Auf den beiden Grundstücken der alten Apotheke und der Hexe soll nach dem Willen der Bauherren ein großes Gebäude samt Grünflächen und begrüntem Dach entstehen.

Neue Pläne für Grundstücke

Hexe-Areal: Investoren wollen größer bauen

Auf dem Gelände der ehemaligen Hexe am Gröbenzeller Bahnhof soll, anders als bisher vorgesehen, ein Haus mit Grünflächen entstehen.

Gröbenzell – In gut einem Jahr, im Mai 2019, sollen die Bagger anrücken. Dann wollen die Eigentümer mit der Bebauung des Grundstücks der alten Apotheke und des Areals der einstigen Bahnhofswirtschaft, der heutigen Hexe, beginnen. Ein Jahr darauf sollen die ersten Büros und Wohnungen bezogen werden. So schwebt es den Brüdern Frederic und Markus Fontein, Geschäftsführer einer Germeringer Baufirma, vor.

Die bestehenden Häuser wollen sie abreißen und stattdessen ein höheres Gebäude erstellen. Davor soll eine Grünfläche entstehen. Das Grundstück der alten Apotheke hat die Baufirma bereits vor Jahren erworben. Ende 2016 haben die Brüder dann auch das Grundstück der ehemaligen Bahnhofswirtschaft erstanden. Und hier laufen im März 2019 die Pacht- und die Mietverträge für die Gaststätte und die Wohnungen aus.

Der Bebauungsplan aus dem Jahr 2013 sieht allerdings zwei Gebäude und kaum Grünflächen vor. Über eine Änderung der Planung müsste der Gemeinderat entscheiden. In dem Gremium hat es in der Vergangenheit aber immer wieder Forderungen gegeben, die alte Bahnhofswirtschaft zu erhalten. Gegen die Umsetzung Erhaltungssatzung würden die Bauherren klagen.

So mancher Gröbenzeller aber wundert sich, dass sich auf beiden Grundstücken nichts tut. Vielmehr droht das Gebäude der früheren alten Apotheke in sich zusammen zu fallen. Tatsächlich aber sind die Fonteins nicht untätig gewesen. Für das Grundstück der alten Apotheke halten sie sogar bereits einen genehmigten Bauantrag in den Händen.

Doch was der 2013 aufgestellte Bebauungsplan für die beiden Grundstücke zulässt, gefällt ihnen nicht. Würde der Plan nämlich umgesetzt, würden auf den Grundstücken zwei Gebäude auf einem Tiefgaragensockel entstehen. In den Gebäuden könnten auf 1800 Quadratmetern Wohnungen und auf weiteren 1200 Quadratmetern Gewerbe unterkommen. Das Areal aber wäre nahezu vollständig versiegelt, Grünflächengestaltung nahezu unmöglich. „In den 80er Jahren war eine solche Planung der Hit“, sagt die Mitarbeiterin des Duos, Christiane Pfau. Echten Charme kann sie angesichts der Visualisierung des Bebauungsplanes darin nicht entdecken.

Die Brüder haben sich daher Gedanken gemacht wie das Areal stattdessen aussehen könnte. Sie wollen auf beiden Arealen zusammen ein Gebäude erstellen. Es soll sieben Stockwerke und ein begrüntes Dach bekommen. Allerdings schwebt ihnen dabei mehr Wohn- und Geschäftsfläche vor, als im derzeitigen Bebauungsplan vorgesehen ist.

In Richtung Bahnlinie, würden sie nämlich auf 2000 Quadratmetern Gewerbe und auf weiteren 2000 Quadratmetern Richtung Süden Wohnungen schaffen. Vor dem Gebäude in Richtung Süden können sie sich einen Platz für Grün, Wasser, Spielplatz oder Ähnliches vorstellen. Die Autos wollen sie in einer Tiefgarage unter beiden Grundstücken unterbringen. Ob diese Vorstellung realisiert werden kann, muss der Gemeinderat entscheiden – der Bebauungsplan müsste geändert werden.

In dem Gremium aber waren in der Vergangenheit immer wieder Stimmen laut geworden, die alte Bahnhofswirtschaft solle erhalten werden. Der Rat hatte sogar einhellig beschlossen, eine Erhaltungssatzung dafür aufzustellen. Umgesetzt wurde dieser Beschluss aber bis heute nicht. „Würde er umgesetzt, würden wir dagegen klagen“, machen die Brüder Fontein klar.

Bei Vizebürgermeister Martin Runge (Grüne) stößt die Idee des Duos auf Wohlwollen. Runge bezeichnet die Idee als gefälliger und moderner. Dadurch würde weniger Fläche versiegelt und mehr Grün geschaffen.

von Susanne Schwind

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