Gröbenzeller Grüne nur noch mit einer Spitze

Gröbenzell – Die Grünen haben keine Doppelspitze mehr, wie eigentlich bei der Partei üblich. Niemand hatte sich bereit erklärt, für das Amt des Mitsprechers zu kandidieren. Annette Kilian-Sowade und Philipp Messner stellten sich nicht mehr zur Verfügung. Der Mitgliederversammlung hat aber den Ortssprecher neu gewählt. Walter Voit wurde bestimmt.

Zum Kassier wurde Tobias Rainer bestimmt, der dieses Amt in den vergangenen zwei Jahren bereits inne hatte. Beisitzer sind Susanne Behm, Manuel Eberhardt, Sascha Mironow, Judith Reichel, Rebecca und Valeria Sowade.

Der 59-jährige Voit hat mit dem Amt des Ortssprechers bereits Erfahrung, bis vor zwei Jahren hatte er es sechs Jahre lang inne. In den vergangenen zwei Jahren arbeitete er im Vorstand als Beisitzer mit. So kauften die Grünen mit Voit als Ortssprecher auch nicht die Katze im Sack, denn seine Ideen für Gröbenzell offenbarte Voit erst, als er gewählt war. Ökologie, Energie, Mobilität, speziell die E-Mobilität und Umweltschutz nannte er als die Schwerpunkte seiner Arbeit.

Wenig Begeisterung zeigte er für den Bau eines zweiten S-Bahn Tunnels, nannte dies eine „Fehlentscheidung“. Zumal das Geld dafür an anderer Stelle fehlen werde, wie etwa für den Ausbau der Linie S 4. Er hofft nun auf juristische Möglichkeiten, den Bau doch noch zu verhindern.

Beim Thema Mobilität sieht Voit auch in Gröbenzell Handlungsbedarf, beispielsweise beim Radverkehr. An der Olchinger Straße kann er sich vorstellen, die gefährlichen Ausfahrten aus den Einkaufsmärkten durch einen Radweg auf der Straße zu entschärfen. Seiner Parteifreundin Katja Raths lagen die Radler in einer anderen Straße am Herzen. Sie war sichtlich verärgert, dass in der Kirchenstraße vor Geschäften Radständer fehlen und es seit Jahren heiße, die Kirchenstraße werde demnächst ausgebaut, dann werde sich die Situation verbessern. Die Erläuterungen ihres Parteifreundes, des Vizebürgermeisters Martin Runge, für die Kirchenstraße sei die Aufstellung eines neuen Bebauungsplanes beschlossen, zudem seien städtebauliche Mittel beantragt und es werde bereits mit Grundeigentümern verhandelt, beruhigten sie nicht. Für Raths stand fest: „Das hört sich noch immer wie Sankt Nimmerlandstag an“. Sie wünschte sich eine Zwischenlösung: „Es gibt auch mobile Radständer.“

Thema des Abends waren auch Flüchtlingsunterkünfte. Hier habe Gröbenzell mit dem Weg, kleine Einheiten anzubieten, vieles besser gemacht als viele andere, lobte Voit. Eine kleine Unterkunft und diese nicht in Containerbauweise, sondern als feste Unterkunft, die später auch für sozial Benachteiligte oder Menschen mit wenig Einkommen genutzt werden kann, wünscht er sich auch für das Grundstück an der Kreuzung Augsburger-/Zweigstraße. Einen entsprechenden Antrag haben die Grünen bereits gestellt. Das Landratsamt hatte nämlich vor wenigen Tagen angekündigt, auf diesem gemeindlichen Areal eine Unterkunft erstellen zu wollen.  (sus)

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