Defizitäre Bereiche

Gröbenzeller Sozialdienst kämpft weiter gegen klamme Kasse

Der Gröbenzeller Sozialdienst hat mit einem Defizit zu kämpfen. Zwar konnte dieses dank Rücklagen bisher immer ausgeglichen werden, doch die Ersparnisse könnten irgendwann ausgehen

Gröbenzell – Deshalb soll nun entgegengesteuert werden. Aufsichtsratsvorsitzender Winfried Bauer betont: „Ich will den Sozialdienst nicht in die Pleite führen.“

Nach sieben fetten Jahren, wie Bauer sich erinnert, musste bereits 2016 ein Defizit verkraftet werden. Es betrug knapp 59 000 Euro. Das Jahr 2017 bezeichnete Bauer im Rechenschaftsbericht als eines der schwierigsten in der nun 46-jährigen Geschichte des Vereins. Auch heuer sei keine Besserung zu erwarten. Der Aufsichtsratsvorsitzende befürchtet vielmehr eine ähnliche Zahl wie im vergangenen Jahr. Und diese wäre noch höher, würden die Tagespflege und die Begegnungsstätte von der Gemeinde nicht unterstützt: Knapp 165 000 Euro flossen 2017 in die Kasse des Sozialdienstes.

Dass das Defizit nicht noch höher ausfalle, sei auch der Tatsache zu verdanken, dass ein großer Teil der Mitarbeiter ehrenamtlich – und somit unentgeltlich – tätig ist. 2017 waren es 55 ehrenamtliche Helfer und ebenso viele Mitarbeiter, die großteils hauptamtlich tätig sind.

Bei der Krankenpflege wird immer wieder auf Bezahlung verzichtet

Mehrere Ressorts arbeiten defizitär. So wird im Bereich der Krankenpflege immer wieder auf Bezahlung verzichtet, wenn die Patienten diese nicht leisten können. Zudem schauen die Mitarbeiter bei ihren Einsätzen nicht immer auf die Uhr. Wenn Gesprächsbedarf besteht, rechnen sie nicht jede Viertelstunde ab. Ähnlich laufe es beim Essen auf Rädern.

Ein hohes Defizit (über 40 000 Euro) musste auch der Bereich Sozial- und Seniorenberatung verkraften. Hier erhielten Bürger Informationen über Themen wie Vorsorgevollmacht sowie Betreuungs- und Patientenverfügung. Sie wurden bei Anträgen für Behörden unterstützt und zum Thema Demenz, ambulante Pflege, Wohnformen oder Wohnungsanpassung im Alter beraten. Die Sozialberatung unterstützt auch bei der Suche nach Pflege- oder Kurzzeitheimen und übernimmt die Voranmeldung für das Gröbenzeller Seniorenheim St. Anton. Alles Dinge, die auch Gemeinde, Caritas und Diakonie anbieten. Im Rahmen einer Beiratssitzung des Sozialdienstes wurde beschlossen, künftig Doppelarbeit zu vermeiden und die Tätigkeitsbereiche abzustimmen. So könnte so mancher Euro eingespart werden.

Weitere Einsparmöglichkeiten wurden bisher nicht beschlossen, betont Bauer. Die Mitgliedsbeiträge zu erhöhen, kann er sich derzeit nicht vorstellen. Auch die Preise für Essen auf Rädern oder Kinderpark, der ebenfalls defizitär arbeitet, sollten nicht steigen. Bauer hofft darauf, dass die Spenden in Zukunft üppiger fließen. 2017 kamen so knapp 32 000 Euro in die Kasse.  

Susanne Schwind

Rubriklistenbild: © dpa / Jens Kalaene

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