Hambacher Forst: Nach Tod des Journalisten fordern Aktivisten sofortigen Abbruch des Einsatzes

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Ingrid Steinsiek war stets lebenslustig undvoller Energie. Repro: os

Nachruf

Gröbenzeller Rathaus-Mitarbeiterin lebt durch ihre Musik weiter

Jetzt bist du die Musik, die in uns weiterlebt“ – dass Ingrid Steinsieks Angehörige gerade diesen Satz für ihre Traueranzeige wählten, verrät viel über die Verstorbene. Zeit ihres Lebens liebte Ingrid Steinsiek die Musik, konnte fast allen Richtungen etwas abgewinnen und spielte mehrere Instrumente.

Gröbenzell – „ Offenheit und Interesse für Neues waren Eigenschaften, die sie auch in anderen Lebensbereichen auszeichneten. Die Seniorin scheute sich auch nicht vor moderner Technik. Sie kannte sich am PC aus, nutzte E-Mail und Skype. Sogar auf Facebook war sie mit einem eigenen Profil aktiv.

Die 1931 in Hüllhorst bei Osnabrück geborene Ostwestfälin wusste früh, was sie wollte, und hatte den Mut, es anzugehen. Schon als junge Frau traute sie sich Dinge, die heute gang und gäbe sind, damals aber alles andere als normal waren. Mit 25 Jahren zog sie von zu Hause aus – nicht etwa, um zu heiraten, sondern um auf eigenen Füßen zu stehen. In den 1950er-Jahren verbrachte sie ein Jahr in England.

Obwohl sie damit rechnen musste, so kurz nach Ende des Zweiten Weltkriegs auf der Insel nicht unbedingt mit offenen Armen empfangen zu werden, wurde ihr Aufenthalt in der Region Cotswolds ein voller Erfolg. Sie schloss dort Freundschaften, die ihr ganzes Leben lang halten sollten. Zurück in Deutschland, arbeitete Ingrid Nolte – wie sie damals noch hieß – als Fremdsprachensekretärin in Lübbecke im Nordosten von Nordrhein-Westfalen. 1964 heiratete sie Wolfgang Steinsiek und zog mit ihm nach Gröbenzell, wo zwei Jahre später Sohn Cordt das Familienglück perfekt machte.

Trotz der räumlichen Distanz blieb Ingrid Steinsiek ihrer westfälischen Heimat stets verbunden und pflegte enge Kontakte zu ihren Verwandten dort. Vor allem mit ihrem ein Jahr jüngeren Bruder Reinhard verband sie eine enge Beziehung. Der Tod ihres Mannes im Jahr 1984 machte Ingrid Steinsiek schon mit 53 Jahren zur Witwe. Doch die gesellige, lebenslustige Frau ließ sich nicht unterkriegen.

Sie suchte sich eine neue berufliche Aufgabe in der Gemeindeverwaltung von Gröbenzell, wo sie ab 1985 in der Abteilung Soziale Angelegenheiten tätig war. Sie pflegte ihren großen Freundeskreis und traf sich regelmäßig bei Klassentreffen mit ihren alten Schulkameraden. Und sie musizierte in verschiedenen Ensembles und auf verschiedenen Instrumenten – von der Flöte bis hin zu historischen Holzblasinstrumenten wie Dulzian und Pommer, den Vorläufern von Fagott und Oboe.

Zweimal machte sich Ingrid Steinsiek in den vergangenen Jahren auf den weiten Weg zur Südsee-Insel Samoa, wohin ihr Sohn 2006 ausgewandert war. Trotz ihres hohen Alters scheute die Seniorin weder die 24 Stunden Flugzeit noch die elfstündige Zeitverschiebung. Geistig rege bis zuletzt, ist Ingrid Steinsiek jetzt mit 87 Jahren gestorben.(os)

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