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Statue der Justitia 

Amtsgericht

Herzstillstand: Angeklagte bricht zusammen

Dramatisches Ende einer Verhandlung am Brucker Amtsgericht: Die Angeklagte erlitt einen Herzstillstand und brach zusammen. Die Vorwürfe gegen die Frau sind damit aber nicht vom Tisch.

GröbenzellDie 70-jährige Gröbenzellerin hatte ihre Aussage gemacht, die Beweisaufnahme war abgeschlossen. Plädoyers und Urteil sollten folgen – da sank die Frau zu Boden. Ein Notarzt konnte sie reanimieren. Die 70-Jährige wurde ins Krankenhaus gebracht. Mittlerweile ist sie stabil, berichtete ihre Rechtsanwältin. Sollte der Gesundheitszustand der 70-Jährigen es zulassen, wird die Verhandlung Ende des Monats fortgesetzt.

Vorgeworfen wurde der Frau Untreue. Sie hatte die Bankvollmacht einer im August 2015 verstorbenen Freundin benutzt, um nach und nach knapp 180 000 Euro von deren Konto abzuheben. Das gab die Frau auch zu. 40 Mal war sie insgesamt zur Bank gegangen und hatte Summen zwischen 100 und 55 000 Euro abgehoben.

Rund 42 000 Euro hat sie an den Erben zurückbezahlt. Ansonsten ist von dem Geld nichts mehr da. Sie war überzeugt, dass diese Summe ihr zugestanden habe, sagte die 70-Jährige im Prozess. Denn sie habe sich während eines längeren Aufenthalts der Freundin im Krankenhaus und später im Pflegeheim um deren Wohnung gekümmert.

Vier Mal Geld abgehoben

Vier Mal aber hob sie größere Summen ab: Zweimal 20 000 Euro, einmal 33 000 und einmal 55 000 Euro. Ihre Erklärung dafür stieß auf große Skepsis. Ein Händler habe in ihrer Wohnung einen äußerst wertvollen Teppich entdeckt. „Der ist Millionen wert“ habe der Mann ihr versichert. Er habe Geld für ein Gutachten gefordert. Das habe sie sich quasi vom Konto der Freundin geliehen. Nach dem Teppich-Verkauft habe sie es zurückzahlen wollen. Doch dann sei der Händler samt Geld verschwunden.

Den Staatsanwalt konnte die Gröbenzellerin mit dieser Geschichte nicht überzeugen. „Das ist total lebensfremd.“ Zumal sie den Teppichhändler nicht bei der Polizei angezeigt hatte, als er verschwunden war. Das begründete die Gröbenzellerin damit, dass sie immer gehofft habe, der Mann werde wieder auftauchen. Allerdings hatte die 70-Jährige gegenüber der Polizei überhaupt nichts von dem Teppichhändler berichtet. Bei ihrer Vernehmung hatte sie noch erklärt, die großen Summen habe sie einem Freund gegeben.

Offenbar wurde in der Verhandlung auch, dass die Angeklagte sich nicht nur unerlaubt an dem Konto der verstorbenen Freundin bedient hatte. Sie gestand auch, die Unterschriften auf dem Testament gefälscht zu haben. Dieses sogenanntes Nottestament, war wenige Tage vor dem Tod der Freundin auf deren ausdrücklichen Wunsch, wie die Angeklagte betonte, im Pflegeheim aufgesetzt worden. Darin waren die 70-Jährige und eine weitere Frau als Erben eingesetzt worden. Mitarbeiterinnen des Heims, die sie gebeten hatte als Zeugen zu unterschreiben, hatten dies aber verweigert. Daher habe sie deren Unterschriften gefälscht. Das Testament war dann vom Gericht geprüft und als nicht gültig verworfen worden.  sus

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