miterleben müssen, welche Auswirkungen ein Unfall mit 50 km/h haben kann. Ein Familienmitglied von ihr sei vor Jahren von einem Fahrzeug erfasst und sehr schwer verletzt worden.

Ein anderer Gröbenzeller machte den Vorschlag, Tempo 30 in der Straße zeitlich begrenzt einzuführen. Doch der Landesvorsitzende des Verkehrsclub Deutschlands (VCD), Bernd Sluka, machte diesbezüglich wenig Hoffnung. Auch dieses müsse begründet werden. In Bayern würden die Vorschriften zur Einführung von Tempo 30 sehr „restriktiv gehandhabt werden“. In anderen Bundesländern sei man toleranter und kreativer.

Heinrich Moser, Vorsitzender des VCD-Kreisverbandes Starnberg, hatte dann noch den Tipp, mit Hilfe eines Verkehrskonzeptes durch einen Planer Tempo 30 einzuführen. Er mahnte aber, dass es auch ein Umdenken in den Köpfen der Bürger geben müsse. Moser erinnerte daran, dass es den gleichen Widerstand wie heute gegen Tempo 30 gegeben habe, als 1957 innerorts Tempo 50 eingeführt worden sei.

Grünen-Gemeinderatsmitglied Walter Voit berichtete, dass in Gröbenzell bereits jetzt auf immer mehr Straßen eine Tempobegrenzung gelte. Im Gewerbegebiet, wo zahlreiche Menschen die Straßen querten, aber auch auf der Staatsstraße, im Bereich des Integrationskindergartens Villa Kunterbunt, seien 30 Stundenkilometer vorgeschrieben.

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Susanne Schwind

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